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Lokalsport: Neuer Trainerin lehrt die Einrad-Kunst

Lokalsport : Neuer Trainerin lehrt die Einrad-Kunst

Alina van Zütphen verstärkt das Trainerteam der Einradfahrer des TSV Gruiten. Sie selbst ist regelmäßig bei Deutschen Meisterschaften am Start und weiß um die Schwierigkeit der Balance auf dem wackeligen Gefährt.

Einradfahren ist vor allem eines - ein Balanceakt. Sich auf dem schmalen Gummireifen geschmeidig vorwärts und rückwärts zu bewegen, erfordert viel Gleichgewichtsgefühl und Zielstrebigkeit. "Am Anfang steigen die meisten schon häufig ab und müssen es immer wieder versuchen", sagt Alina van Zütphen. "Es sieht so leicht aus, aber es ist richtig anstrengend und erfordert eine Menge Koordination", sagt die neue Trainerin des TSV Gruiten.

An ihre eigenen Fallbeispiele kann sie sich eigentlich kaum noch erinnern. Mit vier Jahren hat sie das erste Mal versucht, in den Sattel zu klettern: "Mein Vater ist schon gefahren und meine Schwester auch, da war das irgendwie selbstverständlich, dass ich es auch mache." Mit dem Team des GRMSV Moers ist sie schon mehrfach bei Deutschen Meisterschaften unter die "Top Ten" gefahren. "Das möchte ich auch noch ein paar Jahre machen", sagt die 21-Jährige. Sie studiert inzwischen in Wuppertal Sport, doch um ihre Mannschaft nicht im Stich zu lassen, nimmt sie den weiten Weg zum Training auf sich.

Einmal in der Woche steht sie jedoch in der Sporthalle der Haaner Waldorfschule und vermittelt gemeinsam mit Femke Schlüter und Cedric Schmidt den Kindern und Jugendlichen des TSV Gruiten den Spaß am einen Rad. "Als Cedric über die Uni-Homepage angefragt hat, ob nicht jemand Interesse an der Traineraufgabe hätte, habe ich mich sofort gemeldet", berichtet van Zütphen. Sie freut sich darauf, die eigenen Erfahrungen weiterzugeben. "Es ist schön, die Entwicklung der Kinder zu verfolgen. Darauf freue ich mich besonders."

Ihre beiden Trainerkollegen sind dankbar für die Unterstützung. "Im ersten Kurs sind bis zu 25 Kinder. Sie alle ganz alleine zu betreuen, ist schon sehr anstrengend", sagt Schlüter. Sie selbst hat 2008 im ersten Kurs des TSV Gruiten mit dem Sport begonnen. Als die Trainerin sie eines Tages fragte, ob sie Interesse hätte, sie zu unterstützen, war Femke Schlüter zunächst unsicher. "Es war schon komisch, meine Freunde zu unterrichten. Doch den Kleineren etwas beizubringen, hat mich schon fasziniert", erinnert sich die 18-Jährige.

Ihr war immer wichtig, dass ihre Schüler sich nicht langweilen: "Denn ich selbst habe irgendwann aufgehört, weil ich nichts Neues mehr gelernt habe." Sie hofft daher, dass Alina van Zütphen neue Ideen mitbringt. "Wir haben uns vom ersten Augenblick an gut verstanden. Sie ist ruhig und geht sehr geduldig mit den Kindern um. Das schätze ich besonders an ihr", sagt Schlüter.

Dieses Kompliment kann van Zütphen nur erwidern: "Sie geht auf jedes Kind einzeln ein, wenn es Probleme hat und sie hat mir sofort alles erklärt. So hatte ich keine Schwierigkeiten, hier anzukommen." Eigene Impulse zu setzen, hat sich die neue Übungsleiterin dennoch vorgenommen. "Den Mannschaftssport mit Mühle und Ringfahren kennen sie bisher gar nicht", sagt van Zütphen. Sie plant, mit einem Quartett ein Programm aufzubauen, das die Sportler künftig auch auf Veranstaltungen zeigen können. "Mit der Armhaltung, das klappt noch nicht so gut, doch erste Erfolge sind schon zu beobachten", berichtet die 21-Jährige nach ihren ersten Einheiten. Sie möchte für die Kinder auch ein Vorbild sein. "Wenn sie sagen, das geht nicht, dann nehme ich mir selbst ein Rad und zeige es ihnen." Denn Alina van Zütphen weiß nur zu gut, dass der Sport ein Balanceakt ist.

(domi)