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Fußball: MSV: Auslöser der Rudelbildung ist längst nicht klar

Fußball : MSV: Auslöser der Rudelbildung ist längst nicht klar

Etwas mehr als 60 Minuten waren gespielt, als Schiedsrichter Vladimir Andris die Partie zwischen dem Marokkanischen SV 04 Hilden und der Mannschaft des SFD 75 Süd in der Kreisliga B vorzeitig beendete. Wer letztlich für den Spielabbruch verantwortlich war - da scheiden sich die Geister. "Es gab einen Vorfall, an dem zwei Parteien beteiligt waren, aber es gibt keinen Verdächtigen", formuliert es Bernd Biermann, Vorsitzender des Fußball-Kreises Düsseldorf, emotionslos. Denn auch der Unparteiische konnte den Auslöser für die plötzliche Rudelbildung nicht festmachen. "Plötzlich standen Spieler, Funktionäre, Zuschauer und die Leute von der Ersatzbank auf dem Platz", erfuhr Biermann. Eine genaue Aufarbeitung der Geschehnisse soll die Sitzung der Spruchkammer bringen, die in spätestens vier Wochen tagt und wohl eine Menge Zeugen befragen muss. "In der Regel werden alle geladen, die auf dem Spielbericht stehen", erläutert Biermann.

In jedem Fall wehren sich die Verantwortlichen des Marokkanischen SV 04 Hilden vehement gegen die Darstellung des Düsseldorfer Kontrahenten, das Handgemenge auf dem Kunstrasen an der Schützenstraße verursacht zu haben. Laut Ilias El Hasbouni, Pressesprecher des MSV und zugleich Torwart der Kreisliga-Mannschaft, ging dem Handgemenge ein Foul an der Seitenlinie voraus. Der betroffene Düsseldorfer Fußballer haben seinen Gegenspieler daraufhin in deftiger Wortwahl beleidigt - und damit nahm die Rudelbildung ihren Lauf. "Es waren Zuschauer beider Teams auf dem Feld", betont El Hasbouni. Und ergänzt: "Das war von beiden Seiten dumm."

Für die nächsten drei Partien stellte Peter Landgräber, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses, beide Mannschaften unter Verbandsaufsicht. "Das ist eine präventive Maßnahme", erklärt Bernd Biermann. Zugleich wollen sich die Verantwortlichen des Kreises damit ein Bild von beiden Teams machen. Eine Maßnahme, mit der Ilias El Hasbouni gut leben kann. Zugleich stellt er noch einmal klar: "Es gab keine Tätlichkeit, es gab keine Verletzten." Und den Rest muss dann die Spruchkammer klären. Im Moment kochen zwar die Emotionen hoch, doch Biermann betont auch: "Bislang ist die Saison friedlich verlaufen - das ist der erste Ausreißer."

(bs)