MSV 04 Hilden will seine beste Seite zeigen

Fußball : MSV 04 Hilden will seine beste Seite zeigen

In der Kreisliga A läuft es für den Aufsteiger bislang nicht rund. Die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft soll den Neubeginn einleiten.

Die Saison 2018/19 war ganz nach dem Geschmack der Fans des MSV 04 Hilden. Unter der Regie von Said Azmaa feierten die Fußballer in den 30 Partien der Kreisliga B 23 Siege und sieben Unentschieden – von Niederlagen war überhaupt nicht die Rede. Am Ende stand der souveräne Aufstieg in die Kreisliga A mit neun Punkten Vorsprung auf Verfolger SV Hilden-Ost, der ebenfalls auf direktem Weg den Sprung in die höhere Klasse realisierte. Nach der Saison übergab Chefcoach Azmaa das Zepter an seinen bisherigen Co-Trainer Faouzi Ohbibi. Der neue Mann an der Seitenlinie hatte in der neuen Umgebung indes einen schweren Stand.

Von Beginn an bekamen die MSV-Fußballer den Klassenunterschied zu spüren. Erst im neunten Anlauf gelang der erste Sieg – das 4:3 bei Sportfreunde Gerresheim zählte zu den Überraschungen des neunten Spieltages. In den acht Begegnungen zuvor holten die Hildener durch drei Unentschieden ebenfalls drei Punkte, kassierten zugleich fünf Niederlagen – und die zehrten offensichtlich an den Nerven. Mehrfach fielen Spieler des MSV 04 im Verlauf der Hinrunde unsportlich auf, Verhandlungen vor der Spruchkammer waren die Folge. Angesichts der Talfahrt trennte sich der Verein zudem Ende Oktober von Chefcoach Ohbibi. In den letzten drei Partien vor Weihnachten übernahm dann Ahmed Zarrouk den Job. Der Einstand verlief mit dem 5:5 beim FC Kosova torreich. Auf eigenem Platz folgte die 0:10-Klatsche gegen die SG Benrath-Hassels – und dann der 6:4-Coup beim Favoriten Rot-Weiß Lintorf. Ein Erfolg, der die Hoffnung auf den Klassenerhalt nährte.

„Es sind ja nur fünf Punkte bis zum sicheren Rang 15“, stellt Ilias El Hasbouni zu Beginn des neuen Jahres fest. Dann arbeitet der Teammanager des MSV 04 noch einmal kurz die Defizite der Hinrunde auf. „Das war einfach eine Fehlplanung des Vereins, also auch von mir. Wir haben mit einem zu engen Kader gearbeitet, dachten, dass jeder Einsatzzeiten bekommt, wenn es klein und kompakt bleibt. Das ging aber in die Hose.“

Dazu kam extremes Verletzungspech: Mit Rachid Arbouch, der im Aufstiegsjahr 42 Tore erzielte, und Ali Al Makhloufi, der auf 19 Treffer kam, fiel das bewährte Sturmduo aus. „Beide haben uns in der Offensive ganz klar gefehlt. Wir mussten deshalb mit jungen Leuten arbeiten“, berichtet El Hasbouni. Zudem erkannte der Teammanger: „In der höheren Liga mussten wir unsere Spielweise umstellen. Pressen, anlaufen und hoch stehen – damit waren wir erfolgreich, aber das geht in der Kreisliga A nicht. Wir mussten defensiver spielen, aber das geht nicht so gut mit offensiv denkenden Spielern. Wir haben kaum zu null gespielt, aber immer auch selbst ein Tor erzielt.“ Das Torverhältnis von 31:63 nach 17 Spieltagen spricht eine deutliche Sprache.

Mit frischem Elan geht der MSV 04 das neue Jahr an. „Wir stehen hinter den Entscheidungen des Verbandes“, sagt El Hasbouni im Rückblick auf die Sperren, die die Spruchkammer des Kreises Düsselorf in den vergangenen Wochen aussprach. Von einigen Akteuren trennte sich der Klub und blickt nun positiv nach vorne. „Am Ende der Hinrunde hatten wir nur 13 Mann im Kader, da konnte man keine Impulse setzen. Jetzt sind vier, fünf Neue dazugekommen, außerdem haben wir zwei aus der Zweiten hochgezogen“, erläutert El Hasbouni seine Zuversicht. Ahmed Zarrouk, der das Traineramt ursprünglich nur bis zur Winterpause übernehmen sollte, bleibt Chefcoach. Zudem meldete sich Ali Al Makhloufi zurück. Der 37-Jährige unterzug sich im Mai einer Knieoperation (Meniskus), will jetzt noch einmal angreifen

Raffael Lavalle (am Ball) vom Turniersieger VfB 03 II versetzt in 2019 im Finale Tomasz Wojcik, den Torhüter des MSV Hilden. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Auch an der Außendarstellung arbeitet der MSV 04. „Das Turnier kommt zum richtigen Zeitpunkt.“ El Halsbouni freut sich auf das Hildener Futsal-Hallenmasters. Erstmals ist der marokkanische Klub Ausrichter. „Wir wollen sportlich und organisatorisch positiv auftreten, uns von unserer besten Seite präsentieren“, betont der Teammanager des MSV 04. Im vergangenen Jahr stand die erste Mannschaft des Vereins immerhin im Finale, unterlag dort allerdings der Reserve des VfB 03. Die Zweite des MSV besiegte im Spiel um Platz drei den FC Türkspor. „Sportlich wollen wir Charakterstärke zeigen. Wichtiger aber ist, dass das Turnier harmonisch verläuft und Spaß macht“, erklärt El Hasbouni. Kulinarisch will der Klub mit marokkanischen Spezialitäten punkten. Dabei ist allerdings Alkohol tabu. „In der Halle gibt es ein komplettes Alkoholverbot“, betont er. Für Claudia Ledzbor ist das kein Problem. „Es kann mit, aber auch ohne nett sein – ich bin da sehr entspannt“, sagt die Leiterin des Hildener Sportbüros.