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Kanu: Mira Louen hofft in Prag auf ihr WM-Glück

Kanu : Mira Louen hofft in Prag auf ihr WM-Glück

Die Hildener Kanutin will sich heute im Canadier-Einer in den Vorläufen unbedingt für das Finale am Samstag qualifizieren.

Für Mira Louen vom KC Hilden steht in diesen Tagen mit der Weltmeisterschaft der sportliche Höhepunkt des Jahres an. Bereits seit Freitag weilt die Kanutin in Prag, um sich auf die Wettkämpfe vorzubereiten. Während sie sich anfangs noch über blendende Bedingungen mit Spätsommerwetter freute, herrschen mittlerweile auch in Tschechien kühlere Temperaturen. Der guten Laune der 27-Jährigen schadet das nicht. Denn längst weiß Louen die Vorzüge der Stadt Prag zu schätzen. "Da man vor den Wettkämpfen das Trainingspensum herunterfährt, hat man mehr Freizeit", berichtet sie mit einem verschmitzten Lächeln, "es gibt schon zwei, drei Möglichkeiten, den Tag zu gestalten." Dazu gehört auch der Abstecher ins Einkaufscenter.

Im Laufe vieler Wettkämpfe hat die Hildenerin gelernt, für die richtige Balance zwischen Ehrgeiz und Entspannung zu sorgen. Deshalb freute sie sich gestern auch auf die Eröffnungsfeier am Abend in der Prager Altstadt: "Ich hoffe auf einen schönen Rahmen." Einziger Wermutstropfen: Die Feier begann erst um 20 Uhr. "Für mich vielleicht etwas spät", gesteht Louen, die eher zu den Frühaufstehern zählt. Doch hier demonstriert sie wiederum Gelassenheit. "Die Wettkämpfe sind ja erst am Donnerstagnachmittag — das passt", stellt sie trocken fest.

Das Ziel für die WM ist klar umrissen. "Ich will auf jeden Fall ins Finale", betont Mira Louen. Im Gegensatz zur Europameisterschaft im polnischen Krakau, wo sie aufgrund einer 50-Sekunden-Strafe unerwartet im Halbfinale ausschied, will sie nun den Lauf durch den Wildwasserkanal fehlerfrei meistern. "Die Strecke gehört zu den einfacheren, deshalb kommt es auf genaues Fahren an", rechnet sie mit geringen Abständen zwischen den Sportlern. "Zwei Sekunden können schon zwei Plätze ausmachen", erwartet sie zugleich einen spannenden Wettkampf. Denn im Gegensatz zum ersten EM-Start vor zwei Jahren mit sechs Starterinnen greifen diesmal 37 Aktive ins Titelrennen ein. "Das ist einfach perfekt", freut sich Louen über das gestiegene Interesse, das sie auch auf die äußeren Umstände zurückführt: "Bei einem so leichten Wildwasserkanal ist die Gefahr nicht so groß, deshalb trauen sich das mehr zu."

Die beiden Qualifikationsläufe im Canadier-Einer steigen heute Nachmittag um 15.19 Uhr und 17.49 Uhr. Neben Mira Louen vertreten Karolin Wagner und Lena Stöcklin die deutschen Farben. Alle drei wollen unter die ersten 20 kommen und damit den Einzug ins Halbfinale am Samstag (10 Uhr) perfekt machen. Zugleich freut sich das Trio auf den Mannschaftswettbewerb, der ebenfalls für Samstag terminiert ist. Acht Teams haben gemeldet. "Sechs braucht man, um eine WM fahren zu können", erläutert Louen. Mit einem guten Ergebnis im Canadier-Einzel wollen die Deutschen Selbstbewusststein tanken — und können sich dann als Team sogar Chancen auf Edelmetall ausrechnen.

Ganz so weit mag Mira Louen aber gar nicht denken. Zu oft hat sie in ihrer Karriere die Widrigkeiten des Kanusports am eigenen Leib erfahren. Allerdings kann sie am Samstag mit Unterstützung aus der Heimat rechnen. "Es wollen einige kommen", erwartet sie vertraute Fans aus Hilden. "Bis Prag sind es nur rund 750 Kilometer — für eine WM ist das relativ nah", wirbt sie noch einmal für den Abstecher nach Tschechien.

(RP)