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Mettmann-Sport will mehr Mädchen für Basketball begeistern

Basketball : Talente entdecken und wecken

Um den Nachwuchs im Mädchenbereich zu fördern, lädt Mettmann Sport Sieben- bis Elfjährige zum Girls’ Day in die Halle an der Flurstraße ein. Ziel ist es, langfristig genügend Mädchen für den Basketball zu begeistern, um schon in den jüngsten Altersklassen reine Mädchenteams aufzustellen.

Der erste Kontakt mit dem rauen Spielball wirkt zaghaft und unbeholfen, doch bereits nach den ersten Dribbelversuchen werden die Mädchen immer mutiger. Die einen lachen beim missglückten Versuch, den kleineren und deutlich leichteren gelben Kinder-Basketball in den für sie noch viel zu hoch installierten Korb zu werfen. Die anderen beißen sich konzentriert auf die Zunge, fixieren Brett und Ring und bugsieren mit vollem Körpereinsatz das Spielgerät in die Höhe. Für die meisten der jungen Teilnehmerinnen ist das ihre allererste Basketball-Einheit, andere haben durchaus schon etwas mehr Erfahrung, was sich an der geschickten Ballführung ablesen lässt.

Mit einem geschulten Auge teilen Marlies Askamp, Sportliche Leiterin der Basketball-Abteilung von Mettmann-Sport, und Rookies-Trainerin Kerstin George die knapp 20-köpfige Gruppe auf und verteilen sie auf vier Stationen. An der ersten geht es um die Ballführung. Die Mädchen sollen zwei Strecken dribbelnd überwinden – die eine geradeaus, die andere im Zickzack zwischen bunten Markiertellern. Gegenüber üben die jungen Teilnehmerinnen an der zweiten Station das Werfen. Vor dem Korb stehend gilt es, die Distanz und Kraft abzuwägen, um den Ball durch den Ring zu bekommen. Gar nicht so einfach, wie der abseits stehende Beobachter vielleicht meint.

Auf der anderen Seite der Halle stehen schließlich die Fortgeschrittenen. In der einen Ecke versuchen die Mädchen, von einer Bank aus den Ball in den Korb zu bekommen. In der anderen Ecke üben die Nachwuchsbasketballerinnen die koordinative Herausforderung eines ordentlichen Korblegers – aus dem Lauf heraus muss der Ball nach maximal drei Schritten ans Brett befördert werden.

George beobachtet die Mädchen, leitet sie an. Im Verein trainiert die Basketballerin die Rookies, also die Jüngsten ab fünf Jahren. Sie weiß also genau, wie sie den Nachwuchs für den Sport begeistern kann, wenn er einmal den Weg in die Halle geschafft hat. „Da geht es uns nicht darum, Techniken und Regelwerk zu erklären, sondern einfach spielerisch ein Ballgefühl zu entwickeln“, erläutert sie. Viele Fang- und Wurfspiele werden durchgeführt. Das passiert auch hier in der Halle. Pärchenweise stellen sich die Mädchen gegenüber auf, passen sich den Ball auf direktem Wege zu oder nur unterbrochen durch einen kurzen Bodenkontakt.

Begeistert dribbelt auch die fünfjährige Mila ihren Basketball auf dem Boden vor sich, trippelt konzentriert neben ihm her. Ihre achtjährige Schwester Anna-Lea spielt bereits im Verein Basketball. Mila dagegen macht erstmals mit. Ob es Spaß macht? „Ja, sehr“, sagt die Fünfjährige und lächelt schüchtern. Besonders viel Spaß mache ihr das Werfen, erzählt sie. Das könne sie sogar schon richtig gut. Das Dribbeln falle ihr dagegen noch schwer. Manchmal springe der Ball einfach weg. Deswegen übt sie fleißig weiter. Darauf angesprochen, ob sie Lust hätte, im Team mit anderen zu spielen, so wie ihre große Schwester, muss Mila nicht lange überlegen. „Ja. Ich würde gerne im Verein spielen“, sagt sie. Das freut auch George, die dem Mädchen gleich viel Talent attestiert. „Eigentlich spricht man bei Fünfjährigen nicht von Talent, das zeigt sich erst ab dem achten Lebensjahr. Aber sie hat für ihr Alter schon jede Menge Ballgefühl.“ Milas Mutter Violeta Petrusevske wäre nicht abgeneigt, auch ihre Jüngste zum Basketballtraining zu bringen: „Wenn es zeitlich passt, natürlich.“ Das Angebot von Mettmann-Sport speziell für Mädchen gefiel ihr außerordentlich gut. „Es ist toll, dass so etwas angeboten wird. Und solange die Kinder Spaß haben, kann es nur positiv sein“, erklärt sie.

Am Ende eines sportlichen Vormittages gibt es für die eifrigen Mädchen ihr erstes Basketballabzeichen in Bronze und Silber. Das motiviert die Nachwuchssportlerinnen besonders. Um Wurf und Dribbling weiter zu üben, gibt es zusätzlich noch einen Basketball geschenkt, gesponsert vom Deutschen Basketballbund.