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Mettmann-Sport: Trainer Jürgen Tiedermann wirft das Handtuch

Handball : Mettmann-Sport: Trainer Jürgen Tiedermann wirft das Handtuch

Der Chefcoach und Sportliche Leiter von Mettmann-Sport verabschiedet sich mit einem Paukenschlag – noch vor dem Anpfiff der Oberliga-Begegnung in Oppum. Zu den Gründen will sich Jürgen Tiedermann nicht äußern.

TV Oppum – Mettmann-Sport 33:31 (19:15). Der langjährige Trainer Jürgen Tiedermann steht Mettmann-Sport nicht mehr zur Verfügung. Noch vor der Oberliga-Partie beim TV Oppum verkündete der erfahrene Coach seinen sofortigen Rücktritt von allen Ämtern im Verein. Für weitere Kommentare stand Tiedermann am Sonntag nicht zur Verfügung. „Ich werde mich nach diesem schweren Schritt auch aus der aktiven Vereinsarbeit in der Handballabteilung bei Mettmann-Sport zurückziehen“, fasste sich Tiedermann kurz.

Neben der Trainerposition müssen die Verantwortlichen von ME-Sport auch einen neuen Sportlichen Leiter finden. Das Coaching übernimmt bis auf weiteres Co-Trainer Andre Loschinski, ein langer Weggefährte und Freund Tiedermanns. „Jürgen reißt im Verein eine große Lücke, die wir mittelfristig wieder füllen müssen“, sagt Loschinski und freut sich auf die weitere Unterstützung von Torwartrainer Kamil Billy und Betreuer Thomas Wittig.

Der neue Cheftrainer sah beim TV Oppum in der Anfangsphase eine sehr nervöse und verunsicherte Vorstellung seiner Mannschaft. „Die Niederlagen zum Auftakt und die aktuellen Geschehnisse gehen an unserer jungen Mannschaft natürlich nicht spurlos vorbei“, nimmt Loschinski seine Truppe, die nach sieben Minuten bereits mit 1:7 im Hintertreffen lagen, in Schutz. Als der starke Philipp Peich mit einem Doppelpack knapp fünf Minuten vor der Pause auf 17:10 für die Hausherren erhöhte, drohte ME-Sport ein Debakel. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen. Sie hat toll gekämpft und viele gute Chancen herausgespielt“, meinte Loschinski.

Erneut angetrieben von Paul d’Avoine und dem starken Christopher Königs, der nach einer Viertelstunde für den glücklosen Lucas Klein im linken Rückraum agierte und einer der Aktivposten in Mettmanner Spiel war, kamen die Gäste kurz nach dem Seitenwechsel beim 18:20 wieder in Schlagdistanz. „Leider haben wir es verpasst, den Ausgleich zu erzielen und die Oppumer dadurch richtig unter Druck zu setzen“, stellt Loschiski fest. Der Grund war vor allem die erneut schwache Chancenauswertung. Zu viele freie Würfe ließen die Mettmanner im Laufe der Partie liegen. Auch der Abwehrverbund stellte sich gerade gegen den Rückraum als zu defensiv und zu wenig aggressiv heraus. Allein 15 Tore aus dem Fernwurfbereich notierte Loschinski. „Mit einer solchen Quote ist es schwer, ein Spiel zu gewinnen“, meinte der ehemalige Rückraumwerfer.

Zwei Minuten vor dem Abfpiff setzten die Gäste alles auf eine Karte. Loschinski stellte sein Team in einer Auszeit neu ein. In Überzahl erzielte d’Avoine mit seinen Toren acht und neun den 31:32-Anschlusstreffer. Fabian Bednarzik begrub schlussendlich die Chancen auf die ersten Punkte und traf siegbringend für die Krefelder. „Es ist bitter, dass wir uns wieder nicht belohnt haben“, stellt Loschinski aber die positiven Dinge in den Vordergrund: „Die Jungs haben gut gekämpft und auch unsere Spielanlage passt. Jetzt müssen Erfolgserlebnisse folgen.“

Für die kommende Woche sind viele Gespräche angekündigt, um die Geschehnisse in der noch jungen Saison aufzuarbeiten. Dennoch soll der Sport nicht zu kurz kommen. „Vielleicht nehmen wir mal einen größeren Ball und spielen diesen mit dem Fuß“, will „Loschi“ unter der Woche das Traningsgerät ändern. Weitere Auskünfte zum überraschenden Rücktritt von Tiedermann gaben die Mettmanner nicht. Eine Stellungnahme des Vereins soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.