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Mettmann-Sport: Neue Satzung macht zukunftsfähig

Vereine : Neue Satzung soll ME-Sport als Verein zukunftsfähig machen

Mettmanns größter Sportverein stellt sich für die Zukunft neu auf – ab 2021 sollen ein ehrenamtliches Präsidium und ein hauptamtlichen Vorstand den Klub lenken.

Die Idee beschäftigt die Verantwortlichen von Mettmann-Sport schon länger. „Seit zwei Jahren bereiten wir gedanklich vor, wie wir uns zukunftsfähiger aufstellen können“, berichtet Sandra Pietschmann. Die Geschäftsführerin des mit 4500 Mitgliedern größten Klubs in der Kreisstadt wirbt für eine umfassende Änderung der Vereinssatzung, die auf der Jahresversammlung am 7. August verabschiedet werden soll. Vor einem Jahr begann eine Projektgruppe mit der Entwicklung. „In der Vereinsarbeit wird immer mehr fachliche Qualität gefordert“, erklärt Pietschmann und nennt als Beispiel die Datenschutzverordnung, die viele Ehrenamtler vor hohe Hürden stellte.

„Bislang haben wir in der Geschäftsführung sehr viel des operativen Geschäfts erledigt, haftungsrechtlich ist es aber schlauer, das operative Geschäft an den Vorstand zu binden“, erläutert die 50-Jährige. Die wesentliche Änderung: Der Vorstand soll nicht mehr ehrenamtlich arbeiten, sondern hauptamtlich – und übernimmt damit den Tätigkeitsbereich der jetzigen Geschäftsführung. Ehrenamtlich wirkt dagegen das neu zu schaffende Präsidium, das die Aufgaben eines Kontroll- und Aufsichtsgremiums erfüllt. Und in Zukunft gibt es keine Mitgliederversammlung mehr, sondern eine Delegiertenversammlung.

Damit einher geht eine Stärkung der Abteilungen, denn die wählen aus ihrer Mitte Mitglieder, die als Delegierte ihre Interessen wahren sollen. Wie viele Delegierte es sind, richtet sich nach der Größe der Abteilung. Ähnliches gilt für die sogenannten Fachbereiche, die damit jetzt ebenfalls ihre Interessen besser vertreten sehen. Dieses repräsentative System soll in Zukunft das Risiko verhindern, dass sich auf Mitgliederversammlungen dominante Einzelinteressen durchsetzen.

Mit rund 50 Delegierten kalkuliert Sandra Pietschmann für zukünftige Jahresversammlungen. Eine Zahl, die wohl der aktuellen Präsenz entspricht. Zugleich sieht Pietschmann für die zukünftigen Delegierten „eine moralische Verpflichtung gegenüber ihren Abteilungskollegen“, deren Interessen zu vertreten.

Die 16. Mitgliederversammlung von ME-Sport am 7. August 2020 in der Gustav-Bosiepen-Halle an der Neanderstraße ist also eine richtungsweisende. Die Wahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters ist diesmal nur für ein Jahr ausgeschrieben. Denn die neue Satzung – breite Zustimmung vorausgesetzt – soll am 1. April 2021 in Kraft treten. Dann wählt die Delegiertenversammlung auch das erste Mal ein ehrenamtliches Präsidium, das aus drei bis elf Mitgliedern bestehen kann. Pietschmann hofft, dass sich der aktuelle Vorstand ebenso wie der Beirat darin wiederfindet. Die Amtzeit verdoppelt sich für die Ehrenamtler übrigens auf vier Jahre. „Es ist schwierig, große Fragestellungen in zwei Jahren zu klären“, erläutert Pietschmann die Verlängerung.

Aufgabe des Präsidiums ist es, den hauptamtlichen Vorstand mit maximal drei Mitgliedern zu bestellen. Der Vorstand, der die bisherige Geschäftsführung von ME-Sport ersetzt, erhält Dienstverträge für bis zu sechs Jahre.

Im Vorfeld der Versammlung wirbt der Verein intensiv für die Satzungsänderung, erläutert sie den Mitgliedern eigens in Info-Abenden. Der nächste ist am Montag, 3. August, um 19 Uhr in digitaler Form per Zoom-Meeting. Die Anmeldung dafür erfolgt per E-Mail an info@me-sport.de. „Wir müssen neue Strukturen schaffen, die es uns zukünftig ermöglichen, noch schneller verbindliche Entscheidungen herbeizuführen und gleichzeitig die Haftungs- und Kontrollfrage zu klären“, fasst Pietschmann das wesentliche Ziel zusammen. Rat holte sich die Projektgruppe übrigens bei einem Vereinsrechtler, und auch der Blick zu Großvereinen wie der SG Langenfeld half bei der Entwicklung der Satzung. Die soll in Zukunft auch eine Mitgliedschaft per Online-Antrag erlauben. „Das ist nur möglich, wenn das in der Satzung verankert ist“, betont Pietschmann.