Mettmann richtet Deutsche Meisterschaft im Para-Boccia aus

120 Teilnehmer an der Flurstraße: Mettmann richtet DM im Para-Boccia aus

Am Wochenende werfen 120 Sportler mit unterschiedlichen Behinderungen die Kugeln in der Sporthalle Flurstraße.

Da hat sich die Behinderten Sport Gemeinschaft (BSG) Mettmann ein schönes Jubiläumsgeschenk gemacht: Zum 60-jährigen Bestehen des Vereins haben es die Mitglieder geschafft. die begehrte Deutsche Meisterschaft im Hallen-Boccia nach Mettmann zu holen. Schon am Freitag startet das zweitägige Turnier in der Sporthalle Flurstraße. 18 Teams mit insgesamt 120 Sportlern haben sich angekündigt.

„Es ist schon eine Besonderheit, die 14. Deutsche Meisterschaft im Hallen Boccia ausrichten zu dürfen“, sagt Hans Stauff. Eine große Ehre für den ehemaligen und langjährigen Vorsitzenden der BSG, aber auch eine große Verantwortung: „Wir hatten lange dafür gekämpft, die Meisterschaft in unserem Jubiläumsjahr nach Mettmann zu holen und seit April 2017 arbeiten wir an der Organisation.“ Jedes Jahr findet das Turnier in einem anderen Bundesland statt. Die Mettmanner BSG hat schon acht Mal teilgenommen, doch als Gastgeber tritt sie zum ersten Mal auf.

Ihre beste Platzierung bei einer Deutschen Meisterschaft reichte bislang für die Bronzemedaille. Beim Heimturnier rechnet Stauff seinem Team aber nicht so große Chancen aus: „Wir sind nicht so zuversichtlich, weil wir einige wichtige Ausfälle in der Mannschaft verzeichnen mussten.“ Krankenhausaufenthalte und Verletzungszeiten von bis zu vier Monaten haben das Team, trotz eines jüngeren Neuzugangs, geschwächt.

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Aber vor einem zahlreichen Heimpublikum könnte das Wunder von Mettmann vielleicht doch noch gelingen. Wobei der 79-Jährige schon einen deutlichen Titelfavoriten unter den 18 Mannschaften hat: „Zu den Top-Favoriten zählt sicherlich die BRS Gersweiler.“ Das saarländische Team hat laut Stauff nämlich einige Kaliber auf dem Platz, Olympioniken unter den Para-Boccia-Spielern und Nationalspieler, die den dritten Platz bei der vergangenen Weltmeisterschaft holten. „Ich erwarte aber auch, dass die Teams aus Gelsenkirchen und Regensburg ganz vorne landen.“ Von klassischen Angstgegnern will Stauff nicht reden: „Es sind starke Teams, aber wir haben sie alle schon mal geschlagen, so ist es ja nicht.“

Für die Mettmanner gelte in diesem Jahr aber der olympische Gedanke und die Ehre, als Ausrichter zu fungieren. Besondere Schwierigkeiten habe es gemacht, Unterbringungsmöglichkeiten für die Sportler mit Handicap zu finden. „Wir werden am Wochenende unter den 120 Teilnehmern auch 15 Rollstuhlfahrer haben, für die wir natürlich geeignete Zimmer brauchen.“ In Mettmann gebe es derzeit nur drei, die restlichen Unterkünfte verteilen sich im Kreis und reichen bis nach Leichlingen. „Das war schon eine Mordsarbeit, weil es auch kein Verzeichnis von behindertengerechten Unterkünften gibt.“ Ein barrierefreies Zimmer sei nicht gleichzeitig auch rollstuhlgerecht. Zum Glück werden die Sportler die Halle an der Flurstraße problemlos passieren können.

Hans Stauff freut sich jetzt auf eine spannende und hoffentlich reibungslose Meisterschaft: „Wir würden uns besonders freuen, wenn viele Menschen kommen und sich die Partien anschauen. Dafür haben wir viel Reklame gemacht. Vor leeren Rängen zu spielen macht nämlich nicht so viel Spaß.“