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Mettmann nimmt Abschied von Norbert Thiele

Nachruf : Mettmann nimmt Abschied von Norbert Thiele

Fußball und Handball zählten zu seinen Leidenschaften. Jetzt verstarb der Sportbegeisterte im Alter von 75 Jahren.

Die Nachricht ging in Mettmann herum wie ein Lauffeuer. Norbert Thiele ist tot – er verstarb am vergangenen Dienstag im Alter von 75 Jahren. Es ist wohl treffend, ihn im positiven Sinne als „Mettmanner Original“ zu bezeichnen. Sein geliebtes Mettmann bedeutete im viel und war für ihn seine Heimatstadt, obwohl er in Nordhausen geboren wurde und längere Zeit in Düsseldorf gelebt hatte.

Vor allem in der hiesigen Sportszene war Norbert Thiele bekannt wie der oft zitierte „bunte Hund.“ Regelmäßig war er auf den Fußballplätzen und in der Sporthalle Herrenhaus anzutreffen. Dort hielt er als Zuschauer mit seiner Meinung nie hinter dem Berg und gab sein fachkundiges Urteil ab. Er war aber nicht nur passiver Zuschauer, sondern wirkte auch als Hallensprecher beim Handball-Oberligisten Mettmann-Sport oder als Stadionsprecher beim Fußball-Bezirksligisten ASV Mettmann. Die Sprecherrolle war ihm auf den Leib geschrieben, denn er hatte – nicht nur im Sport – immer einen lockeren Spruch auf Lager.

„Für uns war er sechs Jahre als Hallensprecher im Einsatz. Die Zuschauer brachte er oft zum Schmunzeln“, berichtet Markus „Bibo“ Flieter vom Management der ME-Sport-Handballer. Er erinnert sich an eine nette Anekdote. Als er die Fußballer des ASV Mettmann nach einem Rückstand lautstark motivieren wollte, rief Norbert ins Mikrofon „Auf geht’s Mettmann-Sport – wir schaffen das.“ Das fanden die ASV-Fans als Lokalrivalen gar nicht so lustig. Flieter erklärte, dass Norbert Thiele eine große Lücke hinterlasse. „Im heutigen Handball-Oberligaspiel gegen den TV Angermund gedenken wir ihm mit einer Schweigeminute und einer kurzen Würdigung seiner Verdienste.“

Bereits zu seiner Düsseldorfer Zeit war Norbert Thiele dem Sport verbunden. Als der VfL Benrath Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre der höchsten Deutschen Amateurklasse angehörte, war er dort im Vorstand Schatzmeister. Auch seine Liebe zum Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, dessen Spiele er bis vor kurzem regelmäßig besuchte, rührte aus seiner Zeit in der Landeshauptstadt. In Mettmann war er fast nie ohne seinen Fortuna-Schal anzutreffen. Den trug er auch bei fast jedem Fest in der Kreisstadt. Ob Heimatfest, Weinfest oder Blotschenmarkt – ein Fest ohne Norbert Thiele war denkbar, aber kaum möglich. Er war halt ein Feierbiest und stand dazu. Ihm machte es halt riesig Spaß, bei einem Bierchen zu diskutieren. Natürlich über Sport – aber auch über die Kommunalpolitik, die der frühere Ober-Gerichtsvollzieher mit großem Interesse kritisch verfolgte.

In Mettmann werden ihn viele vermissen, sicherlich auch seine Freunde aus der Marinekameradschaft. In der Runde seiner früheren Kameraden fühlte er sich pudelwohl und er trug bei wichtigen Anlässen mit Stolz seine Marineuniform. Als er im vergangenen Jahr seinen 75. Geburtstag feierte, erfüllte er sich einen lang gehegten Wunsch. Mit seiner Tochter verbrachte er einige Tage in Wien. „Das war einfach toll“, schwärmte er. „Wer weiß, ob ich so etwas noch einmal erleben werde“, sagte er nachdenklich zum Verfasser dieser Zeilen.