Judo: Maurice Püchel: Ein Leben für den Sport

Judo : Maurice Püchel: Ein Leben für den Sport

Der 16-Jährige aus Wülfrath gilt als großes Judo-Talent. Für seinen Traum von einer Medaille bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio investiert er eine Menge. Nahziel ist eine Top-Platzierung bei den Jugend-Europameisterschaften in Athen.

Wülfrath Ole Bischof ist sein großes Vorbild. "Er ist sehr vielseitig, sehr konzentriert und sehr beharrlich. Davon möchte ich mir gerne etwas abgucken", sagt Maurice Püchel über den Judo-Olympiasieger von Peking. Ihm möchte der 16-Jährige erfolgreich nacheifern. Maurice arbeitet hart für seinen Traum von einer Medaille bei den Spielen in Tokio 2020. Zwei bis vier Stunden trainiert er täglich, verbringt viele Wochenenden bei Lehrgängen und Wettkämpfen. Um Schule und Sport besser miteinander verbinden zu können, hat er einen der Plätze des Deutschen Olympischen Sportbundes in einem Kölner Sportinternat bekommen. Die Entscheidung, Familie und Freunde nicht mehr täglich zu sehen, fiel dem Wülfrather nicht leicht: "Doch dort kann ich mich besser auf meine Ziele konzentrieren." Und die sind für 2014 so konkret wie ehrgeizig.

Zunächst möchte der 16-Jährige den Sprung von der Perspektivgruppe in den Bundeskader schaffen und dann im Juni bei den Jugend-Europameisterschaften in Athen eine Medaille für Deutschland gewinnen. "Außerdem möchte ich meine Technik noch weiter perfektionieren und mit meinem neuen Trainer in Köln noch enger zusammenwachsen", sagt der ehrgeizige Maurice Püchel.

Auf das Jahr 2013 blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. "Da bin ich ziemlich schwach gestartet. Auf-grund einer Verletzung konnte ich nicht richtig trainieren und war dann bei den Deutschen Meisterschaften nicht ganz fit. Anschließend musste ich meinen Rhythmus erst wiederfinden", erklärt Püchel. In der zweiten Jahreshälfte kehrte der Erfolg mit einem Sieg beim internationalen Turnier in Holland und beim Bundessichtungswettkampf in Bamberg zurück.

Zwei Wochen nach dem 16. Geburtstag erkämpfte sich der Nachwuchsjudoka außerdem den ersten Meistergrad. Der Verband hatte ihn aufgrund seiner Wettkampferfahrung für die Prüfung vorgeschlagen. "Der erste Dan ist eine Auszeichnung. Meister zu sein, bedeutet, gewisse Grundtechniken zu beherrschen", sagt Maurice Püchel.

Er ist früh in den Judo-Anzug hineingewachsen. Seine Eltern waren ebenfalls als Sportler erfolgreich und nahmen ihn schon als Baby mit in die Halle. Sie waren seine ersten Trainer. "Sie haben mir Vielseitigkeit und Spaß vermittelt. Von ihnen habe ich aber auch gelernt, mich auf die entscheidenden Wettkämpfe zu fokussieren und Vertrauen in meine Leistung zu haben", erzählt Püchel. Bis heute findet er bei seinen Eltern Rückhalt: "Es hilft schon sehr, wenn sie hinter dem stehen, was ich mache, und mich unterstützen."

Maurice Püchel hat zwar auch Handball und Fußball probiert, sich dann jedoch eindeutig für Judo entschieden: "Das hat mir immer am meisten Spaß gemacht. Mich begeistert die Perfektion der einzelnen Techniken und die Herausforderung jedes Kampfes." Der Wunsch, sein Leben dem Sport zu widmen und mit viel Disziplin auf seine Ziele hinzuarbeiten, sei mit den Erfolgen gewachsen. "Jeder Sieg ist für mich ein Ansporn, mich weiter zu verbessern", sagt der 16-Jährige.

Püchel betrachtet das Training als körperliche und mentale Schule: "Judo mache ich auch für mich und ich profitiere bei Konflikten im Alltag davon. Der Sport hat mich belastbarer gemacht und ich habe gelernt, mein Gegenüber immer zu respektieren." Die Begrüßung vor jedem Kampf und der Händedruck danach sind für den Wülfrather mehr als Formalitäten: "Wenn ich dem anderen gratuliere, gönne ich ihm auch den Erfolg."

Nur auf der Matte ist er Einzelkämpfer und darum bemüht, den Gegner zu werfen — anstatt selbst auf dem Rücken zu landen. Fokussiert arbeitet er an sich und seiner Technik. Bereits zum Jahresbeginn startete er beim Bundeslehrgang in Kienbaum in die Vorbereitung auf die Wettkampfhöhepunkte 2014. Denn sein Ziel hat Maurice Püchel immer vor Augen. Er möchte Ole Bischof nacheifern.

(domi)
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