Marc Bach kennt die Cronenberger Verhältnisse

Fußball : Marc Bach kennt die Cronenberger Verhältnisse

Der Trainer des VfB 03 Hilden spielte selbst vier Jahre für den Oberliga-Rivalen, den er jetzt mit einem Sieg auf Distanz halten will.

Cronenberger SC – VfB 03 Hilden. Als die Fußballer des VfB 03 am Dienstag per Videoanalyse die 2:4-Heimniederlage gegen Oberliga-Spitzenreiter SV Straelen aufarbeiteten, reifte die Erkenntnis: Da war mehr drin. „Es gab zwei bis drei Knackpunkte, die gegen uns gelaufen sind“, berichtet Marc Bach. Dazu zählt der Hildener Trainer den ersten Treffer der Straelener zum 1:2. „Torschütze Shun Terada stand anderthalb Meter im Abseits“, legt sich Bach fest. Dann zeigte Schiedsrichter Marvin Slapza SVS-Kapitän Ole Päffgen nach einem Gerangel nur die gelbe Karte. „Moulas Konstantinos hat für das gleiche Vergehen Rot gesehen – da fehlt einfach das Maß. Mit zehn gegen elf wäre das Spiel anders ausgegangen.“ Und dann war da noch der Freistoß von Talha Demir, der beim 2:3-Rückstand des VfB 03 an den linken Innenpfosten knallte und von da ins Feld zurück sprang. „Das ist bitter: Wir haben uns für eine richtig gute Leistung nicht belohnt“, konstatiert Bach.

Das ist jedoch nur die eine Geschichte vom vergangenen Sonntag. Die andere: Der Cronenberger SC, der mit sechs Niederlagen in die Saison startete, feierte einen überraschenden 2:1-Erfolg in Ratingen. Es war der zweite Dreier nach dem Heimsieg Mitte September über den ETB SW Essen. Für Peter Radojewski war es zudem eine besondere Partie: Vor drei Jahren musste er als Trainer des Oberliga-Rivalen 04/19 vorzeitig den Klub verlassen. Jetzt stellte er fest: „Ich bin sehr stolz. Die Mannschaft hat über 90 Minuten so aufopferungsvoll gekämpft, wie ich es mir erhofft und auch erwartet habe.“ Ob der Sieg der ersehnte Befreiungsschlag war? Mit nur sechs Zählern stehen die Cronenberger auf dem vorletzten Platz. Längst ist der umjubelte Aufsteiger, der in der vergangenen Spielzeit als Landesliga-Zweiter die direkte Rückkehr in die Oberliga schaffte, wieder auf dem harten Boden der Oberliga-Realität gelandet. Einer Klasse, die sich schon vor zwei Jahren als zu große Herausforderung für den Klub erwies.

„Durch den Sieg in Ratingen hat Cronenberg eine andere Grundlage geschaffen“, erklärt Marc Bach. Der VfB-Trainer kennt den gegnerischen Klub aus dem Effeff, denn vier Jahre lang trug er selbst das CSC-Trikot, ehe er 2014 zum FSV Vohwinkel wechselte, wo er dann auch seine Trainerkarriere begann. „Es geht runter in den Tal-Kessel, es gibt nur sehr kleine Kabinen und einen Kunstrasenplatz, der noch enger als unserer ist“, beschreibt der 41-Jährige die besonderen Umstände des Vereins, der sich nicht als Wuppertaler Klub sieht, sondern „ganz klar ein Stadtteilverein ist“.

Zu den herausragenden Persönlichkeiten im Cronenberger Kader zählt Marvin Mülhause. Allerdings will der oberliga-erfahrene Mittelfeldspieler den Verein nach vier Saisons im Winter verlassen, da der 28-Jährige Probleme hat, das intensive Training mit Beruf und Familie zu vereinbaren. Nicht minder wichtig ist Ercan Aydogmus. Der 40-Jährige ist der Senior im Cronenberger Team. In der vergangenen Saison unterstrich der Stürmer eindrucksvoll, dass Fußballer auch im fortgeschrittenen Alter Top-Leistung bringen können – immerhin absolvierte er 35 der insgesamt 36 Landesliga-Partien und steuerte 42 Treffer zum Aufstieg bei, setzte sich damit auch die Torjägerkrone auf.