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Löckenhoff in Mettmann: Erstes Dressurturnier nach der Corona-Pause

Reportage Frühjahrsdressurturnier Löckenhoff : Endlich ist wieder ein Lächeln zu sehen

Erstmals seit zwei Jahren Corona-Pandemie steigt das Frühjahrsturnier auf der Anlage Löckenhoff in Mettmann erneut vor Zuschauern.

Noch herrscht reger Betrieb auf dem abgesteckten Dressurviereck in der Reithalle. Zahlreiche Reiter bereiten sich mit ihren Pferden auf den bevorstehenden Auftritt vor. Alle sind schick und vornehm gekleidet, tragen schwarze Jacketts und weiße Blusen. Die Pferde haben eingeflochtene Mähnen sowie weiße Satteldecken und mit Edelsteinen besetztes Zaumzeug.

Die Richter, die vor den Zuschauern an einem Tisch sitzen, läuten ein Glöckchen: Jetzt wird es ernst. Die Halle wird geräumt und nur Diamonds Dancer und Reiterin Franziska Rau bleiben auf dem Feld zurück. Sie machen den Anfang des L-Dressur Wettbewerbs. Er ist Teil des Frühjahrsdressurturniers auf der idyllisch gelegenen Reitsportanlage Löckenhoff in Mettmann-Obschwarzbach. Der Hof war von Donnerstag bis Sonntag wieder Ziel von vielen Reitsportbegeisterten, die entweder als Teilnehmer oder Zuschauer anreisten. Das Besondere bei diesem Turnier: Es ist eines der ersten, das wieder ohne Coronabeschränkungen durchgeführt wird.

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Sowohl Hofbesitzer Diethelm Löckenhoff, als auch Vera Haug vom Organisationsteam sind froh, das alles wieder „normal“ läuft. „Endlich sieht man mal wieder das Lächeln der Sieger und Umarmungen bei der Siegerehrung“, erzählt der Besitzer. Denn endlich können auch wieder Zuschauer die Reithallen der Anlage betreten und den 15 Prüfungen beiwohnen. Das ist zweifelsohne der größte Unterschied zu coronabeschränkten Turnieren, bei denen die Reiter sich ganz allein den Richtern stellen mussten, ohne Familie und Freunde zum Anfeuern im Publikum.

„Die Atmosphäre ist eine ganz andere. Es ist einfach viel schöner wenn Zuschauer da sind,“ erklärt Bettina Pröbsting, die das erste Mal nach Corona bei einem Turnier dabei ist. Ihr Pferd Lukas, für das es gleichzeitig auch die Turnierpremiere ist, sei allerdings ganz schön aufgeregt. Bettina Pröbsting hofft, dass sich die Anspannung sowohl bei ihrem Pferd als auch bei ihr selbst noch etwas legt. Denn obwohl die Freude bei allen Teilnehmern groß ist, überwiegt bei den meisten doch eher die Anspannung kurz vor dem Auftritt.

Das bestätigt auch Svenja Hermsen, die ihren Ritt gerade hinter sich gebracht hat. Sie sei extra aus Kleve angereist und schon um halb vier aufgestanden, um beim Turnier dabei zu sein. „Die Anlage ist schön und es ist toll, mal wieder ein Turnier ohne Coronamaßnahmen zu erleben.“ Sie beschreibt zwar alles als „viel offener und freier, jetzt, da wieder Zuschauer erlaubt sind“, aber die Nervosität überwiege. Und nicht jeder hat seine Mutter dabei, die die Teilnehmer „immer mal runter holen“ kann, wenn sie „zu nervös werden“. Und genau diese Nervosität ist es auch, die Richterin Ulrike Böckler als größte Herausforderung nach der Pandemie ansieht. „Für viele ist es das erste Turnier nach der langen Corona-Pause.“ Die Reiter müssen sich erst wieder an die Wettbewerbssituation gewöhnen, denn es sei ganz anders vor Leuten zu reiten, als „einfach mal so“ in der Freizeit. Viel Anspannung ist laut Böckler aber gerade beim Reiten tückisch, denn dadurch steigt die Fehlerquote. Darum sieht sie es gerade jetzt als eine wichtige Aufgabe der Richter an, bei Pferd und Reiter auch mal für Ruhe und Motivation zu sorgen. Diese würden besonders jüngere und unerfahrene Reiter brauchen, auch jetzt nach der langen Pause.

Eine weitere Folge der Coronapandemie sind die zu bezahlenden Sondergebühren von etwa fünf bis zehn Euro, die jeder Teilnehmer für die Hygienemaßnahmen zusätzlich zum Nenngeld von circa neun bis zwölf Euro aufbringen muss. Und auch der Sponsorenmangel, bedingt durch die Pandemie und den Ukraine-Krieg, machen die Kosten für das Turnier nicht günstiger.

Doch trotz allem lassen sich Teilnehmer und Veranstalter den Spaß nicht verderben. Alle der ungefähr 640 Reiter sind froh, dass endlich wieder das Reiten im Vordergrund steht und nicht die lästigen Coronabeschränkungen, die das Turnierleben in den vergangenen Jahren schwer gemacht haben.