Fußball: Kellerduell: Mettmann trauert, Amern jubelt

Fußball : Kellerduell: Mettmann trauert, Amern jubelt

In der letzten Minute der Landesliga-Partie ist die Niederlage der ASV-Fußballer und damit der Abstieg in die Bezirksliga besiegelt.

Nach dem Abpfiff des Kellerduells in der Fußball-Landesliga sanken die Mettmanner zu Boden und mussten erst einmal verarbeiten, was passiert war. Dagegen stimmten die vielen mitgereisten Amener Fans unter den rund 600 Zuschauern Siegesgesänge an und feierten ihre jubelnden Spieler. "Landesliga, Landesliga - wir bleiben in der Landesliga", lautete der einfache, aber treffende Text.

Mettmanns Trainer Maik Franke (rechts) ist fassungslos. Foto: Janicki Dietrich

Nach einer 1:0-Pausenführung, bei der viele Mettmanner Fans hofften, dass der Kelch Abstieg am ASV vorbeigeht, drehte der VSF Amern die Partie und siegte noch mit 3:2. Für den ASV Mettmann, der sich vor dem Anpfiff zumindest Hoffnung auf ein Relegationsspiel machte, bedeutet diese Niederlage den bitteren Gang in die Bezirksliga. Maik Franke brauchte einige Minuten, starrte, allein auf der Ersatzbank sitzend, vor sich hin und ließ in Gedanken wohl die Saison kurz Revue passieren. Dann hatte er sich gefasst und gab ein kurzes Statement ab: "Die heutige Partie war ein Synonym für die ganze Spielzeit. Wir kassieren völlig überflüssige Gegentore und sind in der Offensive einfach zu harmlos. Wir haben nicht von ungefähr von allen Teams fast die meisten Gegentore erhalten und vorn mit die wenigsten Treffer erzielt. Da muss man halt mit dem Abstieg rechnen, so weh dies auch tut." Der ASV-Coach fügte hinzu: "Ich will meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, denn auch heute hat sie kämpferisch alles gegeben. Wir haben halt spielerische Defizite im Kader, die man sich in der Landesliga nicht erlauben darf." Er macht deutlich, dass er auch in der kommenden Saison als Trainer zur Verfügung steht: "Das ist eigentlich so vereinbart."

ASV-Stürmer Marcin Müller hockt traurig auf dem Rasen. Foto: Janicki Dietrich

Nach Worten musste Klaus Remus ringen. "Den Abstieg muss ich erst einmal verarbeiten. Wichtig ist es jetzt, schnell an die Arbeit zu gehen, um einen guten Bezirksliga-Kader zusammenzustellen. Fest steht, dass wir personell einen großen Umbruch vor uns haben", erklärte der ASV-Geschäftsführer.

Von Beginn an war beiden Mannschaften anzumerken, dass sie wahnsinnig nervös waren. Zwar hatte der ASV in der ersten Viertelstunde durch Carlos Kalloch zwei gute Chancen, doch letztlich fehlte die spielerische Linie auf beiden Seiten. Ein Fehlpass reihte sich an den anderen. Glück hatten die Gastgeber, als beim ersten ernsthaften Angriff des VSF der Ball an der Latte landete (17.). Obwohl der ASV weiterhin optisch überlegen war, hatte Amern in der 28. Minute eine Riesenmöglichkeit, als Daniel Kawohl aus 18 Metern abzog und nur den Innenpfosten traf. Die Mettmanner antworteten schnell, denn nach einer schönen Ballstafette glänzte Julius Glittenberg mit einer feinen Einzelleistung und setzte Kapitän Marcus Bryks mustergültig ein. Der brachte das Leder mit einem strammen Schrägschuss zum 1:0-Halbzeitstand im Netz unter.

Die Gäste waren direkt nach dem Seitenwechsel hellwach und markierten den Ausgleich, als die ASVAbwehr nach einer Ecke unsortiert durch den Strafraum irrte und der aufgerückte, hochgewachsene Innenverteidiger Dominik Kleinen frei zum Kopfball kam (51.). In der Folge bemühten sich die Mettmanner um den Ausgleich, agierten aber zu überhastet. Dagegen kombinierten die Gäste zumindest phasenweise flott und erzielten durch Daniel Kawohl die 2:1-Führung (62.). Hoffnung kam beim ASV auf, als Soh Narita nach einer Ecke den Ball zum 2:2 (68.) einköpfte. In der Schlussphase versuchten die Platzherren mit allen Mitteln, einen Treffer zu erzielen. Fast mit dem Schlusspfiff fiel nach einem Konter der Gäste durch Nico Wehner der Siegtreffer des ASV Amern.

(klm)