KC Hilden ist als Familienverein sportlich spitze

Kanu : KC Hilden ist als Familienverein sportlich spitze

Traditionell ziehen die Kanuten im Herbst Bilanz. Viele Ehrenamtler sorgen dafür, dass sie immer wieder gut ausfällt.

Im Herbst ist für die Mitglieder des KC Hilden die richtige Zeit, das Sportjahr noch einmal Revue passieren zu lassen und sich zum gemütlichen Beisammensein im Vereinsheim am Elbsee zu versammeln. Diesmal schlug die Vorsitzende Jutta Eichhorn den Bogen etwas größer und sinnierte über das Thema „Vom Ehrenamt zum Spitzensport“. Zwei Komponenten, die das Vereinsleben der Kanuten nachhaltig prägen, denn Eichhorn betont: „Ohne Ehrenamt ist Spitzensport nicht möglich.“

Der KCH zählt zu den kleineren Klubs und setzt getreu dem Motto „klein, aber fein“ Akzente in der Itterstadt. Vor allem die familiäre Note macht den Verein aus, der damit zugleich den Nährboden für Top-Leistungen der Aktiven im Wildwasserkanal schafft. Für Eichhorn besonders wichtig: „Wir haben sehr viele Ehrenamtler im Verein, die schon seit vielen Jahren dabei sind.“ Dazu zählen Ursula Böhnke, Gründungsmitglied des KC Hilden, sowie Rosie Rußwurm, die seit 45 Jahren Schriftführerin im Klub ist. Während Böhnke die Fabriciusmedaille in Bronze bereits am Ehrenamtsabend der Stadt Hilden Ende September überreicht bekam, erhielt Rosie Rußwurm, die seinerzeit in Urlaub war, beim traditionellen Vereinsempfang Mitte Oktober die Ehrung aus den Händen von Birgit Alkenings. Hildens Bürgermeisterin hob aber nicht nur das ehrenamtliche Engagement von Rußwurm hervor, sondern lobte auch den KCH an sich: „Das ist der Sportverein in Hilden, aus dem die meisten Meister und international startenden Sportler kommen. Gleichzeitig ist es ein kleiner Verein, wo alles selbst gemacht wird und es keine großen Sponsoren gibt.“

Weil es in Hilden nun einmal keine Wildwasserstrecke für die Kanuten gibt, müssen sie zum Wettkampftraining mindestens bis an die Erft oder sogar noch weiter fahren. Mit leuchtenden Augen erzählt Alkenings vom Aufwand, den die Sportler, darunter viele Kinder und Jugendliche, betreiben. Dabei können sie auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Eltern bauen – die fahren in der Regel ein Auto mit Anhängerkupplung, haben Dachgepäckträger bei der Hand und wissen Zelte aufzubauen – regelmäßig auch im Matsch. „Es gibt viele Sportarten, wo es netter ist, weil man in einer Halle sitzt“, stellt Alkenings fest. Gerade aber das gemeinsame Campen in der Nähe nationaler und internationaler Wettkampfstrecken schweißt offenbar zusammen. Zweifellos: Der Kanu-Sport ist eine generationsübergreifende Sportart.

Auch im Trainerstab ist der KCH gut aufgestellt, findet oft aus den Reihen der Aktiven neue Übungsleiter und Helfer – wie der wm-erfahrene Sören Loos, Domenik Bartsch, Svenja Loos, Julia Geheb und Svenja Klein. „Ganz ohne Eltern geht es aber auch hier nicht“, sagt Jutta Eichhorn. Die kochen beim Training oder Wettkampf beispielsweise in Markkleeberg abends schon einmal das Essen für 15 bis 20 Leute oder übernehmen Aufgaben als Wertungsrichter. „Allen voran die Familie Geheb“, hebt die Vorsitzende die Arbeit von Christian Geheb und Co. hervor. Der Sportwart selbst freute sich in diesem Jahr wieder über viele tolle Ergebnisse der Kanuten. Zu den ganz jungen Aktiven zählt B-Schüler Jasper Claus, die Generation der Senioren im Wildwasser führt Britta Sawukaytis an, die in den vergangenen Jahren in schöner Regelmäßigkeit im Team-Wettbewerb bei den German Masters auftrumpfte, sich aber diesmal auf der Strecke in Neuss mit dem Vizetitel begnügen musste. „Ausgerechnet zu Hause hat es nicht mehr funktioniert“, konstatiert sie mit einem Lachen. Denn viel wichtiger ist Sawukaytis, dass sie als Vorsitzende der KG Erft mit Unterstützung der Hildener Kanuten die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaft der Senioren erfolgreich meisterte.