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Aus Den Vereinen: Kautz wird der Hildener AT fehlen

Aus Den Vereinen : Kautz wird der Hildener AT fehlen

Der Triathlet und Organisator vieler Veranstaltungen ist nach Hamburg gezogen. Der Abschied tut beiden Seiten weh.

Noch sind nicht alle Kisten ausgepackt, doch René Kautz ist bereits in seinem neuen Leben angekommen. "So langsam fügt sich alles zusammen und wir fühlen uns wohl hier." Bereits vor einem Jahr hatte der Hildener eine Stelle in Hamburg angenommen und war zunächst gependelt. "Erst einmal wollte ich schauen, ob alles passt." Inzwischen ist die Probezeit abgelaufen und er ist von der Itter an die Alster gezogen.

Der endgültige Abschied aus Hilden fiel dem ambitionierten Triathleten schwer. Besonders die Freunde und Teamkollegen der Hildener AT fehlen ihm im hohen Norden. "Wir haben gemeinsam eine schöne Zeit erlebt. Durch den Verein sind viele Freundschaften entstanden. Das kann ich nicht so einfach hinter mir lassen." Nachdem René Kautz 2008 seinen Aufnahmeantrag unterschrieben hatte, wagte er den Sprung ins kalte Wasser und wurde vom Läufer zum Triathleten. "Das Schwimmen hat mir bis dahin immer gefehlt."

Doch es blieb nicht beim schweißtreibenden Training, der Hildener engagierte sich auch im Verein. Er kümmerte sich um die Pressearbeit und brachte sich in die Organisation des Schülertriathlons ein. "Das hat sich ein wenig verselbstständigt und ich habe das immer gerne gemacht", betont Kautz rückblickend. Besonders stolz ist er auf den Erfolg der jährlichen Nachwuchsveranstaltung. "Im Jahr 2009 gingen gerade mal 30 Schüler an den Start, heute sind es mehr als 200. Es ist schön, dass es uns gelungen ist, diese Veranstaltung zu etablieren. Wir bekommen viel Lob und die Sportler kommen gerne."

Obwohl die Unterstützung der Sponsoren sowie Poster, Plakate und die eigene Internetseite den Schülertriathlon bekannt gemacht haben, würde sich Kautz noch mehr Resonanz wünschen. Gerade die Schulen hätte er gerne noch mehr eingebunden, doch die Kooperation gestaltete sich schwierig. "Die Lehrer müssen das unterstützen und bereit sein, die Schüler außerhalb der Unterrichtszeit am Wochenende zu begleiten. Das ist nicht so einfach." Denn das Ziel des Wettkampfes sei, mit kleinen Distanzen auch untrainierten Kindern ein Erfolgserlebnis zu schenken. "Triathlon klingt für viele nach Extremsport. Wir möchten den Kindern die Hemmungen nehmen und ihnen das tolle Gefühl nahe bringen, unter dem Applaus der Zuschauer durchs Ziel zu laufen und ihre Medaille umgehängt zu bekommen."

René Kautz kennt diesen Glücksmoment selbst sehr gut. Er hat die Erfahrung nach seiner ersten Langdistanz beim Ironman in Roth 2010 gemacht. "Die Stimmung an der Strecke, die Qualen unterwegs und die Erlösung am Ende waren unglaublich intensiv." Genauso genossen hat er die Herausforderungen mit der Mannschaft in der Oberliga. "Da stand immer das Gemeinschaftserlebnis im Mittelpunkt, das in einer Individualsportart nicht selbstverständlich ist." Angefeuert von den Schlachtenbummlern aus dem eigenen Verein motivierten sich die Teammitglieder gegenseitig zu Höchstleistungen.

Die Mannschaft zu verlassen, war für René Kautz der schwierigste Moment des Abschiednehmens. "Wir haben so viel gemeinsam durchgestanden, das schweißt zusammen." Seine Kollegen haben ihn auch nur ungern ziehen lassen. "Es ist sehr schade, dass er nach Hamburg gegangen ist. Er war sportlich gut und ist menschlich nicht zu ersetzen", betont Volker Siepe, der in René Kautz auch über den Sport hinaus einen Freund gefunden hat. "Er ist immer hilfsbereit. Ihn kann ich mitten in der Nacht anrufen und dann steht er parat." Sein Organisationstalent, nicht nur beim Schülertriathlon, werde dem Verein fehlen. "Er hat vieles mitgetragen." Volker Siepe hofft, dass er René Kautz bei dem einen oder anderen Wettkampf unter den Zuschauern wiedersieht.

Sportlich möchte Kautz zunächst etwas kürzertreten, auch wenn er in Hamburg schon einen neuen Verein gefunden hat. "Ein Schulfreund von mir lebt hier und das hat mir den Einstieg leicht gemacht." Die Mannschaft startet in der Landesliga. Ob er sich darüber hinaus engagieren wird, lässt der Hildener in Hamburg zunächst offen.

(RP)