Fußball : Kampf um den Titel

Zur 19. Fußball-Stadtmeisterschaft der Grundschüler verwandelte sich die Bandsbusch-Halle in einen Hexenkessel - nicht nur aufgrund der sommerlichen Außentemperatur, sondern vor allem wegen der tollen Stimmung auf der voll besetzten Tribüne.

Dass am Ende eines hart umkämpften Turniers der Grundschulverbund Kalstert als neuer Stadtmeister hervorging, war nach einem berauschenden Fußballfest fast schon nebensächlich. Das Team und seine Entourage aus begeistert jubelnden Eltern, Geschwistern, Mitschülern und Lehrern freuten sich dennoch. Denn für die rund 100 fußballbegeisterten Jungs der Hildener Grundschulen, die diesmal an dem Turnier teilnahmen, ging es in erster Linie sicherlich um den Spaß am Sport aber auch um den Gewinn des Pokals und der damit verbundenen Krönung zum diesjährigen Stadtmeister. Abzulesen war das an den hart umkämpften Partien der Mannschaften, die sich auf dem Feld keinen Zentimeter schenkten. Es wurde konzentriert abgewehrt und mit allen Mitteln und Tricks versucht, den Ball ins Netz zu bekommen. Doch für alle anderen, Eltern, Lehrer und nicht zuletzt die Ausrichter, war es ein buntes Sportfest, an dem sich die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft durchaus ein Beispiel nehmen darf.

Die Geräuschkulisse in der Halle hatte Stadioncharakter: Aufgeteilt in mehrere Blöcke jubelten und klatschten die mitgereisten Fans. Mit bunten Plakaten, Trommeln, Pfeifen, Ratschen und Vuvuzelas feuerten sie ihre jeweiligen Teams an. Jeder gelungene Pass, jede Steilvorlage und vor allem jeder Torschuss wurden bejubelt und gefeiert, wie bei einem großen Finale. Für die Jungs auf dem Platz waren so viele Fans Segen und Fluch zugleich. "Das ist schon ein krasses Gefühl", sagte der zehnjährige Lennard mit Blick auf die Tribünen. "Das motiviert auf jeden Fall", äußerte Luca (9), "aber kann auch ein wenige einschüchtern, dass so viele zuschauen, wenn der Ball mal daneben geht." Das Team der Astrid-Lindgren-Schule stand in diesem Jahr besonders unter Beobachtung. Als Vorjahressieger wollten sie natürlich ihren Titel verteidigen. Doch die Gegner der anderen sechs Grundschulen (Wilhelm-Hüls, Schulverbund Schulstraße, Kalstert und Beethovenstraße, sowie die Wilhelm-Busch- und die Freie Christliche Schule) hatten sich gut vorbereitet. Einfach gestaltete sich die Titelverteidigung daher nicht, bemerkte auch der Trainer Vlassi Paraskeropoulos. "Wir haben gute Chancen, aber wir treffen nicht. Und die Gegner sind in diesem Jahr sehr stark." Gegen die Wilhelm-Busch-Schule hatten sie sich mit einem 0:0 zufriedengeben müssen. "Wenn wir den Titel gewinnen wollen, müssen wir alle anderen Spiele gewinnen", stellte der Trainer klar.

Weit über die Turnierhalbzeit hinaus hatte sich kein klarer Favorit herauskristallisiert. "Wir finden das Niveau in diesem Jahr relativ hoch", lobte Claudia Ledzbor, Leiterin des Sportbüros und Ausrichter der Stadtmeisterschaft. "Man merkt, dass die Teams sehr gut trainiert, und die Trainer engagiert an die Sache herangegangen sind."

Auf gute Verteidigung, einen schnellen Angriff und tolle Ballkünstler im Sturm hatte das Team der Wilhelm-Hüls-Schule gesetzt. Im vergangenen Jahr noch die Silbermedaille geholt, wollten sie dieses Jahr den Pokal und glänzten in der Partie gegen die Freie Christliche Schule mit Traumtoren von Lennox (9) und Fabian (10). "Fußball ist mein Hobby und das Turnier macht sehr viel Spaß", sagte Lennox nach der Partie. Trainer Slawo Schulte betreute seine Truppe das zweite Jahr in Folge und hatte im Vorfeld eine Auswahl getroffen. Die Grundfertigkeiten musste er seinen Spielern nicht mehr beibringen, dafür aber eine wichtige Lehre mit auf dem Weg geben: "Jeder will vorne spielen, aber hinten gut zu stehen, ist genauso wichtig." Am Ende schafften sie es auf Platz zwei. Mission Stadtmeistertitel geht für sie 2019 weiter.

(sebu)
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