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Fußball: Im Mettmanner Fußball geht es mal wieder rund

Fußball : Im Mettmanner Fußball geht es mal wieder rund

Der SCB Neandertal führt Kooperationsgespräche mit ME-Sport, der ASV Mettmann will keine Ablöse für wechselwillige Spieler zahlen.

Die Führungsetage und der Großteil der Mitglieder des SCB Neandertal waren sich jahrelang einig - wir werden unseren Trainings- und Spielbetrieb weiterhin auf der Anlage an der Gruitener Straße durchführen. Jetzt hat der Vorstand seine Meinung geändert. "Wir führen seit einigen Wochen Gespräche mit der Sportverwaltung und dem Verein ME-Sport. Diese sind erfolgreich abgeschlossen worden, so dass ab sofort die Senioren und Junioren-Teams auf dem Kunstrasenplatz am Heinrich-Heine-Gymnasium trainieren und spielen", erklärt SCB-Vorsitzender Rolf Saleik. "Wir halten diesen Schritt für zukunftsweisend, denn es wird immer schwerer, Spieler für einen Verein zu interessierten, der auf einem Ascheplatz spielt."

Am Sonntag steigt bereits die Bezirksliga-Begegnung zwischen dem SCB Neandertal und dem TVD Velbert auf der Anlage am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG). "Wir freuen uns riesig, in Zukunft regelmäßig auf dem Kunstrasenplatz am HHG spielen zu können", sagt SCBTrainer Ibo Cöl. Sowohl Cöl als auch Saleik betonen, dass die Gespräche mit MESport in einer angenehmen Atmosphäre stattfanden. Das Wichtigste: Im Einvernehmen mit der Stadt Mettmann wurden die Trainings- und Spielbetriebzeiten so geregelt, dass beide Vereine nicht zu kurz kommen.

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Saleik will die Gerüchte um eine Fusion der beiden Klubs nicht dementieren, betont aber, dass dies kein aktuelles Thema ist. "Ich kann mir mittelfristig schon eine Fusion vorstellen. Dafür müssen aber sowohl die Mitglieder als auch die Vorstände beider Vereine gefragt werden. Es sind Mitgliederversammlungen durchzuführen, deren Ausgang ich derzeit nicht einzuschätzen weiß. Jetzt sollte erst einmal abgewartet werden, wie die Zusammenarbeit beider Vereine am HHG klappt", erläutert der SCB-Vorsitzende. Ibo Cöl hat da vor allem die gemeinsame Nutzung des Klubheimes am HHG als Prüfstein im Blick. "Es sieht derzeit so aus, dass dort der SCB die Bewirtschaftung übernehmen wird."

Das sieht Martin Auerbach, 1. Vorsitzender von ME-Sport, etwas anders. "Ich möchte zunächst die guten Gespräche mit dem SCB bestätigen. Zugleich weise ich aber darauf hin, dass von einer bevorstehenden Fusion nicht die Rede sein kann." Der geschäftsführende und der erweiterte Vorstand von MESport habe in einer Sitzung in der vergangenen Woche beschlossen, dass die Abteilung von MESport die Fußballer des SCB Neandertal aufnehmen werde, so Auerbach. "Dies bedeutet für unseren Verein, dass keine Fusion mit einem anderen Mettmanner Verein stattfindet, sondern die Fußballabteilung von MESport um die bisherigen Mitglieder des SCB erweitert wird. Dies kann aber erst nach Ende der laufenden Saison erfolgen. Ab der Spielzeit 2015/2016 könnte dann der Spielbetrieb der Fußballabteilung von ME-Sport mit den neu aufgenommenen Mitgliedern der Senioren- und Jugendmannschaften des SCB Neandertal erfolgen." Der ME-Sport-Vorsitzende Auerbauch geht aufgrund der bisher guten Gespräche mit dem SCB davon aus, dass der Vorstand und die Mitglieder des SCB Neandertal sich für das Aufnahmeverfahren entscheiden.

Martin Auerbach, der bereits bei der letzten Mitgliederversammlung im Frühjahr dieses Jahres seinen bevorstehenden Rücktritt bekanntgegeben hatte, bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass es zwischen ihm und der ME-Sport-Geschäftsführerin Sandra Pietschmann vor einiger Zeit zu einer beträchtlichen Disharmonie gekommen sei. Dies habe zu einigen Vorfällen geführt, auf die er nicht näher eingehen möchte. Mittlerweile hätten sich die Wogen aber wieder geglättet. "Ich bin als Vorsitzender schwerpunktmäßig für die Repräsentanz des Vereins nach innen und außen zuständig, während die hauptamtliche Geschäftsführerin das Operative verantwortet. Es kann nicht sein, dass der 1. Vorsitzende von wichtigen Informationen ausgeschlossen wird", nennt er einen wichtigen Grund für das damalige Zerwürfnis.

Während das Verhältnis zwischen dem SCB Neandertal und Mettmann-Sport sehr gut ist, gibt es ein größeres Problem mit dem Bezirksliga-Konkurrenten ASV Mettmann. So wollten 15 D- und C-Jugendliche vom SCB zum ASV wechseln. Hinzu kamen zwei Spieler des Kreisliga CTeams der Taler, die zur Kreisliga A-Mannschaft des ASV wechseln wollten. "Für die jungen Spieler wollte der SCB zunächst 7000 Euro Ablöse haben. Die beiden Akteure der Senioren sollten insgesamt 2750 Euro Ablöse kosten", berichtet ASV-Teammanager Maik Frey. "Nach Verhandlungen gingen die Taler später bei der Forderung für die Jugendlichen auf 4350 Euro zurück." Frey machte deutlich, dass der ASV nicht bereit ist, diese geminderte Summe zu zahlen. "Das wird auf dem Rücken der jungen Fußballer ausgetragen, die jetzt keine Spielberichtigung erhalten", ereifert sich Frey. Der ASV-Teammanager ergänzt, dass es auch anders gehen kann. Fast ein komplettes Jugendteam vom 1. FC Wülfrath habe zum ASV kommen wollen.

Achim Houska, Geschäftsführer des SCB Neandertal, weist daraufhin, dass sein Verein nur die ihm laut DFB-Richtlinien zustehenden Entschädigungssummen gefordert habe. "Der ASV wollte nur 20 Prozent der Summe zahlen. Da haben wir von weiteren Verhandlungen Abstand genommen", betont er.

(klm)