1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann
  4. Lokalsport

HSG Adler Haan: Erst bärenstark, dann von der Rolle

Handball : HSG Adler Haan: Erst bärenstark, dann von der Rolle

Die Haaner Handballerinnen zeigen Gastgeber St. Tönis in der ersten Halbzeit noch klar die Grenzen auf. Nach dem Seitenwechsel schrumpft der deutliche Vorsprung jedoch kontinuierlich, ehe am Ende alle Dämme brechen.

Tschft. St. Tönis – HSG Adler Haan (Frauen) 36:26 (12:17). Konsterniert schaute Andre Wernicke auf die Anzeigetafel in der Sporthalle Corneliusfeld in St. Tönis. 30 Minuten lang war der Trainer der HSG Adler von der Vorstellung seiner Mannschaft begeistert. „Wir haben wirklich eine überragende erste Halbzeit gespielt und St. Tönis vor eine echte Aufgabe gestellt“, berichtete Wernicke. „Die Abwehr hat sehr gut funktioniert, hat viele Chancen vereitelt. Wir haben gegnerische Würfe provoziert und Silja Kasper hat sie dann pariert“, analysierte er weiter. Der Lohn für den souveränen Auftritt war eine 14:7-Führung (21.). Zur Pause lagen die Haanerinnen immer noch deutlich mit 17:12 vorne.

„Wir hatten wenig Veranlassung, groß umzustellen“, ging Wernicke den zweiten Durchgang entspannt an. Knackpunkt war dann jedoch die enge Deckung gegen Corinna Blau – für das Haaner Team normalerweise die Gelegenheit, mit dem neu gewonnenen Freiraum die eigenen Stärken auszuspielen. Diesmal lief jedoch alles ganz anders. „Wir sind überhaupt nicht zum Zug gekommen, hatten viele Fehlpässe und technischen Fehler. Unser Angriff hat überhaupt nicht mehr stattgefunden“, stellte Wernicke fest.

  • Das neu formierte Adler-Team blickt dem
    Handball : HSG Adler Haan geht gut vorbereitet in die Saison
  • Einfach nicht zu stoppen: Marcel Billen
    Handball : Kantersieg bringt Unitas Haan auf den Gipfel
  • Doreen Topel von der Turnerschaft überspringt
    Turnerschaft St. Tönis und Adler Königshof : Kantersiege der Handballerinnen beim Saisonstart

Innerhalb von drei Minuten verkürzten die Gastgeberinnen den 14:20-Rückstand (35.) auf 17:20 (38.). Der Adler-Trainer nahm eine Auszeit, um sein Team taktisch wieder in die Spur zu bringen. Das Unterfangen misslang, vielmehr kam die Turnerschaft gleich danach sogar bis auf 18:20 heran. „Wir haben Würfe in Situationen genommen, die nicht gut waren. Mit unseren sehr guten Spielerinnen haben wir die Räume nicht genutzt. St. Tönis ist in der zweiten Halbzeit gefühlt nur noch Tempogegenstöße gelaufen“, erläuterte Wernicke den Niedergang.

Die Gastgeberinnen glichen schließlich zum 23:23 (46.) aus und waren danach nicht mehr zu stoppen. Innerhalb von sechs Minuten zogen sie auf 30:23 (52.) davon und feierten am Ende gänzlich unerwartet noch einen Kantersieg. „Wir haben mit unseren leichten Fehlern St. Tönis erst stark gemacht“, legte Wernicke den Finger in die Wunde. Zugleich wollte er seiner Mannschaft keine heftigen Vorwürfe machen. „Natürlich sind wir enttäuscht, wie die zweite Halbzeit gelaufen ist. Konditionelle Probleme waren aber nicht der Grund. Wir haben nicht mehr als Team zusammengespielt – das ist der Punkt, den wir uns vorwerfen müssen“, führte er aus und hob positiv hervor: „Trotz der Misere haben wir uns noch sehr viele Chancen erspielt, sie aber nicht genutzt, da die gegnerische Torfrau gut gehalten hat. Irgendwie war das ein Gesamprodukt.“

Nach der glatten Abfuhr kommt es den Haanerinnen wohl gerade recht, dass das erste Heimspiel geen den MTV Köln auf den 14. November verschoben wurde. Grund ist, dass am kommenden Sonntag die Halle an der Adlerstraße wegen der Bundestagswahl für den Sport nicht zur Verfügung steht. Erst am 3. Oktober geht es für das Wernicke-Team vor eigenem Publikum mit der Partie gegen den TV Aldekerk II weiter. Zeit genug also, um sich wieder auf die eigenen Stärken zu besinnen.