Hockey : Hockey in der Erfolgsspur

Interview mit Abteilungsleiter Wolfgang Weiß. Der THC Mettmann hat inzwischen ein Frauen- und Männer-Team sowie zehn Jugend-Mannschaften.

Wolfgang Weiß hat zwar nie selbst Hockey gespielt, hat sich inzwischen aber als Abteilungsleiter beim THC Mettmann unentbehrlich gemacht. RP-Redakteur Rainer Thron sprach mit dem engagierten und erfolgreichen Hockey-Chef.

Wie kamen Sie zum Hockey?

Weiß Über unsere Tochter Eva, die wir als Siebenjährige 1996 beim THC anmeldeten. Dass es der Hockeysport wurde, hing mit ihrer Freundin zusammen. Meiner Frau und mir ging es primär um einen Mannschaftssport.

Wie wurden Sie eigentlich Hockey-Abteilungsleiter ?

Weiß Ende der 90-er Jahre kehrten nach einem Erdbeben artigen Konflikt im Vorstand über 50 engagierte Hockey-Fachleute dem THC den Rücken. Die Abteilung — vor allem der Nachwuchsbereich — drohte zu verkümmern. Über ein erstes Engagement als Jugendwart sah ich ab 1999 die Notwendigkeit, einen Beitrag für den Wiederaufbau des Mettmanner Hockeysports leisten zu können. Im Zuge von personellen Um- und Neubesetzungen im THC-Vorstand wurde mir dann 2002 die Abteilungsleitung übertragen. Es sollte eigentlich ein befristetes Engagement werden.

War es für Sie, der Sie nicht aus dem Hockey-Lager kommen, sehr schwierig, sich in dieses Metier einzufinden?

Weiß Nein ! Obwohl ich selbst nie Hockey gespielt habe — als Jugendlicher war ich im Fecht- und Fußballsport aktiv — fand ich mich aufgrund meiner im Beruf erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten schnell in die Vereinsstrukturen ein. Es gelang mir, die Nachwuchsarbeit inhaltlich und organisatorisch neu aufzubauen. Hilfe erhielt ich zunächst nur durch THC-Urgesteine wie Uli Bergmann, Heinz Wiederhut und Wolfgang Hardt.

Wie sieht die Hockey-Arbeit heute aus und wer unterstützt Sie?

Weiß Mittlerweile fruchtet das aufgelegte Konzept der Gewinnung von motivierten Akteuren für eine breite und kontinuierliche Mitarbeit. Dabei ist zunächst die 2004 ins Leben gerufene Hockey-Eltern-Mannschaft mit ihrem breiten Umfeld zu nennen, die sich mit viel Elan der Nachwuchsförderung angenommen hat. Zudem ist ein Kreis von Betreuern entstanden, der abgestimmt und eigenverantwortlich seine Jugendmannschaften führt sowie Schnupperkurse in den Schulen initiiert und an Wochenenden Werbeaktionen organisiert, um neuen Hockey-Nachwuchs zu gewinnen.

Können Sie auf qualifizierte Trainer-/innen zurückgreifen?

Weiß Yes, I can ! Zur Förderung unseres Nachwuchses bin ich grundsätzlich auf die älteren Jahrgänge der Jugendlichen als Trainer angewiesen. Sie machen ihre Sache hervorragend. Mit Monika Hein und Patrick Kemper habe ich zudem kompetente mit Trainerschein ausgestattete Übungsleiter, die auch die jungen Nachwuchstrainer fördern und weiterbilden. Die gesamte Crew garantiert auf einem hohen Niveau den manchmal sehr aufwendigen und stressigen Trainings- und Spielbetrieb.

Wie viele Mannschaften hat der THC und wie viele Kinder spielen Hockey?

Weiß Die Abteilung ist heute — gemessen an 2000 — sehr gut aufgestellt. Wir haben ein Frauen- und Männer-Team sowie zehn Jugend-Mannschaften — in der Hallensaison sind es sogar 12 bis 13 — von der Jugend A bis zu den Minis. Es spielen etwa 80 Erwachsene sowie über 200 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren Hockey. Mit dieser Größenordnung hatte vor knapp zehn Jahren niemand rechnen können. Die Hockey-Abteilung ist in der Erfolgsspur, ich bin natürlich sehr zufrieden mit dieser positiven Entwicklung.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Weiß Konkret habe ich drei große Wünsche: Das vorbildliche Engagement der Hockey-Eltern darf nicht nachlassen. Zur Betreuung unserer Jugendlichen sollten sich noch weitere motivierte Übungsleiter engagieren. Angesichts unseres doch knappen Budgets könnte der Hockey-Förderverein weitere finanzielle Unterstützung gebrauchen. Und schließlich warte ich sehnlichst auf die Realisierung der neuen Sportanlage am Heinrich-Heine-Gymnasium in Metzkausen mit einem modernen, dem heutigen Standard entsprechenden Hockeyplatz. Wir spielen noch auf einem der ältesten Kunstrasenplätze in Deutschland. Sollte auch eine Halle zur neuen Sportanlage zählen, wäre das die beste Voraussetzung für den Ausbau des Mettmanner Hockey-Sports.

(RP)
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