Hildener AT freut sich über steigende Teilnehmerzahl

Leichtathletik : Halbmarathon rundet die Winterlaufserie ab

Die achte Hildener Winterlaufserie geht nach drei klimatisch sehr unterschiedlichen Wettkampftagen bei schönstem Sonnenschein zu Ende. Höhepunkt des Finales ist der erste Halbmarathon der großen Serie, bei dem knapp 300 Männer und Frauen mitlaufen.

Die Konzentration ist unter den letzten Teilnehmern der Serie, kurz vor Mittag, auf seinem Zenit: Während noch die Nachzügler der kleinen Serie nach zehn Kilometern ins Ziel laufen und die Siegerehrung der Kinder in unmittelbarer Nähe zu den Tennisplätzen des TC Stadtwald erfolgt, wärmen sich die Läufer der großen Serie zwischen den parkenden und im Minutentakt anfahrenden Autos auf dem Waldbadparkplatz pflichtbewusst auf. Sie traben einige Meter und stützen sich dann am nächsten Baum ab, um sich zu dehnen. Überall schwirren bunt bekleidete Menschen mit Startnummern auf der Brust umher, stillschweigend, den Blick stets auf ihre Armbanduhr gerichtet.

Auch Sven Moryson (47) und Peter Handwerk (35) haben sich mit einem kurzen Trab am Wegesrand aufgewärmt und stehen laufbereit im sich langsam füllenden Startfeld. Aufgeregt sind die beiden Triathleten der Hildener AT nicht. Dafür machen sie das schon zu lange. Seit fünf Jahren trainieren sie regelmäßig, mehrmals die Woche und nehmen an verschiedenen Wettkämpfen in und außerhalb der Region teil. „Aber eine gewisse Anspannung spürt man schon vor jedem Wettkampf, auch wenn wir die Winterlaufserie hier nur zur Vorbereitung nutzen“, sagt Handwerk, der alle drei Termine wahrgenommen hat. Im April startet er beim Metro Marathon Lauf in Düsseldorf, während Moryson für seine wiederholte Teilnahme beim Ironman trainiert. „Ich habe nicht alle Läufe mitgemacht, weil ich zwischendurch krank war“, berichtet der 47-Jährige. Doch für den Halbmarathon fühlt er sich fit. „Das Wetter ist super und die Distanz sollten wir in einer guten Zeit zurücklegen können“, äußert Handwerk, der frohen Mutes auf die vor ihm liegende Strecke schaut. Eine neue Bestzeit unter einer Stunde und 40 Minuten wäre optimal für die Sportler. „Aber mal schauen, wie es für uns auf der Strecke läuft.“ Eigentlich ein Heimspiel für die beiden Triathleten der HAT, doch das Starterfeld ist dicht besiedelt und die Strecke im Stadtwald nicht abgesperrt. An der ein oder anderen Stelle wird es schon mal enger und Spaziergänger mit ihren Hunden auszuweichen gehört bei diesem Lauf zu den Herausforderungen dazu.

„Nur noch zwei Minuten bis zum Start“, schallt es aus den Lautsprechern. „Ja, zwei Minuten, jetzt bloß keine Hektik“, entfährt es einem Läufer, der sich amüsiert dem Starterfeld nähert, während andere bereits drinstehen, auf der Stelle hinter den roten Trittmatten auf und ab springen, um sich warm zu halten. Andere nutzen die Zeit vor dem Start, um mit dem Nebenmann das großartige Wetter zu loben. „So macht das Laufen doch gleich doppelt so viel Spaß.“ Der Nachbar nickt und lächelt zufrieden. „Nach dem Regenguss vor zwei Wochen, haben wir uns das aber auch verdient“, erwidert dieser.

Und dann geht es auf einmal ganz schnell: Henning von der Ahe zählt von zehn rückwärts runter. Die wenigen Zaungäste drumherum zählen mit und die Läufer halten ihre Armbanduhr fest. Kaum drückt von der Ahe die Startschusspistole, starten die Sportler ihre Uhren und laufen unter dem Dauerpiepen der Startlinie los. Vor ihnen knackige 21 Kilometer über Stock und Stein bei schönstem Sonnenschein. „Viel Erfolg“, ruft einer der Zuschauer noch ins Läuferfeld und nach wenigen Minuten ist auch der letzte im Wald verschwunden.

Die, die zurückbleiben, sind Zuschauer und Läufer der kleinen Serie, die sich die Zeit bis zur Siegerehrung bei einer kleinen Stärkung am Grillstand verkürzen. Bis zum Einlauf des ersten Halbmarathonläufers hat Vereinsvorsitzender Sven Reuter genügend Zeit, die Sieger zu verkünden, ihnen Medaillen umzuhängen und den Gesamtsiegern einen Pokal auszuhändigen. Dann leert sich das Gelände des Waldbads, bis auf die zahlreichen Helfer und noch wenigen Zaungäste.

Eine gute Stunde nach dem Start ist zumindest die Hälfte der Halbmarathonstrecke geschafft.

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