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Hilden: In den Ferien erobern Kinder den Elbsee

Kanusport : In den Ferien erobern Kinder den Elbsee

Der KC Hilden bietet als einer der wenigen Vereine und trotz erhöhter Sicherheitsmaß­nahmen wegen der Corona-Pandemie ein sechswöchiges Ferienprogramm für Kinder an. Die jeweils fünftägigen Kanu-Kurse des Klubs sind gut ausgelastet.

Mal nieselt es vom Himmel herab, mal strahlt die Sonne. Die Wolken über dem Elbsee verziehen sich sporadisch und kommen dann doch wieder. Eine frische Brise zieht über das Gewässer. Was über ihren Köpfen passiert, scheint die jungen Teilnehmer des Ferienprogramms im KC Hilden nur wenig bis gar nicht zu interessieren. Sie sind vielmehr damit beschäftigt, ihre schnittigen Kanus über das Wasser zu lenken, im Slalom durch die Tore zu fahren und sich todesmutig mit dem Wassergefährt über die Rollenrutsche in den See fallen zu lassen.

„Das macht richtig viel Spaß“, sagt Adrian. Der Zwölfjährige aus Erkrath wurde über eine Nachbarin auf den Ferienkurs beim KC in Hilden aufmerksam. Seine Mutter meldete ihn daraufhin an. Im Kanu habe er zuvor noch nie gesessen. „Ich hatte deswegen ein bisschen Respekt davor“, sagt er. Doch am vierten Tag des fünftägigen Feriencamps bewegt sich Adrian schon wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser. Die Rollrutsche hat es dem Zwölfjährigen besonders angetan: Immer wieder schleppt er sein Kanu vom Ufer auf die Rollrutsche, setzt sich ins Paddelboot und lässt sich aus luftiger Höhe ins Wasser fallen. Kurzzeitig taucht die vordere Spitze des Gefährts wie ein Stift ins Wasser. Adrian verlagert professionell sein Gewicht, damit er nicht mit dem Gesicht im kühlen Nass landet. Das Kanu kippt nach hinten und Adrian schwimmt, trockenen Hauptes, im Kanu auf der Wasseroberfläche. Alles gut gegangen.

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Auch die neunjährige Nelly nimmt zum ersten Mal am Kanu-Ferienkurs teil. Kanu, erzählt die junge Hildenerin, sei sie schon mit ihrem Papa gefahren, „aber weil wir schon mal ein paar Mal gekentert sind, hatte ich am Anfang schon ein bisschen Angst“, gesteht sie verlegen. Doch nach der Anweisung und den ersten Übungen an Land und später im Wasser, verflog die Unsicherheit. „Ich sitze sehr gerne im Kanu“, berichtet die Neunjährige. „Ich finde das toll, wie das Boot auf dem Wasser schaukelt und mir macht es Spaß, alleine auf dem Wasser zu fahren.“ Ganz fremd ist ihr das Element nicht, denn Nelly kommt aus dem Schwimmsport. Aber neben Leichtathletik und Flöte könnte sie sich Kanu als neues Hobby durchaus vorstellen, erzählt sie heiter. „Aber Mama hat gesagt, dass ich dafür mindestens mein Silberabzeichen schaffen muss.“ Viel fehlt ihr dazu nicht. Das Bronzeabzeichen hat die Neunjährige schon.

Svenja Loos freut sich immer, wenn sie Nachwuchs für ihren Sport begeistern kann. Die 20-Jährige paddelt schon, seitdem sie denken kann, und bringt gemeinsam mit ihren Vereinskollegen Daniel Helphertz und Henry Klein als Trainerin den Kindern im KCH das Kanufahren bei. Die Wissensvermittlung, berichtet Loos, bereite ihr viel Freude: „Im Ferienkurs versuchen wir in kurzer Zeit die wichtigsten Basics zu vermitteln, ihnen den Bogen- und Kanadierschlag beizubringen, damit sie sich im Wasser fortbewegen können.“ Ziel nach einer Woche ist es dann, dass die Kinder auf dem Elbsee mindestens einmal um die Insel fahren können. „Ob wir das in dieser Gruppe schaffen, weiß ich noch nicht, weil wir außergewöhnlich viele junge Teilnehmer dabei haben.“

Zwischen 6 und 13 Jahre alt sind die Kinder der Ferienkurse. Bei Nelly und Adrian in der Gruppe sind viele jüngere dabei, die zwar Talent für die Sportart aufweisen, aber wohl noch nicht genügend Kraft und Ausdauer mitbringen, um die Fahrt um die Insel zu schaffen. Traurig scheint darüber aber keiner zu sein. Der Spaß mit den übrigen Übungen ist groß genug und so bleibt schließlich auch noch eine Herausforderung offen und ein Grund, ein weiteres Mal den Ferienkurs im KCH zu buchen.