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Hildanuslauf: Neues Konzept überzeugt die Sportler

Leichtathletik : Jetzt steht vor allem der Nachwuchs im Fokus

Für die Kita-Kinder ist schon die Teilnahme am Hildanuslauf ein Sieg. Der neue Staffellauf bereichert die Traditionsveranstaltung.

Mit einer großartigen Resonanz ging der 24. Hildanuslauf in und um die Bezirkssportanlage Am Bandsbusch über die Bühne. Dabei brach der Traditionslauf der TuS 96 Hilden – trotz oder gerade wegen des veränderten Konzepts zum Familiensportfest – seine bisherigen Rekorde: Knapp 200 Kita-Kinder und rund 430 Schüler traten an, zeigten sportlichen Ehrgeiz und ein klares Bekenntnis zu ihrem Hildanuslauf.

Mit schönstem spätsommerlichem Sonnenschein wurden Organisatoren, Teilnehmer und Besucher des diesjährigen Hildanuslaufs am Sonntagvormittag beschenkt. Auf dem Platz herrschte heiterer Trubel, ausgelöst durch die zahlreich anwesenden Familien mit kleinen Kindern, allesamt mit Startnummern auf der Brust. Während die einen ihre Runden auf der Tartanbahn im Stadion liefen, erhielten andere bereits ihre Siegerurkunde überreicht. Stimmung wie bei einer Leichtathletik-WM – überall gab es etwas zu gucken.

Leistung rückte bei der diesjährigen Auflage des Sportevents bewusst in den Hintergrund, auch wenn es einige ehrgeizige Eltern und ihre Sprösslinge anders sahen: Um die Bahn herum, hinter den Zaungästen, sprintete ein hoch motivierter Vater nebenher, rief seinem Sohn Tipps zu: „Auf die Atmung achten, nicht schlappmachen, du bist gleich da.“ Ein Blondschopf mit schmerzverzerrtem Gesicht biss sich auf die Lippen und sprintete – mit sichtbar schweren Beinen – die letzten Meter bis zum Ziel. Dort wurden die Kinder, vom Ersten bis zum Letzten, mit tosendem Beifall und Jubelrufen empfangen. Die neunjährige Karima von der Grundschule Kalstert, die zum ersten Mal teilnahm, konnte weder der Empfang noch die Worte ihrer Mutter trösten. Von über 90 Kinder ihrer Altersklasse hatte sie sich in ein gutes Mittelfeld hinein gekämpft. Für das ehrgeizige Mädchen offensichtlich nicht genug. Nadine Erragja, einer der Mütter, gefiel das neue Konzept gut: „Ich finde die Aufteilung besser. Die Kinder haben mehr Platz, es herrscht nicht so viel Unruhe und Gewusel.“

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Platz und Aufmerksamkeit verschafften sich die rund 30 Minis des Familienzentrums Kunterbunt: In ihren einheitlichen weißen T-Shirts und gelben Leibchen standen sie eine gute halbe Stunde vor dem Kita-Start in einem Kreis zusammen, blickten konzentriert auf ihre Erzieher Monika Spillner und Roman Sander, die leichte Dehnübungen vor- und die Kinder nachmachten. Bestens vorbereitet marschierten sie, in einer Mischung aus Freude, Aufregung und Neugier, auf die Laufbahn und gesellten sich zu anderen Kita-Teams.

„In diesem Jahr waren es so viele Anmeldungen, dass wir zwei Kita-Läufe starten“, erläuterte Florian Frieges vom Organisationsteam. Als Bürgermeisterin Birgit Alkenings den Startschuss für den ersten Lauf gab, flitzten die Kids los. Mit ihren kurzen Beinchen sprinteten sie so manch einem Betreuer und Elternteil, die sie auf der Bahn begleiteten, davon. Nach wenigen Minuten liefen die ersten ins Ziel, darunter auch viele des Familienzentrums Kunterbunt. „Finn Alexander (5) war vorher ziemlich aufgeregt“, erzählte Mutter Nadja Hecht-Radke. „Sie haben vorher lange dafür trainiert und es ist einfach ein schönes Event, das die Kinder nochmal zusammenschweißt.“

Unter ihrem Schlachtruf „Wir sind die Besten“ verabschiedeten sich die Kinder erschöpft, aber glücklich von ihren Erziehern. Für diese gehört die Teilnahme am Hildanuslauf mit ihren Vorschulkindern zu einer langen Tradition. „Als Bewegungskindergarten nutzen wir jede Gelegenheit, die sich uns bietet“, berichtete Sander. Die Absage des Hildanuslaufs wäre für sie und ihre Kita-Kinder ein herber Verlust gewesen. „Schön, dass es doch noch geklappt hat“, äußerte Spillner.

Auch Frieges blickte zufrieden auf die Veranstaltung. „Die Anmeldezahlen bei den Kindern waren super, die Leute waren entspannt und haben angefeuert und selbst beim Pilotprojekt Staffellauf (Erwachsene) haben sich mehr Teams gemeldet als erwartet.“ Statt zehn Staffel-Mannschaften kamen 18 mit knapp 70 Teilnehmern zusammen. „Ich bin total begeistert, wie gut vor allem die Kitas und Schulen in Hilden mitgezogen haben.“ Ob im nächsten Jahr, zum runden Jubiläum der 25. Auflage, ein weiterer Hildanuslauf erwartet werden kann, ließ Frieges offen: „Wir vom TuS 96 müssen uns zusammensetzen und besprechen. Aber die Rahmenbedingungen sind jetzt gut. Fürs Jubiläum müsste man es eigentlich hinkriegen.“