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Handball: Handball-Reform: Neue vierte Liga kommt

Handball : Handball-Reform: Neue vierte Liga kommt

Die neue Spielklasse soll eingleisig unter der Dritten Liga eingegliedert werden. In der übernächsten Saison müssen sich die Oberligisten qualifizieren. Auch für die Verbandsliga gibt es auswirkungen.

Die Handball-Landesverbände Niederrhein (HVN) und Mittelrhein (HVM) werden ab der Spielzeit 2016/2017 nach der B-Jugend auch bei den Herren ihre höchsten Spielklassen, die Oberligen, zu einer neuen, gemeinsamen 4. Liga zusammenlegen. Einen entsprechenden Ideenaustausch haben die beiden Verbände zunächst mit den Oberliga-Teams vorgenommen. Später informierte der HVN seine restlichen Vereine in einer kurzfristig berufenen Sondersitzung.

Den Anstoß zu einer gemeinsamen Oberliga gab es bereits 2010, als der Deutsche Handball-Bund (DHB) sein Ligasystem reformierte und vier 3. Liga-Gruppen einführte. "Wir sind bundesweit die einzigen beiden Landes-Verbände, die diesem Wunsch des DHB, Ligen zusammenzulegen bisher nicht gefolgt sind", sagten Fabian Blasberg und Stefan Butgereit vom HVN den Vereinsvertretern der Verbands- und Landesligisten. Das heißt, dass ihre jetzigen Vorhaben nach den Wünschen der obersten Gremien schon längt hätten stattfinden sollen. Weil beiden Landesverbänden zusammen nur ein Aufstiegsplatz zur 3. Liga zusteht, müssen sie aktuell nach jeder Saison mit zwei Spielen zwischen ihren Meistern den Aufsteiger ermitteln. So setzte sich in der vergangenen Saison SG Ratingen gegen Longerich durch.

"Diese Relegation fällt jetzt weg, somit haben Vereine mehr Planungssicherheit, weil nur der Meister aufsteigt", sagt HVN-Präsident Ernst Wittgens. Er glaubt, den Vereinen in wirtschaftlichen und personellen Fragen mehr Zeit geben zu können. Mit der neuen Liga soll neben dem Leistungssportgedanken auch die Attraktivität der Klassen gefördert und gestärkt werden. "Uns kommt die Zusammenlegung sehr entgegen, da wir ja genau an der Grenze der beiden Verbände sind. Somit können wir mit Teams aus dem Mittelrhein sogar wieder Nachbarschaftsduelle führen und haben womöglich insgesamt kürzere Fahrten", erklärt Uwe Stolley von der SG Langenfeld. "Grundsätzlich finden wir die Idee gut. Aber wir haben jetzt andere Baustellen vor der Brust", erklärt Unitas-Haan-Chef Martin Blau mit Hinblick auf die aktuelle sportliche Situation. Zumal beide Vereine, die momentan ihren Ansprüchen in der Oberliga (Langenfeld sechster; Haan sogar auf einem Abstiegsplatz) hinterherlaufen, durch die Zusammenlegung für die Zukunft auch Perspektiven für ihre Reserveteams sehen.

Auch wenn über die Gruppeneinteilung der Verbands- und Landesligen noch nichts bekannt ist, wird sie neben den genannten Klubs auch Folgen für die anderen Kreisvertreter TV Ratingen, TuS Lintorf, Mettmann-Sport, TB Wülfrath und TV Angermund (alle Verbandsliga) und HSG Heiligenhaus/Velbert (Landesliga) haben. "Wir müssen so planen, dass wir nächste Saison unter den ersten drei sind, sonst sind wir faktisch abgestiegen", sagt TVR-Trainer Ralf Trimborn über Bedeutung der der nächsten Spielzeit, die auch die Abwertung in die sechste Liga bedeuten kann (siehe Kasten). "Es ist doch schön, auch mal andere Gegner zu bekommen", betont auch Lintorfs Trainer-Manager "Kalle" Töpfer. "Wobei ich nie gehört habe, dass einer sagt: ,Ich spiele in der fünften oder sechsten Liga'. Verbandsliga bleibt Verbandsliga." Doch trotzdem würde auch er sein Team sicherlich in der neuen Oberliga sehen wollen.

(RP)