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Handball-Oberligist Unitas Haan hat den Kader gut gefüllt

Handball : Unitas punktet mit ihrem familiärem Umfeld

Die Haaner Handballer beweisen Charakter. Auch Raphael Korbmacher, Marcel Billen und Torhüter Christopher Seher bleiben dem Oberligisten erhalten.

Der Kader der DJK Unitas Haan für die neue Oberliga-Saison ist inzwischen gut gefüllt. Zu den wichtigen Neuigkeiten zählt, dass sich zuletzt auch Raphael Korbmacher dazu entschied, seinem Heimatverein die Treue zu halten. „Raphael hat von Anfang an gesagt, dass er keinen Schnellschuss machen, sondern abwarten will“, berichtet Moritz Blau, der in der neuen Spielzeit als Co-Trainer an der Seite von Chefcoach Christian Peters fungiert. Das Duo folgt auf das Trainergespann Kai Müller und Michael Wupper – beide entschlossen sich Ende April dazu, ihr Amt bei der Unitas-Ersten aufzugeben. „Es ist nicht unsere Entscheidung, sondern die Situation, die es nicht zulässt“, erläuterte seinerzeit Kai Müller und führte weiter aus: „Seit Monaten reden wir bei der Unitas nicht über Handball, sondern über das Haftmittelthema und die Hallenproblematik. Irgendwann muss einfach jeder für sich auch mal eine Entscheidung treffen.“ Kurz zuvor teilte Wolfgang Goeken Spielern und Trainern mit: „Wir können Oberliga spielen, aber ohne Haftmittel.“ Der Unitas-Vorsitzende nannte die finanziellen Unwägbarkeiten in der Corona-Krise als ausschlaggebenden Grund für die Zurückhaltung in der Planung der neuen Meisterschaftsrunde. Deshalb drohte sogar der freiwillige Rückzug aus der Oberliga.

Elf Wochen später sieht die Welt der Haaner Handballer schon wieder viel freundlicher aus. Die Corona-Pandemie mit all ihren Nebenwirkungen wird den Verein zwar in den nächsten Monaten weiter begleiten, doch der Klub stellt auch in der neuen Spielzeit drei Herren-Teams. Neben der Ersten, die wieder für die Oberliga gemeldet hat, geht die Zweite in der Landesliga an den Start. Und den Bezirksliga-Platz nimmt eine neu formierte dritte Mannschaft ein, die sich zukünftig aus „Alt-Internationalen“ rekrutiert, wie es Moritz Blau salopp formuliert. Spieler wie Christian Mohaupt, Dominik Greve oder Andreas Kirchmann zählen ebenso dazu wie Christian Peters – der Chefcoach der Ersten will sich auch aktiv auf dem Handball-Parkett bewegen. Die Landesliga-Vertretung dagegen besteht vornehmlich aus jungen Spielern, die jetzt der A-Jugend entwachsen sind. Als Trainer stehen hier Uli Weishaupt und Frank Peters in der Verantwortung.

Derweil kann die Oberliga-Mannschaft auf einen Kader mit erfahrenen Akteuren bauen. Denn neben Korbmacher sagten in der Zwischenzeit auch Linksaußen Marcel Billen und Torhüter Christopher Seher zu, weiter für die Haaner zu spielen. „Marcel geht mittlerweile in seine neunte oder zehnte Saison bei uns“ betont Moritz Blau und erläutert: „Er hatte weitaus bessere Angebote, hat sich aber für uns entschieden. Das finde ich toll. Hier weiß er, was er hat, kennt die Leute und hat ein familiäres Umfeld. Ein anderer Verein, eine andere Liga – das bedeutet meist auch einen höheren Aufwand.“

Seher, der Ende des Jahres sein Studium beendet und dann auf Jobsuche geht, wog ebenfalls Für und Wider ab – und entschied sich in der Corona-Krise für den Verbleib. Sein bewährter Torwart-Kollege Tobias Joest wechselte hingegen gemeinsam mit Rückraum-Akteur Lennard Austrup zum Bergischen HC II. Im Unitas-Kasten stehen neben Seher der bereits oberliga-erfahrene Sebastian Goeken, der aus der Zweiten wieder hochkommt, und der ehemalige A-Jugendliche Maximilian Eckhardt zur Verfügung. Als neuer Torwart-Trainer nimmt sie übrigens der Haaner Ex-Regionalliga-Keeper Sascha Grünwald unter seine Fittiche.

Mit Marcel Obermeier kehrt ein weiterer Ex-Oberliga-Spieler der Haaner in die erste Mannschaft zurück. Überraschend steht auch Florian Schlierkamp im Kader für die nächste Oberliga-Runde. Eigentlich wollte der 35-Jährige seine Handball-Karriere beenden, hängt aber nun noch ein Jahr dran. „Er hatte jetzt drei Monate Pause und ist auch noch Mitglied. Zudem ist ihm die Truppe ziemlich ans Herz gewachsen“, berichtet Blau. Angesichts der positiven Entwicklung der vergangenen Wochen schließt der Co-Trainer weiteren personellen Zuwachs nicht aus.

Anfang Juni stiegen die Unitas-Handballer wieder ins Training ein. Allerdings spielte der Ball dabei noch keine große Rolle, vielmehr stand viel Laufarbeit auf dem Arbeitsplan. Notgedrungen, denn wegen der Corona-Schutzmaßnahmen mussten weitere Lockerungen für den Mannschaftssport abgewartet werden. Die Zehn-Kilometer-Runde im Stadtwald kennen die Sportler längst in- und auswendig. Dazu stand individuelles Training im Fitnessstudio Fit in Haan auf dem Übungsplan. Vorgaben seitens der Trainer gab es dafür jedoch nicht. „Jeder weiß selbst am besten, was er braucht. Der eine hat vielleicht Probleme mit der Schulter, der andere mit dem Knie, deshalb macht jeder individuelle Übungen“, führt Moritz Blau aus. Zum Abschluss der ersten Vorbereitungsphase absolvierten die Unitas-Handballer dann noch einen Duathlon mit 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen. Ursprünglich war sogar ein Triathlon mit Schwimmen als dritter Disziplin angedacht, doch das war „angesichts der Rahmenbedingungen leider nicht möglich“, stellt Blau fest.

Momentan genießt das Oberliga-Team eine Trainingspause, ehe es nächste Woche in die intensive sechswöchige Vorbereitung geht. Wenn alles nach Plan läuft und Corona nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht, beginnt die Saison für die Haaner am Freitag, 4. September, mit der Partie beim Bergischen HC II. Für einen guten Start ist allerdings notwendig, dass die Mannschaft von Christian Peters in einer Woche mit Handball-Training in der Halle beginnen kann. Wegen des Schulumbaus steht die Halle an der Adlerstraße, die aktuell als Möbellager dient, vorerst nicht zur Verfügung. Doch Moritz Blau hofft, dass die Hallen an der Walder Straße und der Steinkulle bald zur Verfügung stehen. Entsprechende Hygienekonzepte haben die Unitas und der Haaner TV der Stadt schon vorgelegt.