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Handball-Oberliga: Mettmann-Sport kassiert die nächste Klatsche

Handball : Mettmann-Sport kassiert die nächste Klatsche

Die Mettmanner Handballer liegen in der Oberliga-Partie beim favorisierten Bergischen HC II bereits nach der ersten Halbzeit aussichtslos zurück. Nur in den ersten zehn Minuten hält die Mannschaft von Andre Loschinski mit.

Bergischer HC II – Mettmann-Sport 31:18 (18:10). Auch am zweiten Spieltag der Oberliga mussten sich die Handballer von ME-Sport geschlagen geben. Bei der Reserve des Bergischen HC, die nach Borussia Mönchengladbach als zweiter Topfavorit auf den Aufstieg in die Nordrheinliga gilt, kamen die Gäste deutlich unter die Räder.

Gerd Loschinski war in der Mettmanner Handballszene jahrzehntelang eine bekannte Persönlichkeit. Er war der erste, der seinen Sohn und Trainer des Oberligisten am Morgen nach der Partie anrief. „Er hat die gleiche Frage gestellt, wie viele andere auch“, berichtete Andre Loschinski. Auch einen Tag nach der Klatsche war ihm die Erklärungsnot noch anzumerken: „Ihm konnte ich sie genauso wenig beantworten wie vielen anderen. Mir ist es unerklärlich, warum wir so desolat in Solingen aufgetreten sind.“

Nach einer intensiven Videovorbereitung am Donnerstag sah Loschinski seine Mannschaft gewappnet. „Natürlich wussten wir im Vorfeld, dass es sehr schwer wird. Wir haben aber die Stärken und Schwächen gut analysiert, uns Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und sind topmotiviert in die Partie gegangen.“ Das sahen die zahlreichen Zuschauer in der Sporthalle Wittkulle in der Anfangsphase deutlich. Moritz Hebel brachte mit dem ersten Tor des Abends seine Farben in Führung, Tim Wittenberg glich nach Treffern der bundesliga-erfahrenen Kristian Nippes und Nils Artmann zum 3:3 (7.) aus.

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„In der Anfangsphase haben wir alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, dann agierten wir leider wie ausgewechselt“, sah Loschinski, wie die Hausherren in knapp fünf Minuten auf 9:4 davoneilten. Ob die Zeitstrafe gegen Sören Falkenberg, der insgesamt zu blasse Rückraum der Gäste oder die auch oft unglücklich agierenden Schiedsrichter Gründe für den plötzlichen Leistungsabfall der Mettmanner waren, bleibt spekulativ. Als Lennard Austrup die BHC-Zweite kurz vor dem Halbzeitpfiff mit 18:10 in Führung brachte, war die Partie bereits entschieden.

Dabei können sich die Mettmanner noch bei ihrem Torwart Jan Romango bedanken. Zwar hatte auch er wenig gegen die Rückraumwürfe der Hausherren zu bestellen, entschärfte aber viele freie Torchancen aus der Nahwurfzone. „Ihm muss man definitiv ein Sonderlob aussprechen“, freute sich Loschinski für seinen 20-jährigen Torwart, der seine erste Oberligasaison bestreitet. Auch im zweiten Durchgang zeigte Romango eine starke Leistung. Sein Spannmann Jan Sippli hatte dagegen einen rabenschwarzen Tag erwischt. Nachdem er lange im Stau stand und verspätet die Halle erreichte, verletzte er sich beim Aufwärmen am Fuß und musste nach nur drei Spielminuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

Trotz der vielen Gegentore lag es insgesamt weniger an der Abwehr- oder gar Torwartleistung sondern mehr an der mangelnden Durchschlagskraft von ME-Sport im Angriff, dass die Solinger durch Sören Berger auf 23:10 (38.) davonzogen und durch Jannis Keull sogar auf 26:11 (43.) erhöhten. „Uns fehlte in der Offensive jeglicher Druck. Wir haben kaum Bewegungen in die Tiefe unternommen, sondern sind vor der Abwehr viel zu oft parallel gestoßen“, analysierte Loschinski, der eine knappe Viertelstunde vor dem Ende Paul d’Avoine in die Rückraummitte und Timo Wehefritz in den linken Rückraum wechselte. Letzterer machte somit seine ersten Spielminuten in der Oberliga und überzeugte ebenso wie d’Avoine. Mehr als eine halbwegs passable Gestaltung des Ergebnisses war aber nicht mehr möglich.

„Die beiden Auftaktniederlagen sind sicher kein Beinbruch. Wir werden die Partie analysieren und die spielfreie Woche nutzen, um die Köpfe frei zu bekommen, Selbstvertrauen zu sammeln und uns auf die nächsten Aufgaben vorzubereiten“, blickte Andre Loschinski recht schnell wieder nach vorne. Und nach einer akribischen Analyse kann er sicher eine genauere Antwort auf die Fragen seines Vaters geben.