Handball : Handball-Lehrstunde

Die Mettmannerinnen fertigen im Derby den Lokalrivalen TB Wülfrath unerwartet deutlich, aber hochverdient mit 33:18 ab.Der Oberligist erobert den Tabellengipfel zurück

– Mettmann Sport 18:33 (6:11). Damit hatte im Vorfeld niemand gerechnet: Die ME-Sport-Handballerinnen fertigten im mit Spannung erwarteten Oberliga-Derby die überforderten Wülfratherinnen mit 33:18 ab und eroberten wieder den Tabellengipfel. Die Mettmannerinnen ließen dem Lokalrivalen von Beginn an keine Chance und untermauerten mit dem auch in dieser Höhe verdienten Sieg eindrucksvoll ihre Vormachtstellung im Kreis.

Sabrina Fischer: Jubiläumstore

Für den ersten Höhepunkt sorgte Sabrina Fischer bereits nach zwei Minuten: Die ME-Sport-Torjägerin erzielte mit dem 1:0 das 750. Saisontor der Mettmannerinnen und gleichzeitig ihren eigenen 150. Treffer. Kurz darauf markierte Sabrina Fischer auch das 2:0, scheiterte dann aber mit dem ersten Siebenmeter an der guten Katrin Macherey im Wülfrather Kasten. Die Mannschaft des scheidenden Trainers Jurek Tomasik fing sich zwar dann ein wenig, konnte zum 2:2 und 3:3 ausgleichen. Doch das Aufbäumen gegen den letztlich übermächtigen Gegner erwies sich nur als Strohfeuer. Die Mettmannerinnen zogen trotz ihrer unübersehbaren Abschlussschwäche – im ersten Durchgang zwei Siebenmeter und drei Tempogegenstöße vergeben – auf 7:3 und 9:5 davon. Besonders die Abwehr mit der überragenden Caro Fisch lieferte eine Glanzleistung ab und erlaubte den jungen TBW-Handballerinnen in den ersten 30 Minuten nur drei Feldtore. Und wenn dann doch ein Wurf den Weg durch die Deckung fand, wurden er zumeist eine sichere Beute der starken Samantha Sklorz, die wie Kathrin Macherey tolle Reaktionen zeigte. Und da die Wülfrather Abwehr vor allem Sabrina Fischer am Kreis nie in den Griff bekam, führten die Gäste zur Pause schon mit 11:6.

In der Pause hatten die TBW-Fans unter den gut 200 Zuschauer – davon mindestens die Hälfte aus Mettmann – noch ein wenig Hoffnung auf einen Wende, die dann aber schnell endete. Die Überlegenheit der ME-Sport-Handballerinnen wurde nach dem Wiederanpfiff noch gravierender. Die angeschlagene Sandra Höfig, die trotz ihrer Rückenbeschwerden fast durchspielte, trieb ihre Mannschaft immer wieder nach vorne. Der Mettmanner Vorsprung wuchs stetig, über 17:8 führten die Gäste Mitte der zweiten Hälfte mit 22:10. Jurek Tomasik versuchte alles. Der TBW-Coach wechselte zunächst Torhüterin Steffi Pettau ein, die aber auch keinen Ball mehr zu fassen bekam. Und die offene "Frau-Deckung" ging nach hinten los: Die Mettmannerinnen ließen die Wülfratherinnen wie Slalomstangen stehen. Der Höhepunkt war das Solo von Sabrina Fischer, die vom Anwurfkreis durch die gesamte Abwehr dribbelte und den Ball vom linken Flügel der verdutzten Katrin Macherey durch die Beine ins Tor warf. Da war das Derby allerdings schon längst entschieden.

Abwehr fängt zwölf Bälle ab

Während auf Wülfrather Seite allerhöchstens Katrin Macherey eine gute Note verdiente, war ME-Sport-Trainer Christoph Schon besonders von der Abwehr mit der überragenden Caro Fisch begeistert: "Wir haben laut Statistik allein zwölf Bälle abgefangen oder erkämpft. Es war eine starke Leistung der gesamten Mannschaft, aus der neben Caro Fisch auch Sam Sklorz im Tor, Sabrina Fischer als Vollstreckerin und Sandra Höfig als Antreiberin herausragten. Es hat heute unheimlich Spaß gemacht." Der Wülfrather Trainer Jurek Tomasik akzeptierte die Niederlage absolut sportlich und gratulierte seinem Gegenüber mit den Worten: "Wir haben heute eine Lehrstunde bekommen !"

(RP)
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