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Haaner TV: Verbandsliga-Aufsteiger setzt auf den Heimvorteil

Handball : Aufsteiger HTV setzt auf den Heimvorteil

Zum Saisonstart fahren die Haaner Handballer nach Styrum – die Partie beim Mitaufsteiger ist eine Standortbestimmung für die Mannschaft von David Horscht.

Für die Handballer des Haaner TV beginnt am Wochenende der zweite Versuch, dauerhaft in der Verbandsliga Fuß zu fassen. Den ersten starteten sie in der Saison 2018/19, als sie nach einer Top-Spielzeit in der Landesliga mit 21 Siegen, zwei Unentschieden und nur drei Niederlagen souverän den Aufstieg schafften. Doch nach nur zwölf Monaten war das Abenteuer in der höheren Klasse bereits wieder beendet.

Das HTV-Team startete den nächsten Versuch – und profitierte letztlich auch vom vorzeitigen Abbruch der Meisterschaftsrunde in der Landesliga-Gruppe 2 aufgrund der Corona-Krise. Zwar wussten die Haaner über weite Strecken der Saison zu überzeugen, offenbarten aber just eine Schwächephase, als die Pandemie dem Sport ein jähes Ende bereitete. Letztlich reichte das Punktekonto des Tabellenführers, um die direkte Rückkehr in die Verbandsliga zu realisieren. Hier treten die HTV-Handballer am Sonntag (11.45 Uhr) zum Meisterschaftsauftakt bei der DJK Stryum an, die sich in der Landesliga-Gruppe 3 als Spitzenreiter durchsetzte. Eine Partie, die nach dem Geschmack von David Horscht zwei Wochen zu früh kommt. „Wir hatten schon bessere Vorbereitungen“, sagt der Haaner Coach mit Blick auf die kargen Hallenzeiten in den vergangenen Wochen.

Das lag vornehmlich an der Sperrung der Halle an der Adlerstraße in den Sommerferien, aber auch an den Corona-Schutzmaßnahmen, die erst spät erlaubten, wieder intensiv ins Mannschaftstraining einzusteigen. „Wir haben höchstens vier Wochen in der Halle trainiert – darunter waren anderthalb Wochen, in der wir sie uns mit einem anderen Team teilen mussten“, berichtet Horscht.

Nun aber nimmt der Aufsteiger die Dinge so, wie sie kommen. Und rechnet in Styrum mit einem schweren Start. Während der Gegner mit Harz arbeiten darf, müssen sich die Haaner im Auswärtsspiel erst einmal auf das Haftmittel umstellen. „Zehn, 15 Minuten werden wir uns schwertun“, konstatiert Horscht, der auf einen 18er Kader mit bewährten Kräften und Zuwachs aus der A-Jugend baut. „Es ist schwierig, Spieler von außerhalb zu bekommen“, sagt er und ergänzt, weshalb es dem HTV an Attraktivität für gute fremde Spieler mangelt: „Harz und Geld – das gibt es bei uns nicht.“ So macht der Klub aus der Not eine Tugend und versucht, Profit aus der eigenen, guten Jugendarbeit zu schlagen. Weil fünf bis sechs Jugendtrainer in der Herrenmannschaft spielen, ist die Identifkation mit dem Verein groß.

In der Prognose für Auswärtsspiele hält sich David Horscht lieber bedeckt, gleichwohl gesteht er: „Gegen einen Mitaufsteiger zwei Punkte holen, das sollte machbar sein.“ Viel wichtiger nennt der HTV-Coach jedoch die Begegnungen in eigener Halle: „Siege in Heimspielen sind Pflicht.“ Allerdings notiert der Spielplan für die Premiere in der Halle an der Adlerstraße gleich das Derby gegen den TB Wülfrath. Eine unangenehme Aufgabe, doch Horscht betont: „Ohne Harz zu spielen, ist ein Vorteil für uns.“ Wohl wissend: „Vier bis fünf Teams werden uns auch ohne Harz deutlich besiegen.“ Die Gefühlslage der Haaner vor dem Start in die neue Saison ist also durchwachsen, und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie.