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Haaner Schützen sehen Treffer jetzt am PC-Bildschirm

Moderne Sportstätten : Haaner Schützen sehen Treffer jetzt am PC-Bildschirm

Nach sieben Jahren harter Arbeit und einer Investition von rund 200.000 Euro weiht der Haaner Schützenverein seine rundum erneuerte und modernisierte Schießanlage ein – jetzt kann der Klub auch offizielle Wettbewerbe organisieren.

Es war kein einfacher Weg, aber ein wichtiger, um die lange Tradition des Haaner Schützenvereins von 1881 aufrechtzuerhalten und an die Herausforderungen der Gegenwart anzupassen. Baulich wurde in den vergangenen sieben Jahren mit allerhand Eigenkapital, Spenden sowie tatkräftig, aber auch mit finanzieller Unterstützung der hiesigen Gewerke der Schießstand Am Schützenhaus 2 rundum auf Vordermann gebracht. Strom- und Netzwerkanschlüsse wurden im Rahmen einer neuen Elektrifizierung ausgetauscht. Im Kleinkaliberstand im Keller wurden aus Schallschutzgründen Decken abgehängt und mit speziellen Platten versehen sowie die Beleuchtung ausgetauscht, damit die Schützen nicht mehr von grellen Deckenleuchten geblendet werden, sondern jetzt im angenehmen indirekten Licht stehen. Schließlich wurde die Lüftungsanlage ausgetauscht.

Auch ein neuer Notausgang musste her, um die sicherheitstechnischen Vorschriften zu erfüllen und im Notfall aus dem Keller zu kommen sollte der Hauptweg über das Treppenhaus versperrt sein. Ohne all diese Maßnahmen hätte es das Ende für den Vereinssport bedeutet, stellt Schützenchef Uwe Gohrbandt klar. „Wir haben 200.000 Euro investiert, um hier überhaupt weiter schießen zu können.“

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Vor Gohrbandts Amtszeit, der mittlerweile seit sieben Jahren Vorsitzender der Haaner Schützen ist, hatte der Verein über einen längeren Zeitraum keine größeren Reparaturen oder Modernisierungen mehr unternommen, berichtet der Schützenchef: „Das Haus wurde zur 100-Jahr-Feier des Vereins 1981 eingeweiht. Die letzten zehn Jahre vor meiner Zeit wurde dann nichts mehr daran gemacht.“

Als Gohrbandt das Amt übernahm, krempelte er mit seinem Vorstand und den aktiven Mitgliedern die Ärmel hoch, suchte Unterstützer und fand diese im heimischen Handwerk: „Ohne die Handwerker vor Ort wäre es nicht gegangen. Mir war wichtig, dass Handwerker die Arbeit übernehmen, die aus der Region sind. Voraussetzung war allerdings, dass sie uns einen guten Preis machen.“ Nicht nur preislich kamen die Handwerker dem Verein entgegen. Sie beteiligten sich gar mit einer Spende an dem aufwändigen Projekt. Finanzielle Unterstützung für das interne Großumbauprojekt erhielt der Verein zudem von den örtlichen Geldinstituten Sparkasse und Volksbank.

Die baulichen Maßnahmen allerdings waren Voraussetzung dafür, die Schießanlage auch technisch über das NRW-Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ aufzurüsten, berichtet Gohrbandt. „Hätten wir die sicherheitstechnischen Mängel nicht behoben, hätten wir auch keine Förderung erhalten“, ist der Schützenchef sicher. Insgesamt erhielten die Haaner Schützen schließlich 49.500 Euro, um ihre beiden Schießstände – der eine im Erdgeschoss für Luftdruckgewehr (10 Meter) und Zimmerstutzen (15 Meter), der andere im Keller für Kleinkaliber (50 Meter) – jeweils mit einer Meyton-Schießanlage, einem modernen Zielerfassungssystem, auszurichten. Die restlichen Kosten von rund 5500 Euro steuerte der Klub über Spenden bei.

Der Vorteil des neuen Systems: Die Schützen müssen nicht mehr über die veralteten Seilzugbahnen die Scheiben nach dem Schießen zu sich heranholen, um zu sehen, was sie getroffen haben, sondern erhalten gleich nach dem Abschuss über einen PC-Bildschirm ihr Ergebnis am Stand angezeigt. Geschossen wird nicht mit Laserstrahlen auf das Ziel, sondern weiterhin mit Munition. Doch eine Art Bilderrahmen, in dem die Scheibe eingehängt wird, enthält zahlreiche Sensoren, die viel präziser als zuvor –auf ein 200stel- oder gar 300stel-Millimeter genau – den Treffer messen können. Dadurch ist der Verein nun in der Lage, künftig auch offizielle Wettbewerbe ausrichten zu können.

Im Keller, wo nicht nur Kleinkaliber, sondern mit den Jagdgewehren auch schweres Geschütz abgeschossen wird, lassen sich die Messrahmen abmontieren. Denn ein Jagdgewehr könnte im Vergleich zu Luftdruck, Zimmerstutzen und Kleinkaliber das digitale Zielerfassungssystem durchaus zerstören.