Lokalsport: Haan schlägt Lintorf im Derby souverän

Lokalsport: Haan schlägt Lintorf im Derby souverän

Im Duell der Handball-Oberliga kann der Tabellenletzte bei der Unitas nur bis kurz vor der Pause mithalten.

Mit dem 29:22 (13:10)-Sieg über den Kreisnachbarn TuS Lintorf ging Unitas Haan als Sieger mit einem guten Gefühl aus dem kleinen Derby heraus. Aber auch Lintorfs Trainer Kalle Töpfer konnte nach dem Abpfiff mit der Leistung seines Teams leben und gab zu, sich in Haan sogar etwas mehr ausgerechnet zu haben, als das, was am Ende herauskam.

Die Unitas-Spieler agierten jedenfalls deutlich stärker als noch zuletzt. "Wir hatten definitiv keine Krise, genauso wie wir jetzt nach dem Sieg gegen den Tabellenletzten nicht alles rosarot sehen", sagte Haans Trainer Kai Müller, der betonte, dass in den letzten beiden Spielen erstmals die Ergebnisse nicht zu den Ansprüchen, die im Laufe der Saison gestiegen sind, gepasst hätten. Das Remis gegen die starken Mönchengladbacher dürfe dagegen durchaus nicht als selbstverständlich gewertet werden.

Müller machte aber dennoch keinen Hehl daraus, dass seine Mannschaft zu Beginn der Partie gegen den Tabellenletzten tatsächlich etwas verunsichert wirkte. Lintorf konnte daraus nur bedingt Kapital schlagen und musste sich lediglich damit zufrieden geben, von Beginn an über weite Strecken gut mitgehalten zu haben. Fünf intensive Minuten reichten den Gastgebern, um aus einem 10:10 (25.)-Unentschieden bis zum Pausenpfiff noch einen etwas deutlicheren Drei-Tore-Vorsprung heraus zu werfen.

"Wir müssen jetzt die Bälle lange halten und sichere Sachen spielen", sagte Töpfer in der Halbzeitpause zu seiner Mannschaft. "Ich hatte darauf spekuliert, wenn wir das Spiel lange offen halten, dass Haan einbricht", sagte der erfahrene Ratinger.

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Zu seinem Bedauern kam es anders. Der TuS fand zunächst überhaupt nicht in die zweite Halbzeit. Vier Ballverluste in Folge waren für die Gartenstädter die Einladung, ihr Tempospiel anzuschmeißen. Bereits nach wenigen Minuten führten die Haaner schon mit 18:12 (36.)-Treffern. Beim 24:15 (48.) mussten sich die Lintorfer Zuschauer in der gut, aber nicht komplett gefüllten Halle an der Adlerstraße Sorgen um ihre Mannschaft machen, die drohte, abgeschlachtet zu werden.

In dieser Phase merkte man den "Dumeklemmern" die etwas dünnere Personaldecke deutlich an: So fehlte beispielsweise Phillip Hattig berufsbedingt. "Wenn wir unsere Linie durchgezogen und die Chancen nach unseren Vorgaben konsequenter zu Ende gespielt hätten, wäre durchaus noch ein Kantersieg drin gewesen", sagte Kai Müller, der sein Team im Übrigen auf eine wesentlich aggressivere Lintorfer Mannschaft eingestellt hatte.

Nun soll gegen Neukirchen ebenfalls ein Sieg her, damit die Mannschaft leistungsmäßig wieder komplett im Soll ist.

Kalle Töpfer übte sich dagegen noch in Geduld. Er glaubt immer noch an den Klassenverbleib. "Die Zeit, in der wir unsere Punkte holen, kommt bestimmt noch. Heute waren wir nicht gut genug", gestand der Lintorfer Trainer nach dem Spiel. In der Tat gab es selten so harmonische Derbys. Überdies hätte die Mannschaft in der aktuellen Situation sicherlich mehr Zuschauer aus Lintorf verdient gehabt.

(erd)