Grazie im Galopp

Reportage Das Voltigierturnier des RuFV Hilden bildete den Saisonauftakt der Nachwuchsakrobaten. Über 120 Kinder und Jugendliche zeigten hoch zu Ross beachtliche Leistungen in Pflicht und Kür.

Hilden Worum es an diesem Sonntag geht, ist der fünfjährigen Maja aus Hilden ziemlich egal. Für sie zählt heute allein die Länge der ergatterten Schleife. "Also beim letzten Mal war die Schleife viel, viel länger. Und die war gelb. Jetzt habe ich eine kurze bekommen, in Rot", berichtet sie. Auf die Frage wie ihr Auftritt denn so war, sagte sie grinsend: "Äh, ich weiß nicht so richtig." Kurz darauf steckt die rote Schleife im Haar, Maja sitzt zufrieden auf der Tribüne und schaute andächtig dem Treiben ihrer Mitstreiter zu.

Beim Voltigierturnier des Reit- und Fahrvereins (RuFV) Hilden gingen rund 120 Teilnehmer an den Start und zeigten, wie das Turnen auf dem Rücken eines Pferdes aussehen kann. Fördergruppen und Einsteiger stehen im Mittelpunkt des Wettkampfes auf dem Gelände an der Hildener Bibelskirch. In Pflicht und Kür brillieren die Neulinge des Voltigiersports, die aus dem gesamten Rheinland mit ihren Pferden, Eltern, Freunden und Fans angereist sind.

"Mühle, Schere, Fahne, Pflicht / ist für Kinder nicht?" Von wegen! Mit Glitzer-Trikot und kunstvoll gesteckter Haartracht gehen die Akrobaten an ihre Darbietung heran. Schon vormittags um halb zehn begannen die ersten Prüfungen, und bereits nach einer Stunde war der Weg zur Bibelkirch gänzlich zugeparkt – leider auch der Weg zur Weide. Ein kleiner Aufruf über die Lautsprecher genügte allerdings, und schon spurtete der "Übeltäter" zu seinem Auto.

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In den Wettbewerben Schritt-Trab-Schritt, Galopp-Schritt, Nachwuchs-Einzelvoltigieren und Übungen am Holzpferd zeigen die Teilnehmer durchweg gute und solide Leistungen. Die jüngsten Starter – wie eben Maja aus Hilden – sind gerade einmal fünf Jahre jung. Hochkonzentriert, mit graziöser Selbsthaltung absolvieren sie ihr Pflichtprogramm.

Im Galopp-Schritt-Wettbewerb hat offenbar nicht nur die Mannschaft des RuFV Hilden Spaß an der Sache, sondern auch das Pferd namens Mister Mo, das gelegentlich etwas schneller als erwünscht in die Umlaufbahn geht. Barbara Schulz führt ihn jedoch gekonnt an der Longe.

Während sich Beteiligte, Neugierige und Mitgereiste in der bunt geschmückten Halle mit Getränken und Kuchen stärken, gibt es für die Gastpferde immer eine offene Boxentür zum Verschnaufen. Am Ende sind die Organisatoren rundherum zufrieden. Für die Sportler nicht weniger wichtig: Es gab keinen Schnee. Das Nachwuchsturnier erwies sich als perfekter Auftakt zur kommenden Saison und willkommener Härtetest für die jungen Voltigierer, die vielleicht noch manches Schleifchen mit nach Hause bringen – egal, ob groß oder klein.

(RP)