Gefühlvolles Golfen ist Maßarbeit

Golf : Gefühlvolles Golfen ist Maßarbeit

Ein Schnupperkurs im GC Mettmann eröffnet den Teilnehmern neue Horizonte, auch wenn die ersten Schläge nicht einfach sind.

Gabriele und Matthias Brammertz spielen seit einigen Jahren Golf im GC Mettmann. Sie können sich beide noch gut an ihre Anfänge erinnern und verfolgen daher mit Interesse die Schnupperkurse, die der Golfclub, der immerhin über 900 Mitglieder hat, anbietet. „Diese Schnupperkurse sind regelmäßig gut besucht und oft finden die zumeist erst eher etwas zögerlich an diese Sportart herangehenden Interessierten dann Spaß am Golf und werden Mitglied“, berichtet das Golf spielende Ehepaar.

„Wenn einen der Bazillus Golf einmal erfasst hat, wird das richtig zur Sucht“, sagt Gabi Brammertz. Sie ist mittlerweile 2. Vorsitzende des Fördervereins für die Jugend im GC Mettmann. Matthias Brammertz stellt die Vorzüge des landschaftlich traumhaft gelegenen 18-Loch-Golfplatzes im Mettmanner Ortssteil Obschwarzbach an der Stadtgrenze zu Wülfrath vor. Er belässt es nicht bei der verbalen Beschreibung, sondern schnappt sich den Autor dieser Zeilen, fährt mit ihm im Golf-Cart über das riesige Areal und erläutert dem neben ihm sitzenden Golf-Laien die einzelnen Abschnitte, die zu einer professionellen Golfanlage gehören. Der Reporter überlegt ernsthaft, ob nicht auch er sich in Zukunft dieser Sportart widmen sollte. Früher war er ja ein passabler Fußballer, ob er jetzt aber mit den kleinen Golfball umgehen kann – da ist er sich nicht ganz so sicher. Mal sehen, was da in einem Schnupperkurs so angeboten wird. Vielleicht belegt er so einen Kurs für Anfänger demnächst auch einmal – wer weiß, was dann so alles folgt.

An diesem frühen Sonntagnachmittag haben sich diesmal rund 25 Golfinteressierte eingefunden und werden von Ute Andermann, Präsidentin des GC Mettmann, sowie Jugendwart Gregor Zawieja begrüßt. Die beiden stellen kurz den Golfclub vor und erläutern das Konzept des Schnupperkurses. Den leitet Golftrainer Tobias Gurek, unterstützt von zwei Assistenztrainern, auf einem extra ausgewiesenen Übungsgelände. In drei Gruppen werden die Teilnehmer jeweils von einem Coach betreut und in die tieferen Geheimnisse der Sportart eingeführt. So ist gerade eine Gruppe mit dem Putten beschäftigt. Mit Ulrike, Christian und Sohn Maurice Bock übt eine dreiköpfige Familie unter Anleitung des Trainers das Einlochen aus kurzer Distanz. „Ich habe von dem Schnupperkurs in der Zeitung gelesen und direkt gedacht, dass wir daran teilnehmen sollten. Das macht hier riesig Spaß“, sagt Ulrike Bock, die gerade den kleinen Golfball im Loch versenkt. Während Christian Bock ebenfalls begeistert ist, bleibt Sohn Maurice etwas skeptisch. „Ich spiele im Verein Fußball, dabei bleibe ich erst mal. Vielleicht entscheide ich mich später einmal für Golf“, sagt er.

Auf der Driving-Ranch gibt Cheftrainer Tobias Gurek den wissbegierigen Teilnehmern des Schnupperkurses einige Tipps für den weiten Abschlag und bemerkt zufrieden: „In dieser Gruppe sind einige dabei, die das richtige Ballgefühl haben und den Golfball schon ganz schön weit schlagen, Denen ist anzumerken, dass sie in einer Ballsportart aktiv sind.“ Derweil freut sich Bastian Wächter, dass er die kleine Kugel rund 100 Meter weit geschlagen hat. „Da bin ich selbst überrascht. Ich habe früher mal in der Schule an einem Golfkurs teilgenommen. Das ist aber lange her“, erklärt der 28-Jährige. Er kann sich gut vorstellen, Mitglied im GC Mettmann zu werden – aber erst nach seiner Karriere als Fußballer. Er gehört nämlich zum Erfolgsteam des FC Mettmann 08, das kürzlich den Aufstieg in die Kreisliga A schaffte.

Am Rande des Schnupperkurses erläutert Gregor Zawieja, dass es für Jugendliche gar nicht teuer ist, Golf zu spielen: „Bei uns ist der Beitrag für die Kinder und Jugendlichen teilweise preiswerter als in einem normalen Sportverein.“ Zugleich berichtet der Jugendwart, dass einige Jugendmannschaften des GC Mettmann recht erfolgreich sind.

Präsidentin Ute Andermann betont, dass der Verein für die Schnupperkurse Schläger und Bälle stellt. Zudem gebe es einen kleinen Golfplatz zum Üben, auf dem die Sportler auch ohne die für die Benutzung des großen Golfplatzes erforderliche Ablegung der Platzreifeprüfung spielen dürfen. Apropos Platzreife: Matthias Brammertz macht dem fragend dreinschauenden Autor deutlich, dass es schon eine gewisse Perfektion und Geduld braucht, bis diese erreicht ist. Er selbst habe das aber damals ohne größere Probleme recht schnell hinbekommen. „Das war wohl ein Naturtalent“, denkt sich der Reporter im Stillen.