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Fußball: Fußball: VfB Hilden gibt den Sieg aus der Hand

Fußball : Fußball: VfB Hilden gibt den Sieg aus der Hand

Im Derby der Fußball-Oberliga kassiert die Mannschaft von Toni Molina den entscheidenden Treffer zum 2:3 in der Nachspielzeit.

Ratingen 04/19 - VfB Hilden 3:2 (0:1). Als Schiedsrichter Dustin Sikorski die Pfeife zum Schlusspfiff des Derbys blies, faltete Asterios Karagiannis die Hände vor sein Gesicht und blieb regungslos in seinem Kasten stehen. Der Torhüter der Gäste wusste: Er hatte es verbockt. Mit seinem kapitalen Patzer in der Nachspielzeit ermöglichte der 28-Jährige den Hausherren einen nicht mehr zu erwartenden 3:2Sieg in der Fußball-Oberliga - schon an den Treffern zuvor war die neue Nummer eins der Hildener nicht schuldlos.

Es war ein eigentlich harmloser Ball, der da kurz vor dem Spielende noch in den Strafraum flog. Marwane Gobitaka kam nicht mehr heran, es wäre eine sichere Beute für einen Torhüter gewesen. Doch Karagiannis ließ den Ball prallen - und Dennis Wibbe jagte ihn zum Siegtreffer unter die Latte. Während die Mitspieler den Siegtorschützen unter sich begruben, sackte der Keeper wie ein Häulein Elend in sich zusammen. "Wir haben das Spiel durch individuelle Fehler verloren", sagte VfB-Trainer Toni Molina. Namen wollte er zwar keine nennen, was er meinte, war jedoch klar. Sein neuer Schlussmann war an keinem der drei Treffer schuldlos.

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Ratingens Trainer Radojewski war derweil nicht zufrieden, aber glücklich. "Wir haben den Sieg letztlich erzwungen", sagte der Coach. "Aber wir haben nicht gut gespielt, vor allem in der ersten halben Stunde nicht." Diesen Zeitraum nutzte Hilden auch zum Führungstreffer durch Talha Demir. Einen Schuss von Fabian Andree hatte Torhüter Dennis Raschka nur zur Seite abgewehrt, der Mittelfeldspieler staubte ab. Kurz vor der Pause hätte Pascal Weber den zweiten Treffer nachlegen müssen, als ihm 04/19-Abwehrchef Patrick Fiedorra den Ball dilettantisch in die Füße spielte. Weber schob den Ball jedoch allein vor Raschka am Tor vorbei.

Um so größer war die Überraschung, als Yusuf Keser kurz nach der Pause den Ausgleich erzielte. Orhan Dombayci prüfte Torwart Karagiannis, der ließ abprallen, Keser staubte abgefälscht zum Ausgleich ab. Doch Hilden ging wieder in Führung. Der eingewechselte Patrick Percoco stand nach fast einer Stunde völlig frei im Strafraum und schob den Ball zum 1:2 ins Tor. Es war jedoch das letzte richtige Lebenszeichen der Hildener, die immer schwächer wurden. Acht Minuten waren noch zu spielen, als Marwane Gobitaka auf der Außenbahn einem langen Ball hinterherjagte. Karagiannis verließ sein Gehäuse, um den Ball abzuwehren, Gobitaka war jedoch schneller und lupfte ihn zum Ausgleich ins Tor. "Das war Instinkt, ich habe nur gesehen, dass das Tor leer ist", sagte der starke Ratinger Mittelfeldspieler. Und dann folgte der nächste Aussetzer des Keepers, der zum Siegtreffer führte - und Trainer Molina so auf die Palme brachte, dass er einen Ball über das Stadiondach in die anliegenden Gärten drosch. "Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt", meinte der Hildener Trainer. "Wenn wir das 2:0 machen, schaukeln wir das Spiel auch nach Hause. Aber Fußball ist ein Ergebnissport, von daher bin ich natürlich nicht zufrieden." Fabian Andree war selbstkritisch. "Wir haben in der zweiten Halbzeit kaum noch für Entlastung sorgen können", befand der VfB-Kapitän. "Da ist klar, dass dann so ein Ball mal durchrutschen kann." Immerhin - den Namen des Torhüters nahm da keiner mehr in den Mund.

(RP)