Fußball: Fußball: Spitzenreiter feuert Trainer

Fußball : Fußball: Spitzenreiter feuert Trainer

Mohamed Elmimouni ist beim MSV Düsseldorf Nachfolger von Toni Pisano. Verfolger VfB 03 Hilden II spielt im April gegen den Bezirksliga-Tabellenführer.

Es kommt nicht allzu oft vor, dass ein Spitzenreiter seinen Trainer feuert. Genau das ist beim MSV Düsseldorf - der Klub entstand 2015 aus der Fusion des MSV Hillal und des FC Maroc - geschehen. Der Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga hat sich von Toni Pisano getrennt. Warum? "Das ist eine große Frage", sagte der Ehrenvorsitzende Lothar Weber. "Das liest man meist an der Tabelle ab." In diesem Fall allerdings erst auf den zweiten Blick. Der MSV ist zwar Herbstmeister, holte aber aus den letzten vier Spielen lediglich vier Punkte, so dass der Vorsprung auf den VfB Hilden II und SSV Berghausen auf drei Zähler geschmolzen ist.

Auf der Suche nach einem neuen Trainer ist der MSV-Vorsitzende Noureddin Mahnin fündig geworden: Mohamed Elmimouni wird der Mannschaft beim Trainingsauftakt als neuer Coach vorgestellt. Der 33 Jahre alte Marokkaner kennt die Bezirksliga, denn er hat bis Weihnachten den Ligakonkurrenten SG Kaarst betreut. Elmimouni, der auch schon zwei Jahre die B-Junioren des Wuppertaler SV trainierte, übernimmt damit die mit Abstand spielstärkste Truppe der Liga, die ehrgeizige Ziele verfolgt. "Der MSV wollte mich schon vor einem Jahr haben, damals hat es leider nicht geklappt", berichtet der Trainer, der vom Konzept des MSV überzeugt ist. "Der Grundgedanke ist, dass wir hier eine sehr gute Mannschaft haben, die aber keine lange Tradition hat. Solche Vereine sterben schnell aus, deswegen wollen wir vor allem auch die Jugendarbeit etablieren und uns hier in Düsseldorf platzieren. Das Ganze ist sehr intelligent aufgesetzt und funktioniert nicht nur über das große Geld, wie ja viele denken."

Dass Elmimouni in Kaarst nach nur einem halben Jahr seinen Rücktritt erklärt hat, ist aber nicht nur dem Werben des MSV geschuldet. Mit der offenen und direkten Art des Marokkaners waren in Kaarst nicht alle zurechtgekommen. Abteilungsleiter Reinhard Heich war einer derer, die stets zum Trainer gehalten hatten. Hingegen hatte mehr als ein halbes Dutzend Spieler dem Verein den Rücken gekehrt, so dass Elmimouni A-Junioren in den Kader integriert hat. Das wiederum wirkte sich natürlich auf das sportliche Abschneiden aus - Rang 13. Die SG Kaarst hat inzwischen einen Trainer gefunden, der in Düsseldorf bestens bekannt ist: Yasar Kurt, der im November in Lohausen gehen musste.

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Beim MSV Düsseldorf herrscht zumindest Einigkeit in der Zielsetzung - Meisterschaft und Landesliga-Aufstieg. In die Verpflichtung von Elmimouni war der Ehrenvorsitzende Weber nicht eingebunden. Er sagt aber: "Pisano hätte ich im Sommer nie geholt. Der war früher schon einmal bei uns."

(ths)
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