Für den TB Wülfrath gibt es beim TuS TD Lank nichts zu ernten

Handball: TB Wülfrath verliert Kraftakt in Lank

Für das Team von Lars Faßbender gibt es in der Halle des TuS Treudeutsch mal wieder nichts zu ernten. Dadurch kann der Tabellenzweite auch nicht vom Ausrutscher des Regionalliga-Spitzenreiters Fortuna Düsseldorf profitieren.

Lars Faßbender hatte schon vor dem Anpfiff zwiespältige Gefühle. Nach der 24:27-Niederlage beim TuS TD Lank stellte der Trainer des TB Wülfrath schmunzelnd fest: „Wir haben beschlossen. nicht mehr nach Lank zu fahren.“ Denn erneut vermochten die Handballerinnen des TB Wülfrath ihre Favoritenrolle nicht zu bestätigen. Vielmehr rannte der Tabellenzweite schon in der ersten Halbzeit der Musik hinterher. Und die Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel kam zu spät, um die Partie noch zu drehen. Ein Ausrutscher, der doppelt weh tat, denn die Wülfratherinnen verpassten zugleich die Chance, die Regionalliga-Spitze zu übernehmen. Dabei lieferte Tabellenführer Fortuna eine Steilvorlage – beim Anpfiff in Lank stand die 32:35-Niederlage der Düsseldorferinnen beim HC Gelpe/Strombach bereits fest. „Ja, das ist ärgerlich, aber andererseits hat sich dadurch an der Tabellenspitze nichts verändert. Im Gegenteil: Wir können jetzt lernen, wie wir mit der Niederlage umgehen“, urteilte Faßbender und richtete den Blick lieber nach vorne. Zumal nächsten Samstag mit der SG Überruhr ein ebenfalls unberechenbarer Kontrahent in die Fliethe-Halle kommt.

Paula Stausberg brachte den TBW mit 1:0 (2.) in Front. Sechs Minuten später traf Jule Kürten zum 3:2 (8.) – es sollte die letzte Führung der Gäste bleiben. Luisa Kieckbusch verkürzte per Siebenmeter auf 7:8 (17.), doch danach erarbeiteten sich die Gastgeberinnen erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung, als sie auf 10:7 (18.) davonzogen. „In den ersten 20 Minuten haben wir nicht so richtig ins Spiel gefunden. Uns fehlten die Souveränität und die Aggressivität, die wir sonst an den Tag legen“, konstatierte Lars Faßbender. Dazu kamen Abstimmungsprobleme in der Abwehr. Der TBW-Trainer nahm seine erste Auszeit, doch die zeigte wenig Wirkung, denn in der Folge setzten sich die Lankerinnen deutlich auf 15:9 (25.) ab. Erst nach dem 11:16-Rückstand agierten die Wülfratherinnen mit dem notwendigen Biss und kamen in den letzten drei Minuten der ersten Halbzeit bis auf 14:16 heran.

Nach dem Wiederanpfiff dominierten erneut die Gastgeberinnen und setzten sich auf 20:15 (39.) ab. Immer wieder bissen sich die TBW-Handballerinnen an der körperbetonten Lanker Abwehr die Zähne aus. Der Rückstand nahm mit 16:23 (43.) deutliche Formen an. Faßbender reagierte, stellte auf eine offensive Verteidigung mit doppelter und phasenweise sogar dreifacher Manndeckung um. Kristin Meyer schloss die Aufholjagd mit dem Treffer zum 23:25 (57.) ab. Kurz vor dem Ende war die Partie wieder offen. In den letzten drei Minuten konnten die Gäste aber nicht mehr zulegen. „Das Anrennen hatte sehr viel Kraft gekostet“, sagte Faßbender. TuS-Torfrau Babette Schalley parierte den starken Wurf von Luisa Kieckbusch glänzend, im Gegenzug erhöhte Joana Jeschke auf 26:23 (59.) und legte 30 Sekunden vor dem Ende noch das 27:23 nach. Der Treffer von Friederike Büngeler zum 24:27 war nur Ergebniskosmetik.

„Wir haben einfach zu wenig getroffen – mit 24 Toren ist es schwierig, ein Spiel zu gewinnen“, analysierte Faßbender. Dennoch wollte der Trainer nicht von einer schwachen Leistung seiner Mannschaft sprechen, war vielmehr voll des Lobs für das Lanker Team: „Der Gegner hat an diesem Tag sehr gut gespielt.“ Gleichwohl wurmte Faßbender die Niederlage. „Leider müssen wir jetzt eine Woche warten, bis wir Wiedergutmachung leisten können.“

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