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Freude an der Bewegung ist Motivation genug

Porträt : Die pure Freude an der Bewegung motiviert

Meike Polanz treibt seit ihrer Kindheit Sport, sei es Leichtathletik, Feldhockey oder Fußball. Seit über 15 Jahren ist die Mettmannerin begeisterte Triathletin und Mitglied im Team TRIandertaler.

Täglich ist Meike Polanz unterwegs: Sie läuft, sie fährt Fahrrad und geht regelmäßig schwimmen. Wenn nachmittags dann noch ein Anruf kommt und sie zum Kicken oder zu einer Waldrunde eingeladen wird, sagt die 39-Jährige nicht nein. „Ich war schon als Kind immer super ruhelos“, erzählt Polanz amüsiert.

Im Kindesalter turnte sie leidenschaftlich gern, dann wechselte sie für 15 Jahre zur Leichtathletik, spezialisierte sich auf die Sprint- und Sprung-Disziplin. Nebenher übte sie Feldhockey aus und spielte in der Freizeit, mit Freunden, Nachbarskindern und Brüdern, gerne Fußball. Der Übergang zum Triathlon, stellt sie fest, war ein schleichender Prozess. Die Abwechslung bereitete ihr Freude. Von den drei Disziplinen ist Laufen zweifelsohne Polanz’ Steckenpferd und auch Schwimmen und Radfahren fallen ihr eigentlich leicht, wobei sie zugibt: „Im Wasser friere ich recht schnell und beim Radfahren brauche ich es bergig, um aus dem Sattel zu gehen.“

Die sprichwörtlichen Hummeln im Hintern gehören zur Mettmannerin dazu, seitdem sie denken kann. Fluch und Segen zugleich, äußert sie dann. Denn weil sie wichtige Regenerationszeiten nicht einhält, hatte sie in den vergangenen Jahren immer wieder mit „blöden Verletzungen“ und Ermüdungsbrüchen zu kämpfen. Dabei müsste sie es eigentlich besser wissen, gesteht Polanz, die nicht nur Germanistin und Mathematikerin, sondern auch studierte Sportwissenschaftlerin ist und als Deutsch-, Mathe- und Sportlehrerin am Wülfrather Gymnasium ihre Schüler für Zahlen, Sprache und Bewegung begeistert. „Als Lehrerin bin ich ganz groß darin zu sagen, dass meine Schüler Regenerationszeiten einhalten sollen, für mich selber wende ich das aber dann nicht an.“

Eine Eigenart, die sie ändern möchte, schließlich will sie nicht nur noch sehr lange ihrer Leidenschaft frönen, sondern außerdem noch ein persönliches Ziel erreichen: Sie möchte die Mindestanzahl von fünf Läufen schaffen, um in die Wertung des Neandertal Cups zu gelangen. Denn obwohl Polanz seit Einführung des regionalen Sportwettbewerbs immer teilgenommen hat und auch häufig einzelne Läufe bei den Frauen gewann, konnte sie keine Saison verletzungsfrei abschließen. Dieses Jahr sah es für die Sportfanatikerin allerdings anders aus: Die große Serie der Hildener Winterlaufserie im Frühjahr 2020 beendete sie als schnellste Frau. Sie fühlte sich in diesem Jahr fit, um die komplette Saison zu überstehen. Doch dann kam ihr die Corona-Pandemie dazwischen. „Und die ganze Saison war gestrichen.“

Die Zeit des Lockdowns habe sie, im Vergleich zu anderen Sportkollegen, nicht in ein tiefes Loch fallen lassen. Im Gegenteil: Weil auch die Schule geschlossen und sie durch den Online-Unterricht plötzlich viel flexibler war, „war ich automatisch den ganzen Tag draußen und habe mein Home-Office auf den Abend verschoben.“ Auch jetzt, wo die Bäder wieder geöffnet sind, ist Polanz morgens im Schwimmbad anzutreffen, nachmittags laufend im Wald und bei trockenem Wetter auf einer großen Radausfahrt.

Trainingsplänen folgt sie dabei allerdings kaum, ihre Laufuhr trägt sie nur, um die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren. Pulsfrequenzen messen oder Hightech-Gadgets zur Leistungsoptimierung – darauf legt Polanz überhaupt keinen Wert, obwohl ihr viele Sportkollegen schon häufiger dazu geraten haben. „Umso mehr freue ich mich, dass ich es auch ohne die ganze Technik häufiger aufs Treppchen schaffe.“ Bei Meike Polanz stehen eben der Spaß und die Freude an der Bewegung über allem anderen. „Ich will mich nicht zum Sklaven eines Trainingsplans machen“, sagt sie. „Und schon gar nicht will ich, dass es bei mir ständig irgendwo piept“, äußert Polanz in Bezug auf Pulsmesser und Hightech-Uhren. Sie läuft, wie sie sagt, „frei Schnauze“ und am liebsten steil. Den Bachlauf und den Schweinelauf mag sie besonders, weil die Strecken im Vergleich zu den anderen bergiger sind.