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Lokalsport: Fortuna siegt mit Köpfchen

Lokalsport : Fortuna siegt mit Köpfchen

Mit Leverkusen und Düsseldorf bestritten zwei Mannschaften aus der Nachbarschaft das Finale des Obi-Cups. Für die Teams aus England und Bosnien war die Teilnahme vor allem ein Erlebnis. Die Gastgeber landeten trotz guter Leistungen nach langer Zeit auf dem letzten Platz.

Hilden Müde und abgekämpft schleppten sich die Spieler von Fortuna Düsseldorf nach dem Abpfiff des Endspiels zur Siegerehrung. Von der Körpersprache her machte das Team von Antonio Molina und Thomas Zak nicht den Eindruck, als verließe gerade der Gewinner des 23. Obi-Hilden-Cups den Platz. Bei der Pokalübergabe brandete dann aber doch noch einmal Jubel auf, und die Spieler hievten den "Pott" mit neuer Energie in die Höhe. Mit den Düsseldorfern freuten sich besonders die Mitglieder des VfB Hilden als Veranstalter des dreitägigen Turniers, denn die Gastgeber pflegen in der Jugendarbeit eine enge Kooperation mit der Fortuna. Für deren Trainer Antonio Molina war es indes ein Heimspiel – er lebt mit seiner Familie in Hilden und hatte vom gesamten Team den kürzesten Weg zur Bezirkssportanlage Am Bandsbusch.

Vorjahresfinalist erneut stark

Das Turnier bot in seinem Verlauf wieder einmal technisch sauberen und taktisch hochwertigen Fußball. Die zehn Teams lieferten sich überwiegend ansehnliche Begegnungen auf Augenhöhe. In der Mitsubishi-Brüggemann-Gruppe trumpfte mit dem Bonner SC ein Vorjahresfinalist erneut groß auf und holte von allen zehn Mannschaften in der Vorrunde die meisten Punkte. Äußerst stark präsentierte sich aber auch Dynamo Dresden, die im Halbfinale im Elfmeterschießen gegen Fortuna Düsseldorf den Kürzeren zogen, sich aber letztlich mit einem verdienten 2:0 über den Bonner SC den dritten Platz sicherten. Sportlich auf Augenhöhe bewegten sich der VfL Bochum und Velez Mostar. Doch während das bosnische Team positiv auffiel und den Fairness-Pokal einheimste (keine einzige gelbe Karte), reisten die Bochumer bereits vor der Siegerehrung ab – angeblich wegen der so weiten Heimfahrt.

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Die unglücklichste Mannschaft des Turniers war sicherlich der VfB Hilden. Bis auf die Partie gegen Bonn (0:0) verlor die Truppe von Helmut Jur alle Spiele denkbar knapp mit einem Tor Differenz. Sogar das Duell mit der Partnerstadt Warrington gaben die Hildener nach einer 1:0-Führung noch mit 1:2 ab. "Zehn Trainingseinheiten sind für mich nicht so aussagekräftig wie ein einziges Spiel beim Obi-Cup. Mannschaften wie Bonn, Bochum oder Dresden legen die Schwächen gnadenlos offen", bilanzierte Jur, der trotz des letzten Platzes mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden war.

In der Obi-Hilden-Gruppe gaben die späteren Endspielgegner Leverkusen und Düsseldorf klar den Ton an und zogen mit der gleichen Punktzahl ins Halbfinale ein. Mithalten konnten da ansatzweise nur die Essener. Dem Wuppertaler SV war anzumerken, dass das Team erst kurze Zeit zusammen spielt, und auch Hildens Partnerstadt Warrington sammelte eher Erfahrungen als Punkte. Richtig spannend wurde es daher tatsächlich erst im Halbfinale. Während die Fortuna den Umweg über ein Elfmeterschießen gegen Dresden gehen musste, um das Endspiel zu erreichen, setzte sich Leverkusen knapp aber verdient mit 1:0 gegen den Bonner SC durch. Im Spiel um den dritten Platz sorgten Johannes Wölk und Florian Glöß mit ihren Toren für den ungefährdeten Dresdner Sieg über Bonn.

Im Finale hatte Bayer zunächst leichte Feldvorteile, doch die Fortuna kämpfte sich immer besser in die Partie. Die erste gute Chance vergab der Leverkusener Francesco Gibaldi, der bereits den Torwart umdribbelt hatte, dann aber ins Straucheln geriet (9.). Besser machte es Janik Röber, der nach dem Lattentreffer von Christian Krone per Kopf das 1:0 (18.) für Düsseldorf erzielte. Nach der Pause vergab dann Marlon Frey die beste Chance auf den Ausgleich – sein Schuss nach schönem Tempo-Dribbling segelte jedoch zwei Meter über das Tor.

(doe)