Es hakt noch immer im Angriff der Unitas Haan

Handball : Es hakt noch immer im Unitas-Angriff

Die Haaner Handballer verlieren auch die vierte Oberliga-Begegnung in eigener Halle. Nach einer guten ersten Halbzeit verfällt die Mannschaft von Kai Müller in alte Muster. Deshalb hat der TV Lobberich letztlich leichtes Spiel.

DJK Unitas Haan – TV Lobberich 20:30 (13:11). Auch im vierten Anlauf blieb den Unitas-Handballern der erste Heimsieg in dieser Saison verwehrt. Dabei waren die Haaner Fans zur Pause noch frohen Mutes, das es im Duell gegen den TV Lobberich endlich klappen könnte. Die Hoffnung währte in der zweiten Halbzeit jedoch nur fünf Minuten – dann neigte sich die Waagschale immer mehr zu Gunsten der Gäste, die am Ende einen deutlichen Sieg bejubelten. Derweil stand den Haanern die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Am Kampfgeist mangelte es aber nicht, denn schon kurz nach dem Abpfiff richtete Kevin Thomé im Spielerkreis einen flammenden Appell an seine Kameraden, den Kopf nicht hängen zu lassen, sondern weiter hart zu arbeiten. „In der ersten Halbzeit machen wir es vor, wie es gehen kann, wir bekommen es aber einfach nicht hin, uns zu belohnen“, kommentierte Kai Müller das Wechselbad der Gefühle im Verlauf der Partie. Den Gästen bescheinigte der Unitas-Coach einen solide Auftritt: „Sie haben die Nerven behalten, über 60 Minuten ihren Stiefel heruntergespielt und eine disziplinierte Leistung geboten.“

Marcel Billen brachte die Hausherren mit 1:0 in Führung. Im Gegenzug traf Benedikt Liedtke aus der Rückraum-Mitte nur den linken Pfosten. Dafür warf Lennard Austrup den Ball zum Haaner 2:0 in die Maschen. Gerade einmal zwei Minuten waren da gespielt. In der Folge behielt die Unitas die Oberhand. Das Müller-Team arbeitete in der Abwehr Hand in Hand. Im Innenblock führte Marvin Mohrmann das Kommando. „Wir müssen enger stehen und besser verschieben“, gab er die Marschroute vor. Das Unterfangen gelang, denn die Lobbericher kamen erst nach zehn Minuten zum 2:3-Anschlusstreffer. Und im direkten Gegenzug erhöhte Domagoj Golec wieder auf 4:2. In Überzahl glichen die Gäste durch Jan van Eycken erstmals zum 4:4 (14.) aus. Ins Haaner Mark ging der Treffer nicht. Im Gegenteil: Billen markierte von rechtsaußen das 5:4, Tobias Joest parierte den nächsten Wurf der Gäste und dann verwertete Golec einen Bodenpass von Austrup sicher zum 6:4 (16.).

Lobberich wechselte auf eine offensivere Deckung. Gleich danach stellte Müller sein Team in einer Auszeit neu ein. Per Siebenmeter baute Rouven Jahn den Vorsprung auf 7:4 (19.) aus. Und die Haaner blieben hochkonzentriert, obgleich sie in der Deckung Schwerstarbeit leisten mussten, da der TVL fortan immer wieder den eigenen Torhüter vom Parkett nahm und im Angriff mit einem siebten Feldspieler agierte. Nach dem Ausgleich der Gäste zum 8:8 (25.) folgte in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit der herzerfrischende Auftritt von Steven Schröder. Der A-Jugendliche markierte von linksaußen die 9:8-Führung. Als Keeper Joest vom eigenen Kreis aus nur den linken Pfosten des TVL-Kastens traf, erzielte Schröder im Nachsetzen das 10:8 und ballte beim Zurücklaufen die rechte Faust. Und als Schröder gar per Tempogegenstoß auf 11:8 (27.) erhöhte, nahm Lobberichs Co-Trainer Markus Holstein erst einmal eine Auszeit. Ende der ersten Halbzeit lagen die Haaner jedoch weiter mit 13:11 vorne.

Nach dem Seitenwechsel offenbarten die Unitas-Handballer wieder ihr anderes Gesicht. Nach dem schnellen Ausgleich blieb die Partie bis zum 17:17 (40.) umkämpft. „Gas geben, egal wer kommt“, feuerte Coach Müller die Haaner Abwehr an. Als die Lobbericher mit 19:17 (42.) das Kommando übernahmen, rief der grippekranke Pascal Schusdzarra: „Abhaken, weiter geht’s.“ Letztlich lief es in dieser Phase aber nur für den Gegner, der sich binnen weniger Minuten auf 23:17 (48.) absetzte. Auch eine Auszeit von Kai Müller brachte den Kontrahenten nicht aus dem Konzept. Auf der anderen Seite verloren die Haaner immer mehr den roten Faden: Fehlpässe und Fehlwürfe reihten sich aneinander und führten letztlich in die nächste bittere Niederlage. „Jeder will es drehen, aber nicht miteinander, sondern individuell“, erkannte Müller das Manko. Zwei Wochen hat sein Team nun Zeit, den Kopf wieder frei zu bekommen.

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