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Fußball: Es gibt zu viele Fußballklubs in Solingen

Fußball : Es gibt zu viele Fußballklubs in Solingen

Der Vorsitzende des Fußballkreises Solingen hofft auf weitere Zusammenschlüsse von Vereinen.

Wie fällt Ihr Resümee für 2012 als Vorsitzender des Fußballkreises aus?

Schubert Am Ende des Jahres spielen leider mehr Vereine des Fußballkreises – von Bezirksliga bis Oberliga – gegen den Abstieg, als um den Aufstieg. Deshalb hatten andere Ereignisse eine größere Bedeutung. Zum Beispiel der Aufstieg der Sportfreunde Baumberg in die Oberliga und der Abstieg des VfB Solingen aus der Landesliga. Themen waren auch die Zusammenschlüsse von SSC 95/98 Solingen und Sportring Höhscheid/Widdert zum Sportring Solingen 1880/95 sowie von BSC Aufderhöhe und dem insolventen 1. FC Union Solingen zu BSC Union Solingen.

Sehen Sie die Chance auf eine Verbesserung der derzeitigen Situation?

Schubert Tatsächlich sehe ich Chancen auf Besserung der Situation. Sämtliche Schwierigkeiten erfordern kompetente Handlungsvorgaben, die entsprechende Aus- und Fortbildung erfordern. Das Qualifizierungsniveau sowohl in sportfachlicher als auch in organisatorischer Hinsicht hatsich in den vergangenen Jahren gesteigert. Es ist in Zukunft weiter zu steigern, um den gewünschten Erfolg zu erzielen. Der Fußballverband Niederrhein führt seit Jahren Qualifizierungsmaßnahmen im Jugendbereich erfolgreich durch. Dezentrale Angebote im Seniorenbereich und besonders in der Vereinsführung sollen im Fußballkreis künftig folgen.

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Nach dem Scheitern der Kreisreform hat der Fußballverband Niederrhein eine Ligenreform beschlossen. Wo sehen Sie kurz-, aber auch langfristig die Vorteile ?.

Schubert Die Reduzierung der Landesliga- und Bezirksliga-Gruppen wird sicherlich eine Verbesserung des Niveaus in jeder Beziehung ergeben. Wir müssen leider feststellen, dass besonders das fußballerische Niveau in den letzten Jahren nachgelassen hat. Dem soll die Ligenreform entgegengenwirken. Im Übrigen gehe ich davon aus, dass wir nach dem nächsten Verbandstag erneut die erforderliche Strukturreform anfassen werden. Jedoch wird das Präsidium dieses Mal nicht den Fehler des letzten Jahres wiederholen und diese Reform von oben und ohne Mitwirkung der Vereine durchführen.

Wie wird sich die Situation der Vereine verändern? Wird es noch mehr Fusionen geben?

schubert Fusionen sind besonders innerhalb der Stadt Solingen sinnvoll und notwendig. Im Vergleich zu anderen Städten gibt es in Solingen zu viele Vereine. Es müssen besonders für Vereine mit Migrationshintergrund Lösungen erarbeitet werden, die einerseits sportlichen Erfolg und andererseits einen kontinuierlichen Aufbau ergeben. Meiner Meinung nach muss nicht jede religiöse oder ethnische Gruppierung einen eigenen Verein haben.

In der Sache Stadion am Hermann-Löns-Weg werden die Karten neu gemischt. Wie stehen Sie zu den Vorschlägen des OFC, dass eine Betriebsgesellschaft das Stadion führen soll?

schubert Wir haben besonders in Ohligs immer wieder hervorragende Vorschläge gehört – die Umsetzung bereitete in der Vergangenheit jedoch Probleme. Zunächst sollten sich die Vereine auf ihre Kernkompetenz besinnen und sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich einen vernünftigen Aufbau gestalten, der sportlich und finanziell zu einer gewissen Nachhaltigkeit führt. Die geplante Betriebsgesellschaft sollte dann mit den betroffenen Vereinen, dem Fußballkreis, dem Solinger Sportbund und der Stadt Solingen gemeinsam in Angriff genommen werden.

Der Kunstrasenplatz Adolf-Clarenbach-Straße kann nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Wie stehen Sie zu den Vorschlägen, den Platz aufzugeben und anderen Orts Ersatz zu schaffen?

Schubert Wenn es finanziell darstellbar ist, halte ich den Vorschlag für sinnvoll. Eventuell sollte man aber eher über Kleinspielfelder nachdenken und dem Stadion Wald einen Kunstrasenplatz spendieren.

Stichwort Sanierung der Kunstrasenplätze. Hat der Förderverein in den Vereinen Fortschritte machen können? Wie ist der Stand der Dinge?

Schubert Der Förderverein kommt nur schwer aus den Startlöchern. Mittlerweile sind weitere Gespräche mit der Stadt geführt worden, so dass in der nächsten Woche konkrete Vorschläge vorgestellt werden können. Tatsächlich ist das Interesse und das Engagement der Vereine sicher noch zu steigern. Der Förderverein soll ja die Vereine in dem Bestreben unterstützen, die Renovierungskosten in den kommenden Jahren – wahrscheinlich ab 2018 – stemmen zu können.

Wo sehen Sie die Schwerpunkte ihrer Arbeit im Vorstand des Fußballkreises Solingen in diesem Jahr?

schubert Ich sehe meine Aufgabe zunächst in einer Existenzsicherung des Fußballkreises in einer möglichen Strukturreform. Die Interessen aller Vereine des Fußballkreises Solingen sollten dabei Berücksichtigung finden. Desweiteren halte ich die Qualifizierung der Vereins- und Kreismitarbeiter für notwendig.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE MICHAEL TESCH

(RP)