Fußball: Ein Torwart, der auch mal den Mund aufmacht

Fußball : Ein Torwart, der auch mal den Mund aufmacht

Der VfB 03 Hilden empfängt am Sonntag den Spitzenreiter Wuppertaler SV auf der Anlage am Bandsbusch. Für Bastian Sube ist es eine reizvolle Aufgabe - vergangene Saison trug der 23-Jährige selbst noch das Trikot des WSV, der mit aller Macht aufsteigen will.

VfB 03 Hilden - Wuppertaler SV. Nach der 1:6-Klatsche zum Meisterschaftsauftakt brennen die Fußballer des VfB 03 auf den zweiten Vergleich mit dem Top-Favoriten der Oberliga. Hochmotiviert ist auch Bastian Sube. Der Torhüter wechselte im Sommer nach Hilden, spielte zuvor aber acht Jahre lang für den Wuppertaler SV. "Im Lauf der Jahre sind dort viele weg, mit denen ich angefangen habe", sagt Sube, gesteht dennoch: "Natürlich ist die Partie immer noch mit Emotionen verbunden. Es ist etwas Besonderes, gegen seinen Ex-Verein zu spielen." Und diesmal soll es besser laufen als noch in der Hinrunde im Zoostadion. "Wir wollen hinten kompakt stehen, vorne einige Nadelstiche setzen und den WSV vor der Winterpause noch ein wenig ärgern", kündigt Sube an. Das Ziel nach der vermeidbaren Niederlage vergangenen Sonntag gegen den ETB SW Essen: "Da hatten wir uns etwas mehr versprochen. Jetzt wollen wir mit etwas Positivem ins neue Jahr gehen, um dann wieder angreifen zu können."

Der 23-Jährige wirkt im Gespräch schon erstaunlich abgeklärt, macht damit Werbung in eigener Sache. Wie Marketing läuft, lernte er in seinem sechsmonatigen Praktikum, das er bei Adidas in Nürnberg absolvierte. Sein Schwerpunkt im Studium der Sportwissenschaft an der Uni Köln liegt in den Bereichen Management und Kommunikation. "Ich bin in der Endphase", berichtet Sube, der als Fußballer bei den E-Junioren der SpVg. Hilden 05/06 begann. Erst als Feldspieler. "Dann wollte der damalige Torwart nicht mehr und ich bis ins Tor gegangen", erzählt Sube. Der Wechsel zwischen die Pfosten fiel ihm leicht. "Es hat mich schon immer gereizt, mich nach Bällen zu schmeißen. Der Torhüter steht im Mittelpunkt und jeder Fehler kann spielentscheidend sein - es ist also eine Position mit viel Verantwortung." Von den Südern ging es zum SV Hilden-Nord, später zur Fortuna und in die Jugend-Regionalliga. Dann folgte der Wechsel zum Wuppertaler SV und in die U 17- und U 19-Bundesliga. Zuletzt stand er im Oberliga-Kader der Wuppertaler, kam in der Spielzeit 2013/14 auf 32 Einsätze, ein Jahr später nur noch auf zwei. "Der WSV wollte sich verändern, hat ein paar erfahrene Spieler geholt und einen Torwart, der schon 30 war. Allerdings war schon vor der Saison klar, dass ich ein Praktikum machen werde", plaudert Sube aus dem Nähkästchen. Und stellt fest: "Sportlich ist es notgedrungen nicht optimal gelaufen, beruflich hat es mich aber weitergebracht."

Der Wechsel zum VfB 03 fiel Sube, der sein Abitur am Dietrich-Bonhoefer-Gymnasium machte, leicht. "Die meisten aus der Mannschaft kannte ich bereits. Das sind alles nette Jungs. Ein Pluspunkt war außerdem, dass man mir wegen des Praktikums keine Steine in den Weg gelegt hat." In den ersten Monaten stand Sube deshalb nur am Wochenende zur Verfügung. Dazu kam die anstrengende Fahrerei nach Nürnberg. Doch letztlich lohnte der Aufwand. "Das halbe Jahr war sehr spannend. So konnte ich mal all die Sportler kennenlernen, die bei Adidas unter Vertrag sind. Ich habe schon vorher selbst Adidas-Schuhe getragen, aber technologisch noch ein paar Einblicke bekommen", sagt der Torhüter. Und kündigt für Sonntag an: "Statt der speziellen Kunstrasenstollen werden wir auf dem rutschigen Rasen am Bandsbusch wohl die Eisenstollen nehmen."

Anpfiff der Begegnung ist um 15 Uhr. Bastian Sube hat dann seinen Platz im Kasten sicher. "Im Moment ist er überragend drauf und ein sicherer Rückhalt", bestätigt Stefan Schaumburg. Dazu hebt der Vize-Kapitän hervor: "Bastian passt menschlich und sportlich gut rein, ist auch einer, der oft mal den Mund aufmacht - das ist schon sehr wichtig." Längst ist der neue Torhüter also voll in die Hildener Mannschaft integriert.

(RP)