Drittliga-Absteiger TBW will vorne mitmischen

Handball : Wülfrather Frauen-Team greift neu an

Der Drittliga-Absteiger hat drei starke Neuzugänge und bereitet sich schon seit vier Wochen intensiv auf die Nordrheinliga vor.

Für die Handballerinnen des TB Wülfrath beginnt die Saison zwar erst in zwei Monaten, doch der Drittliga-Absteiger befindet sich bereits seit einem Monat in der Vorbereitung. „Ich bin kein Freund langer Pausen“, sagt Lars Faßbender. Der Coach setzt vielmehr auf kontinuierliche Arbeit und das aus gutem Grund: „Es gibt ja auch noch urlaubsbedingte Ausfälle – wenn es ganz schlecht läuft, dann hat eine Spielerin vielleicht sechs Wochen kein Training.“ Deshalb wollen die TBW-Handballerinnen lieber im Rhythmus bleiben – mit der Vorgehensweise sammelten sie in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen. „Wir ziehen das jetzt durch bis September“, sagt Faßbender und ergänzt: „Den spielerischen Schwerpunkt legen wir im August.“ In den ersten drei Wochen der Sommerferien bleibt die Fliethe-Halle allerdings geschlossen, deswegen stehen Übungseinheiten abseits des Handballs auf dem Plan – wie zum Beispiel Boxen. Damit will der Trainer neue Reizpunkte setzen.

Nach den ersten vier Wochen der Vorbereitung stellt Faßbender fest: „Mit den Ergebnissen und den Einheiten bin ich bislang sehr zufrieden.“ Zumal der Coach selbst mit dem Clever fit-Studio in Wülfrath einen neuen Kooperationspartner fand. „Die Arbeit in der vergangenen Saison hat uns gelehrt, dass wir im Kraftbereich oft unterlegen waren“, erläutert Faßbender. Mittels Leistungsdiagnostik bekamen die Wülfratherinnen ihre Schwächen aufgezeigt. „Jeder kann jetzt individuell seine Defizite aufarbeiten“, freut sich Faßbender über die Unterstützung. Seine erste Erkenntnis: „Der Fitnesszustand ist schon ganz ordentlich.“ Großen Anteil daran hat aber auch Jörg Büngeler, der zuletzt bei der SG Überruhr als Coach arbeitete, aber eigentlich in Wülfrath zu Hause ist, früher auch schon bei ME-Sport im Einsatz war. An der Seite von Faßbender arbeitet er nun als Co- und Athletik-Trainer. Mit im Bunde ist zudem Sabine Naßenstein, die nunmehr als Mannschaftsverantwortliche administrative Aufgaben übernimmt und zugleich als Torwart-Trainerin fungiert und das Trio Samantha Sklorz, Lisa Klanz und Johanna Giebisch unter ihre Fittiche nimmt.

Angela Krause, in der vergangenen Saison noch Co-Trainerin, nimmt sich eine beruflich bedingte Auszeit vom Handball-Sport. Dazu ist auch Physiotherapeut Bernd Beau nicht mehr im Einsatz – da sucht der Verein noch einen adäquaten Ersatz. „Ich hoffe, dass wir noch jemanden finden. Für viele Spielerinnen war das auch Bedingung für einen Verbleib in der Mannschaft“, betont Lars Faßbender.

Der Kader umfasst aktuell 17 Akteure. Nicht mehr im Wülfrather Team stehen Daria Blume (Karriereende) und Nicole Hölters, die verletzungsbedingt ebenfalls mit dem Handball aufhört. Steffi Hinnerkott verabschiedete sich in die zweite Mannschaft, während sich Torfrau Lea Watermeier und Kristin Gipperich dem Nordrheinliga-Rivalen Fortuna Düsseldorf anschlossen.

Das erste Meisterschaftsspiel am 15. September in Weiden liegt zwar noch in weiter Ferne, gleichwohl hat Lars Faßbender für die Saison klare Ziele vor Augen. „Wir wollen im Dezember noch um die ersten drei Plätze mitspielen“, betont er. Die Ambitionen kommen nicht von ungefähr. „Wir kommen aus einer höheren Liga, konnten die Leistungsträger halten und uns punktuell verstärken“, führt Faßbender aus.

Vom Drittliga-Absteiger PSV Recklinghausen wechselte Milli Otte nach Wülfrath. Dazu kam von der SG Überruhr Jule Kürten. Sie war in der vergangenen Saison Torschützenkönigin der Nordrheinliga und hat für die neue Meisterschaftsrunde ein Zweitspielrecht für die A-Jugend des TV Aldekerk, die in der Bundesliga aufläuft. Drei vielversprechende Neuzugänge also, auf die das Wülfrather Frauen-Team in der kommenden Saison baut.

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