Drittliga-Absteiger TB Wülfrath lässt Federn

Handball : TBW erwischt einen gebrauchten Tag

Im Pokal fegen die Wülfrather Handballerinnen die SG Überruhr noch aus der Halle. In der Meisterschaft kassiert der Drittliga-Absteiger jetzt aber eine Niederlage und gibt vorerst den Platz in der Spitzengruppe der Nordrheinliga ab.

Die Regionalliga-Partie in Überruhr wird den Handballerinnen des TB Wülfrath wohl noch länger im Gedächtnis bleiben. Denn die favorisierte Mannschaft von Lars Faßbender kassierte überraschend eine 19:20-Niederlage und konnte in keiner Phase der Begegnung an die glänzende Vorstellung im Pokal anknüpfen. Seinerzeit sah Überruhr in der Fliethe-Halle kein Land und musste am Ende eine Abfuhr mit zehn Toren Differenz verkraften. Jetzt aber leisteten die Essenerinnen Wiedergutmachung.

Weil die Heimstätte derzeit nicht zur Verfügung steht, empfing der Liga-Rivale den TBW in einer anderen Halle – und in der ist die Nutzung von Haftmitteln untersagt. Eine Information, die Faßbender recht kurzfristig erreichte, an eine vernünftige Vorbereitung auf die Umstände war deshalb nicht zu denken. Das war aber nur ein Grund für die Niederlage, zumal Faßbender gestand: „Die hatten noch mehr Probleme als wir.“ Ein weiterer Grund: Mit Jule Kürten, die mit Zweitspielrecht in der A-Jugend-Bundesliga für den TV Aldekerk auflief, und Loreen Jakobeit, die auf einer Hochzeit in Hamburg weilte, fielen gleich zwei Rückraum-Akteurinnen aus. Und dann knickte nach 20 Minuten Simone Fränken mit dem Fuß um – fortan war die Kreisläuferin zum Zuschauen verurteilt.

Die Begegnung begann zäh. Kristin Meyer traf zur Wülfrather 1:0-Führung. In Überzahl – Zeitstrafe für Lena Feldstedt – glich Überruhr zum 1:1 aus. Gleichwohl behielten die Gäste in der Folge zunächst die Nase vorn. Erst nach dem 5:5 (18.) neigte sich die Waagschale allmählich zugunsten der Essenerinnen, die mit drei Toren in Folge auf 8:5 (23.) davonzogen und diesen Vorsprung bis zum Ende der ersten Halbzeit hielten.

„Unser größtes Manko war der Angriff“, gestand Lars Faßbender und erläuterte: „Wir haben unsere Angriffe nicht geduldig und entschlossen vorgetragen.“ Dazu fehlte es an der Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Und wenn die Angreiferinnen des TBW dann mal den Weg zum gegnerischen Kasten fanden, scheiterten sie mit ihren Würfen oftmals an der Essener Torfrau.

Daran änderte sich auch nach dem Wiederanpfiff nichts. Der Drittliga-Absteiger rannte dem Rückstand weiter hinterher. Fünf Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da lag Überruhr mit 13:9 vorne. Mit einem Siebenmeter leitete Luisa Kieckbusch die Aufholjagd ein. In Unterzahl verkürzten Friederike Büngeler und Lisa Sippli auf 12:13. Nach einer Essener Auszeit gelang Kristin Meyer sogar der Ausgleich zum 13:13 (42.).

Die Begegnung blieb umkämpft, gleichwohl scheiterten die TBW-Handballerinnen letztlich an ihren individuellen Fehlern in der Abwehr. Nach dem 15:15 setzten sich die Gastgeberinnen auf 18:15 (49.) ab. Mit einem Kraftakt schaffte Wülfrath zehn Minuten später durch Kristin Meyer den Ausgleich zum 19:19. Fast mit dem Abpfiff markierte Ronja Weisz aber durch einen „Sonntagswurf“ noch den Essener Siegtreffer.