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Dritte Liga: Selbstbewusster Auftritt des TB Wülfrath

Handball : Selbstbewusster Auftritt des TB Wülfrath

Die TBW-Handballerinnen starten mit einem hart erkämpften Sieg über die Drittliga-Reserve des TSV Bayer Leverkusen in die neue Saison. Ein erster Schritt auf dem Weg zum Ziel, den Klassenerhalt diesmal auch sportlich zu erreichen.

TB Wülfrath – TSV Bayer Leverkusen II (Frauen) 28:26 (15:15). Der erhoffte Zuschaueransturm blieb bei der ersten Drittliga-Partie des TBW in dieser Saison aus. Rund 100 Fans fanden den Weg in die MTC-Halle – und sie kamen auf ihre Kosten. Spätestens in der zweiten Halbzeit riss die Begegnung den Wülfrather Anhang mit. Immer wieder feuerte das Publikum die Heimmannschaft mit rhythmischem Klatschen an – ein sicheres Zeichen, dass der Funke längst vom Feld auf die Tribüne hinübergesprungen war. Und nach einem bis zur letzten Sekunde spannenden Duell zelebrierten die TBW-Handballerinnen jubelnd ihren ersten Siegerkreisel.

In der vergangenen Saison war die Mannschaft von Michael Cisik dem Kontrahenten nach einer nicht minder engagierten Vorstellung noch mit fünf Toren unterlegen. Diesmal aber wirkte das Wülfrather Team wesentlich gefestigter, ließ sich von Fehlern und Rückschlägen in der Partie nicht von seinem Erfolgsweg abbringen – auch ein Zeichen von Reife einer Truppe, die offenbar die richtige Mischung zwischen erfahrenen und jungen Kräften gefunden hat. Dabei vergab Luisa Kieckbusch gleich zu Beginn einen Siebenmeter, traf aber nur 20 Sekunden danach aus dem Feld zur 1:0-Führung (3). Bayer glich wenig später durch Louisa Gehrke zum 1:1 (4.) aus, ehe Loreen Jakobeit und Simone Fränken für den ersten Zwei-Tore-Vorsprung Wülfraths sorgten.

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In der Folge hielten die Gäste jedoch Tuchfühlung, glichen zum 5:5 und 7:7 (14.) aus. Paula Stausberg und Simone Fränken warfen den TBW wieder mit 9:7 (17.) nach vorne. Viola Leuchter, am Ende mit neun Treffern beste Leverkusener Werferin, glich mit einem Doppelpack zum 9:9 aus, und dann traf Louisa Gehrke zum 10:9 (19.) und brachte damit den TSV erstmals in front. In den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit wechselnden Führungen. 13 Sekunden vor dem Ende des Durchgangs hatten die Gäste dank Pia Terforth mit 15:14 die Nase vorn, doch fast mit dem Pausenpfiff glich Lisa Sippli aus dem linken Rückraum zum 15:15 aus.

Nach dem Seitenwechsel fand der intensive Kampf seine Fortsetzung. Dabei warf den TBW selbst eine fragwürdige Zeitstrafe gegen ihre starke Rückraum-Werferin Paula Stausberg nicht aus der Bahn. In Überzahl traf Viola Leuchter, die bei der U 17-Europameisterschaft zur besten Spielerin gewählt wurde, zur 18:17-Führung des TSV. Nach ihrer Rückkehr aufs Feld scheiterte Stausberg an der Bayer-Torfrau Nele Vogel, im Gegenzug erhöhte Sophie Pickrodt den Leverkusener Vorsprung auf 19:17 (39.).

Die Wülfratherinnen schienen den Anschluss zu verlieren, denn in den nächsten sechs Minuten standen die Gäste stabil. Anja Tanzhaus leitete von rechtsaußen mit dem Treffer zum 20:21 (45.) den Umschwung ein. Kurz zuvor hatte TBW-Coach Cisik in der Abwehr auf eine offensive Deckung mit Xhana Djokovic als Spitze gegen Torjägerin Leuscher umgestellt. Eine Maßnahne, die mit Verzögerung Wirkung zeigt. Per Tempogegenstoß egalisierte Friederike Büngeler zum 21:21. Dann parierte die eigens für den Strafwurf zwischen die Pfosten gewechselte Johanna Giebisch einen Siebenmeter von Leuscher – und alle TBW-Handballerinnen reckten die Siegerfaust in die Höhe.

Letztmalig lagen die Gäste nach dem Wurf von Gehrke zum 23:22 (50.) in Führung. In den letzten zehn Minuten bissen sich die Wülfratherinnen jedoch an ihrer Aufgabe fest. Von linksaußen traf Büngeler zum 23:23. Dann entschärfte Lisa Klanz mit einer weiteren Glanzparade den nächsten Wurf von Gehrke. Den schnellen Gegenzug schloss Kristin Meyer zur 24:23-Führung ab – und in der Schlussphase ließ sich ihre Mannschaft nicht mehr von der Siegerstraße abbringen. Auch wenn Antonia Hölzer noch den Ausgleich zum 26:26 (56.) schaffte. Danach setzte Loreen Jakobeit zweimal enenergisch von der rechten Seite zum Wurf an, war in beiden Aktionen nur auf Kosten eines Siebenmeters zu stoppen. Und beide Strafwürfe verwandelte Luisa Kieckbusch nervenstark. Die Zuschauer hielt es da vor Begeisterung kaum noch auf ihren Sitzen. Eine Partie, die Lust auf mehr Drittliga-Handball machte.