Fußball: Dominik Donath beweist Klasse in zwei Klubs

Fußball : Dominik Donath beweist Klasse in zwei Klubs

Der 32-Jährige beendet am Sonntag seine Karriere in der Oberliga-Mannschaft des VfB 03 Hilden - das Team steht vor einem Umbruch.

Die Abschiedsfeierlichkeiten nehmen in diesen Tagen einen großen Raum ein. "Für viele geht eine große Ära zu Ende, und die haben einen ordentlichen Ausstand verdient", sagt Stefan Schaumburg. Damit meint der Kapitän des VfB 03 aber nicht nur das gesellige Beisammensein, sondern auch die letzte Partie in dieser Saison, die am Sonntag (15 Uhr) gegen den Cronenberger SC auf der Anlage an der Hoffeldstraße steigt. "Wir wollen zeigen, wer in die Oberliga gehört und wer nicht", verkündet der 29Jährige. Eine kernige Aussage, denn vor nicht allzu langer Zeit galt die Wuppertaler Mannschaft noch als ernstzunehmender Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt. Mit dem 5:1-Erfolg über den VfR Krefeld-Fischeln brachten die Fußballer des VfB 03 jedoch vor zwei Wochen den Verbleib in der Oberliga vorzeitig in trockene Tücher und besiegelten damit zugleich den Abstieg der Fischelner, aber auch der Cronenberger.

Fabian Andree lässt die Karriere in der Zweiten ausklingen. Foto: Archiv/teph

Für einen hatte das Duell gegen die Krefelder abseits des Abstiegskampfes noch eine besondere Note, denn Dominik Donath machte damit in der Oberliga die 100 voll. Eine Marke, auf die der 32-Jährige stolz ist. Die Grundlage dafür legte er 2014 mit dem Wechsel vom SV Nord zum Lokalrivalen VfB 03. "Im Rückblick war das eine super Entscheidung, die ich keine Sekunde bereut habe." 24 Jahre hielt Donath den Nordern die Treue - von den Anfängen seiner Fußballkarriere im Jugendbereich bis hin zu den Senioren. Dort startete er 2005 unter Trainer Jürgen Wiesendorf in der zweiten Mannschaft, die in der Kreisliga B spielte. Auf der Zielgeraden der Saison 2015/16 beorderte Coach Frank Zilles den Linksfuß in den Kader des Verbandsliga-Teams. Da stand der Abstieg des SV Nord in die Landesliga bereits fest. Talenten wie Dominik Donath und Manuel Trebbin, der nach seiner Heirat unter dem Namen Manuel Mirek bekannt ist, sollten in der neuen Klasse helfen, den Umbruch einzuleiten. Die Krönung folgte 2012 mit dem Aufstieg in die Niederrheinliga. Als 2014 der Abstieg in die Landesliga nicht mehr zu vermeiden war, reifte der Entschluss, zu neuen Ufern aufzubrechen.

Manuel Schulz (rechts) wechselt nach Meerbusch. Foto: Köhlen

"Dass ich noch einmal Oberliga spiele, hätte ich nicht gedacht. Es war nicht so einfach, den SV Nord nach 24 Jahren zu verlassen", gesteht Donath, fügt aber hinzu: "Im Nachhinein bin ich froh." Das war auch Stefan Schaumburg, der bereits ein Jahr vorher die Vereinsfronten wechselte. "Es war ein mutiger Schritt", ordnet der VfB-Kapitän Donaths Wechsel ein und unterstreicht zugleich die Defensivqualitäten seines Freundes: "Ich bin froh, dass ich ihn hinter mir hatte. Er hat mir den Rücken gestärkt und frei gehalten." Im neuen Team hatte Donath schnell "ein gewisses Standing". "Das ist einer, der nicht auf die Bank gehört, weil er die Ruhe hat. Es gab auch nie Diskussionen. Er ist eine riesige Konstante - der Traum eines jeden Trainers", betont Schaumburg. Und plaudert dann aus dem Nähkästchen: "Wir haben ihn eine Zeit lang Axel Bellinghausen genannt, weil er eine ähnliche Haarfarbe hat und auch immer Gas gibt." Donath nahm's mit Humor.

Sebastian Herweg beendet seine Torwartkarriere. Foto: archiv/Köhlen
Trainer Marcel Bastians verlängerte seinen Vertrag nicht. Foto: Archiv/teph
Teammanager Michael Kulm hört ebenfalls in Hilden auf. Foto: Ar/Blazy
Björn Scheffels bleibt als Torwarttrainer im Amt. Foto: Archiv/Tinter
Denis Ivosevic wechselt nach Problemen mit dem Vorstand. Foto: Ar/teph
Sahid Harouz (M.) spielt ab Sommer für den TSV Meerbusch. Foto: ar/teph
Sascha Dum verlässt den VfB 03 - in welche Richtung, ist offen. Foto: teph

Jetzt naht das Ende der Fußball-Karriere, zumindest auf höherklassigem Niveau. Denn ab dem Sommer setzt Donath sportlich verstärkt auf den Spaßfaktor, will definitiv kürzer treten und in der Hildener Zweiten spielen, gemeinsam mit Manuel Mirek und Lukas Schmetz, den früheren Weggefährten vom SV Nord. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt", sagt er. "Es war eine anstrengende Zeit, mental und körperlich", schiebt er hinterher. Deshalb freut er sich auf den bald beginnenden Urlaub und mehr freie Zeit mit Freundin Mirja - die Planungen für die Hochzeit im September laufen auf vollen Touren. "Er ist eine treue Seele, ein optimistischer Mensch, der weiß, wo er hin will", charakterisiert Schaumburg seinen Teamkameraden als Familienmenschen - wohl auch deshalb passte Dominik Donath gut in die Familienvereine SV Nord und VfB 03.

(RP)
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