DJK Unitas Haan trifft auf Verfolger HG Remscheid

Fußball : DJK Unitas Haan tritt „mit voller Kapelle“ an

Die Mannschaft von Kai Müller freut sich auf das Oberliga-Gipfeltreffen am Samstag gegen die HG Remscheid.

Die Karnevalspause tat den Handballern der DJK Unitas Haan offenbar gut. Nicht nur, um während der tollen Tage mental abzuschalten, sondern auch zur Regeneration des nach den zuletzt schweren Oberliga-Begegnungen arg geschundenen Körpers. Der war über Altweiber und Rosenmontag anders gefordert, doch Kai Müller berichtet lachend: „Wir haben am Dienstag alles rausgeschwitzt.“ Da waren die Haaner beim Verbandsligisten TuS Hattingen zu Gast. Im Freundschaftsspiel ging es laut Müller „fröhlich hin und her“. Am Ende stand ein 38:38, doch das Ergebnis war eher zweitrangig. „Wir wollten nach Karneval den Körper wieder auf Sport einstellen, früh wieder reinkommen“, nennt Müller die wesentlichen Beweggründe.

Nicht nur das muntere Toreschießen hellte die Miene des Unitas-Trainers auf. Denn bei der ersten Übungseinheit nach Karneval war die Halle voll. „Viele Spieler sind nach Verletzung oder Krankheit zurück“, freut sich Müller, fügt aber gleich hinzu: „Ob sie am Samstag einsatzfähig sind oder hundert Prozent Leistung bringen können, ist noch nicht klar.“ Immerhin verfügt der Coach nun personell „über ein paar Möglichkeiten mehr als noch vor Karneval“. Da war der Kader arg dezimiert – ein Grund für die Punktverluste in den letzten drei Begegnungen. Letztlich holten die Haaner nur zwei der sechs möglichen Zähler und machten damit selbst das Titelrennen wieder spannend. Verfolger HG Remscheid, der am Samstag (19.30 Uhr) seine Visitenkarte in der Halle an der Adlerstraße abgibt, schöpft deshalb wieder Hoffnung, den Sprung in die Regionalliga zu schaffen. „Unser klares Ziel heißt Aufstieg“, formulierte Geschäftsführer Ralf Hesse die Remscheider Ambitionen vor Saisonbeginn. Doch es gab Rückschläge für das Team von Lukas Steinhoff, der am Saisonende sein Traineramt aufgibt – als Nachfolger steht inzwischen Frank Berblinger fest. Vor allem die beiden Niederlagen gegen Mettmann-Sport taten den Remscheidern weh. Nach dem Erfolg über die SG Langenfeld II sind sie jedoch wieder obenauf. Einen wichtigen Anteil daran hatte Pascal Schiewe. Der erst vor kurzem verpflichtete 41-Jährige soll einspringen, wenn Michael Heimansfeld, mit bislang 140 Treffern bester HGR-Werfer und aktuell in der Liga auf Rang vier der Torschützenliste angesiedelt, mal eine Verschnaufpause braucht. Schiewe zählt zur Kategorie Führungsspieler. Nach dem Sieg über die SGL-Reserve stellte er fest: „Letzte Woche haben wir versucht, mit Einzelaktionen zum Erfolg zu kommen, diesmal haben wir als Mannschaft agiert.“ Derweil freute sich Trainer Steinhoff über eine kompakte Teamleistung. „Wir haben das Spiel in der Abwehr gewonnen“, stellte er fest.

Zwei Wochen später sind die Karten neu gemischt. Die Unitas-Handballer haben die letzten Begegnungen abgehakt. „Wir sind jetzt auf das Remscheid-Spiel fokussiert“, betont Kai Müller. Im Training ist das Stimmungsbarometer wieder gestiegen. Und damit das auch am Samstag so bleibt, treten die Haaner „mit voller Kapelle an“. Zuvor um 17.30 Uhr bestreitet die zweite Mannschaft das nicht minder wichtige Verbandsliga-Derby gegen den TuS Lintorf. Gleichwohl kündigt Müller an: „Wir werden ein oder zwei Jungs aus der Zweiten mit in den Kader nehmen.“ Wer letztlich spielt, wird sich erst beim Aufwärmen ergeben. „Wir werden schauen, wer fit ist. Das ist schon ein kleines Puzzle – wir haben zwar mehr Optionen, aber es kann sein, dass auch wieder eine wegbricht.“ Doch mit dieser Situation kommt der Trainer gut klar: „Besser so als wie die Wochen zuvor, als wir von vornherein nur sieben Leute zur Verfügung hatten.“ Müller versprüht Zuversicht, bleibt jedoch realistisch. „In einer Woche können wir nicht aufarbeiten, was in den Monaten zuvor nicht o.k. war – die Ausgangslage ist nicht optimal“, sagt er und meint damit vielleicht auch die Trainingsbedingungen an der Adlerstraße, die keineswegs oberliga-, geschweige denn regionalligareif sind.

Im Hinspiel zeigten die Unitas-Handballer dem Aufstiegskonkurrenten deutlich mit 34:28 die Grenzen auf – und das in fremder Halle. „Damit sind wir unserem eigenen Anspruch und dem eines Spitzenspiels nicht gerecht geworden“, konstatierte seinerzeit HGR-Coach Lukas Steinhoff. Auch deshalb stellt Kai Müller fest: „Der Gegner wir alles tun, um zu gewinnen und das Hinspiel vergessen zu lassen – nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem die Art und Weise.“ Die Haaner hingegen wollen demonstrieren, dass der Hinspielerfolg kein Zufall war. „Für uns war das ein super Spiel und das wollen wir auch unterstreichen.“ Gleichwohl wissen die Gastgeber um die Schwere der Aufgabe, hoffen dabei auf die Unterstützung ihrer eigenen Fans. „Jeder, der Handball-Interesse hat, sollte sich dieses Spiel rot im Kalender anstreichen“, betont Müller. Eine Vorentscheidung fällt im Spitzenduell noch nicht, doch der Unitas-Coach sagt mit Nachdruck: „Für den, der das Spiel gewinnt, wird es etwas einfacher.“ Allerdings sind danach noch sieben Spieltage zu absolvieren und „beide Mannschaften haben noch schwere Aufgaben vor sich“. Das Titelrennen in der Oberliga – es bleibt so oder so spannend.

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