DJK Unitas Haan kämpft um Haftmittelnutzung

Handball : Oberligist Unitas macht Werbung für Haan

Vorsitzender Wolfgang Goeken fordert deshalb Unterstützung für die Handballer, die kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga stehen.

Mit dem deutlichen Erfolg im Heimspiel gegen den Titelrivalen HG Remscheid machten die Handballer der DJK Unitas Haan einen großen Schritt Richtung Aufstieg. Allerdings muss die Mannschaft von Kai Müller noch vier Hürden nehmen. Die erste Samstag Abend um 19.30 Uhr. Eine vermeintliche Pflichtaufgabe, denn Schlusslicht SG Überruhr gibt seine Visitenkarte in der Halle an der Adlerstraße ab. Wolfgang Goeken, Vorsitzender der Unitas, sieht aber noch viel wichtigere Herausforderungen für das Oberliga-Team.

Wenn alles klappt, kann in vier Wochen die Meisterschaftsfeier steigen. Ist der Verein mit der Rückkehr in die Regionalliga, jetzt Nordrheinliga genannt, wunschlos zufrieden?

Wolfgang Goeken Sportlich läuft es wirklich gut, aber mit dem möglichen Aufstieg allein ist es nicht getan. Entscheidend ist, wie der Rat der Stadt Haan in seiner nächsten Sitzung über die Haftmittelnutzung in der Halle an der Adlerstraße entscheidet. Bislang dürfen wir Haftmittel bei den Spielen und in der Trainingseinheit am Donnerstag verwenden. Für unseren Trainer Kai Müller ist es aber unabdingbar, dass wir mindestens eine zweite Einheit mit Haftmittelerlaubnis bekommen. Drei wären wesentlich besser, um optimale Trainingsbedingungen für die Nordrheinliga zu haben.

Weshalb ist es die Haftmittelfrage so wichtig?

Goeken Es ist einfach in dieser Liga – immerhin die vierthöchste Spielklasse in Deutschland – Usus, dass Haftmittel benutzt wird. Das zeichnet auch den Handball als Leistungssport aus. Wenn es gar nicht geht, dass die Unitas mehr Zeiten mit Haftmittelerlaubnis bekommt und weiterhin nur in einer Einheit mit Haftmittel trainiert werden darf, dann ist das auch eine Entscheidung der Spieler, ob sie in Haan bleiben oder zu einem Verein wechseln, der ihnen bessere Bedingungen bietet. Mit nur einmal Haftmittelnutzung in der Woche ist es auch schwierig, neue Spieler zu finden. Zu früheren Regionalliga-Zeiten hat die Unitas-Mannschaft auch mit Haftmittel trainiert und gespielt. Damals war das allerdings echtes Baumharz – das war nur schwer zu säubern. Heute gibt es aber kein Baumharz mehr, sondern wasserlösliches Haftmittel, das viel einfacher zu entfernen ist.

Wie sieht die Reinigung der Halle momentan aus?

Goeken Seit einigen Wochen sind wir in einer Testphase mit einem vereinfachten Ablaufverfahren. Nach den Spielen und dem Training entfernt eine von uns beauftragte Fachfirma die Haftmittelreste und die Stadt macht die normale Unterhaltsreinigung. Bis vor einigen Monaten mussten die Jungs nach den Spielen und dem Training noch eine Stunde auf den Knien durch die Halle rutschen und sie schrubben. Mit diesem Ablaufverfahren, das die Stadt freigegeben hat, ist die Mannschaft entlastet. Sofern das Gebäudemanagement diesen vereinfachten Verfahrensablauf nach der Testphase auf Papier festschreibt, können wir uns das auch für eine zweite und dritte Trainingseinheit vorstellen. Für beide Seiten wäre das eine Entlastung.

Wie wichtig ist es, dass der Rat in seiner Sitzung am 9. April einen entsprechenden Beschluss fasst?

Goeken Von den Beratungen und dem Beschluss hängt viel ab. Danach entscheidet sich, wie die personelle Situation im Haaner Handball für die nächste Saison aussieht. Momentan sind wir noch in einem Wartezustand. Entscheidend ist, wie der Beschluss ausfällt.

In vier Wochen endet die Saison. Normalerweise sollten in dieser Phase die Gespräche mit alten und neuen Spielern längst abgeschlossen sein. Wie sieht es bei der Unitas aus?

Goeken Erste Gespräche sind schon geführt worden. Auch dort ging es darum, wie der Rat entscheidet – das ist in den Köpfen der Spieler und der Trainer.

Gibt es andere Möglichkeiten, das Problem zu lösen?

Goeken Wir haben im Vorfeld versucht, alles abzuklopfen, was möglich ist. Ob wir in einer Nachbarstadt trainieren können oder vielleicht in der Halle der Bundeswehr-Kaserne. Einen positiven Bescheid zu bekommen, war nicht möglich, denn wir brauchen schnell und kurzfristig eine zweite Trainingseinheit mit Haftmitteln.

Wie geht es nach der Ratssitzung weiter?

Goeken Der Rat muss klar bekennen, ob er einen leistungsbezogenen Handball haben will, der die Stadt Haan überregional bekannt macht. Schließlich hat die Unitas auch einen Werbewert für die Stadt Haan. Wenn der Rat das will, dann muss er aber auch die Voraussetzungen dafür schaffen und sagen: Ja, wir geben noch eine zweite Einheit. Das wäre eine positive Tendenz. Ich möchte aber auch eines mal feststellen: Ich bin stolz auf das Trainerteam und die Mannschaft, die trotz der unbefriedigenden Situation sportlich eine hervorragende Saison spielen. Mit dieser Truppe können wir arbeiten – wenn die Tendenz in der Ratssitzung positiv ist. Wenn nicht, dann wird es sicherlich personelle Veränderungen in der Mannschaft geben und die Stadt verliert dann wohl auch einen guten Werbeträger.

Mehr von RP ONLINE