DJK Unitas Haan fertigt die HG Remscheid ab

Handball : Spitzenreiter Unitas Haan ist nicht zu halten

Zum zweiten Mal in dieser Saison besiegt das Team von Kai Müller die HG Remscheid und steht wieder allein auf dem Oberliga-Gipfel.

Die Kulisse war bereits regionalliga-reif und erinnerte an jene Zeiten, als sich die Handballer der DJK Unitas Haan beharrlich in dieser Klasse hielten. Erstmals in dieser Saison vermeldete Unitas-Vorsitzender Wolfgang Goeken mit einem breiten Grinsen: „Ausverkauft.“ Kein Wunder, denn das Gipfeltreffen der Unitas gegen die HG Remscheid zählt zu den Klassikern und deshalb wollten nicht nur Anhänger beider Mannschaften die Partie verfolgen, sondern Handball-Interessierte überhaupt gaben sich ein Stelldichein auf der Tribüne. Erstmals war aber auch Bettina Warnecke vor Ort. Haans Bürgermeisterin bekam eindrucksvoll vorgeführt, wie die Unitas-Handballer Werbung für die Stadt machten. Am Ende eines Spitzenduells, in dem die Willenskraft der Gastgeber den entscheidenden Unterschied ausmachte, stand ein deutlicher 33:25-Erfolg des Tabellenführers, der damit einen weiteren Schritt Richtung Rückkehr in die Regionalliga machte.

Kai Müller strahlte nach dem Abpfiff übers ganze Gesicht, genoss die Atmosphäre in der vollen Halle und beobachtete stolz, wie seine Mannschaft nach dem Abpfiff intonierte: „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey, hey.“ Die Analyse des Haaner Trainers fiel kurz und bündig aus: „Über das Sportliche will ich gar nicht reden. Das war heute eine richtig gute Mentalität – besser geht es nicht, was die Spieler heute reingelegt haben. Wir haben nicht gewonnen, weil wir die besseren Handballer sind, sondern weil wir eine hervorragende Einstellung und den richtigen Willen gezeigt haben.“ Auf der anderen Seite klagte Lukas Steinhoff: „Im Grund war es eine Kopie des Hinspiels. Wir haben keine taktische Disziplin gezeigt.“ Der Remscheider Coach ergänzte: „Als wir weniger Fehler gemacht haben, haben wir unsere Chancen im Angriff nicht genutzt – diesen Vorwurf muss ich meiner Mannschaft machen.“ Schon den Hinrunden-Vergleich verlor der Verfolger mit 28:34. Dadurch gewannen die Haaner auch den direkten Vergleich und haben nun im Titelkampf eine weitere Trumpfkarte in der Hand.

Der Siegeswille stand den Unitas-Handballer von der ersten Minute an ins Gesicht geschrieben. Marcel Billen erzielte die 1:0-Führung. Im Gegenzug traf Christian Rother lediglich die Lattenunterkante – von da sprang der Ball ins Feld zurück. Statt dessen erhöhte Lennard Austrup aus dem rechten Rückraum auf 2:1 – da waren gerade einmal 53 Sekunden absolviert. Wenig später führten die Gastgeber mit 4:1 (4.) und zogen danach über 6:2 (7.) und 9:4 (11.) auf 12:4 (16.) davon. Schon in dieser Phase wusste Christopher Seher zu glänzen, als er einen Tempogegenstoß von Lukas Pütz (9.) entschärfte. Dann gewann der Haaner Torhüter auch das Pokern gegen Michael Heimansfeld, blieb beim Siebenmeter ungewöhnlich lange mit breiter Brust stehen – und parierte den Wurf (17.). Bezeichnend für den Teamgeist der Unitas an diesem Abend: Als sich Raphael Korbmacher einen Fehlpass im Angriff leistete, bügelte Lennard Austrup den Ballverlust im Zurücklaufen wieder aus. Zwei Minuten vor der Pause führten die Gastgeber mit 18:9, ehe sich die Remscheider auf 11:18 heranarbeiteten.

Nach dem Seitenwechsel hatte der deutliche Vorsprung bis zum 22:13 (39.) Bestand. Dann fand das Steinhoff-Team besser in die Partie und verkürzte auf 17:22 (41.). Tobias Joest rückte jetzt für den bis dahin starken Seher zwischen die Unitas-Pfosten und Domagoj Golec trumpfte plötzlich als Linksaußen auf, traf mit einem filigranen Dreher zum 23:17 (42.). Die kurze Aufholjagd der Gäste war damit schon wieder beendet. Raphael Korbmacher und Christian Mohaupt verwerteten Tempogegenstöße zum 26:17 (44.) – und HGR-Coach Steinhoff nahm eine Auszeit. Von Erfolg war die allerdings nicht gekrönt. Vielmehr hatten die Haaner die Begegnung weiter im Griff und überstanden trotz leichter Probleme auch die fünfminütige Schlussphase, in der die Remscheider mit einer offenen Deckung vergeblich noch Boden gutmachen wollten.

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