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Reitsport: Die Zeit als zusätzliche Hürde

Reitsport : Die Zeit als zusätzliche Hürde

Beim S*-Springen auf dem Erkrather Niermannshof sind nicht alle Paare schnell genug. Martin Sterzenbach lässt seinen Loriot in der Siegerunde laufen, bleibt fehlerfrei und gewinnt.

Verschwitzt, aber mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck ließ Martin Sterzenbach seinen braunen Wallach nach der Ehrenrunde vom Galopp in den Schritt fallen, um am langen Zügel den großen Springplatz auf dem Erkrather Niermannshof zu verlassen. Eine goldene und eine grüne Schleife für den sechsten Platz flatterten am Martingal seines Pferdes. "Das ist hier ein tolles Turnier für mich. Insgesamt habe ich vier Springen gewonnen und war auch schon im vergangenen Jahr sehr erfolgreich. Ich komme immer gerne her", sagte der Sieger des S*-Springens vom RV Lippe-Bruch-Gahlen.

Im Sattel von Loriot hatte er die Siegerrunde eröffnet und mit engen Wendungen und rasantem Tempo eine schnelle Zeit herausgeritten. "Mir war sofort klar, dass mir alles geglückt ist, und ich damit unter den ersten Dreien landen werde." Mit seinen 35,56 Sekunden setzte er die Konkurrenz unter Druck. Diejenigen, die sich für das Risiko entschieden, blieben nicht ohne Abwurf. Nach einer sehr engen Wendung auf Sprung drei verweigerte Peewee unter Dirk Jerke (RV Wevelinghoven) kurzfristig die Zusammenarbeit und ließ den Reiter unsanft im Hindernis landen. Beide blieben jedoch unverletzt.

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Hans-Günther Goskowitz (PSC Giesenbach) kam der Siegerzeit am Nächsten. Mit Orplid blieb er fehlerfrei, galoppierte aber in 36,95 Sekunden langsamer über die Ziellinie. Zuviel Zeit ließ sich Bernd Wichert (RFV Erkrath) bereits im Normalparcours. Er blieb mit seinem Fuchs Eros zwar ohne Hindernisfehler, überschritt jedoch die vorgegebenen 75 Sekunden für den 500 Meter langen Parcours und kassierte dafür einen halben Strafpunkt, der ihn von der Teilnahme an der Siegerrunde ausschloss. "Mir war wichtig null zu bleiben und dabei habe ich mich ein bisschen verschätzt. Doch als Zehnter bin ich noch platziert, das ist ein kleiner Trost", sagte der Erkrather.

Thomas Kögler (RFV Mettmann) durfte dagegen nicht zur Platzierung einreiten. Sein gewaltig springender Quintus verlor im ersten Umlauf in der dreifachen Kombination den Schwung, wurde zu flach und nahm am Aussprung die oberste Stange mit. Parcourschef Ulrich Fisseler hatte das Hindernis in einer Distanz auf der Diagonalen aufgebaut, die rhythmisch zu reiten war. Wesentlich kniffeliger hatte er die Schlusslinie gestaltet. "Die Distanz lädt zum Vorwärtsreiten ein, vor dem überbauten Wassergraben müssen die Pferde aber zurückkommen", sagte der Experte. Mehrmals fiel am letzten Sprung die Stange.

Die knapp bemessene Zeit war eine zusätzliche Hürde, da sie ein zügiges Tempo von 375 Meter pro Minute erforderte. Neben der elektronischen Zeitmessung stoppte auch Benno Molterer auf dem Richterturm auf die Sekunde genau mit. "Wir achten auf Fehler und Zeit, falls die elektronische Messung ausfällt. Es gibt auch immer mal Zweifelsfälle, in denen wir entscheiden müssen", erklärte der Richter seine Aufgaben. "Hier ist alles reibungslos verlaufen, auch dank eines guten Parcoursbaus."

Ulrich Fisseler hatte sich zu Beginn des Springens auf Martin Sterzenbach und Hans-Günther Goskowitz als Sieger festgelegt. "Der eine ist hier im Rheinland sehr bekannt und derzeit gut beritten, der andere bringt internationale Erfahrungen mit." Beide bewiesen ihre Favoritenrolle eindrucksvoll.

(domi)