Die Formation IndepenDance des TuS Hilden steigt in die 2. Bundesliga auf

Tanzen : TuS bejubelt Aufstieg und schaut nach oben

Eine spannende Saison im Jazz and Modern Dance in der Regionalliga krönt die Formation IndepenDance mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nun muss sich das Team breiter aufstellen – und braucht auch Sponsoren.

„Wir haben sehr lange und hart dafür trainiert und waren heiß auf den Aufstieg“, sagt Trainerin Maren Klever rückblickend. Knapp eine Woche nach dem Sieg in Brühl fällt es immer noch schwer, nüchtern über das letzte Saisonturnier zu sprechen. Zu aufregend war dieser Tag. So viel war im Spiel, so viel lief schief und so blank lagen die Nerven an jenem Samstag vor einer Woche. „Wir sind sehr früh nach Brühl gefahren und haben erstmal einen Schock bekommen, als wir den Tanzboden sahen“, berichtet Klever. Normalerweise, erklärt sie, sei die Fläche breiter als tief. „In Brühl hatten sie ihn umgekehrt gelegt, sodass er tiefer als breit war.“ Ein Problem für die Choreografie, war diese schließlich ausgerichtet, um sich in die Breite, statt in die Tiefe zu erstrecken. Die jungen Frauen versuchten, die Nerven zu behalten. „Das Eintanzen klappte super, wir mussten die Choreo nur etwas verschieben, aber das ist kaum aufgefallen.“

Zu Turnierbeginn dann der nächste Schock: Bei der Auslosung zog die Formation den letzten Startplatz. „Beim Turnier ist es immer besser, in der ersten Runde möglichst weit vorne zu starten und zum Finale hin weiter hinten, dann ist die Regenerationszeit zwischen den Durchläufen einfach länger“, erklärt Klever. Die Knie ihrer Tänzerinnen seien total weich gewesen. „Alle waren angespannt und haben vor Angst gezittert. Wir mussten ein paar Mal vor die Tür, um frische Luft zu schnappen.“ Sie wussten sehr genau, was auf dem Spiel stand.

Nach dem ersten Durchgang, den IndepenDance zufriedenstellend absolvierte, kam jedoch die nächste Überraschung. „Von den drei letzten Turnieren waren wir es eigentlich gewohnt, mit Zwischenrunde zu tanzen. Darauf waren wir eingestellt“, berichtet die Trainerin. Doch diesmal entschieden sich die Wertungsrichter für ein großes und ein kleines Finale.

Für IndepenDance ging es weiter nach oben. „Und wie es nicht anders sein sollte, starteten wir auch im Finale unter den schlechtesten Voraussetzungen überhaupt“ , erzählt Klever. Bei der Auslosung zogen die Hildenerinnen diesmal Startnummer eins. „Die Mädchen waren zu dem Zeitpunkt schon völlig durch den Wind.“ Klever verteilte Erfolgsarmbändchen an ihre Tänzerinnen, die sie die Nacht vorher für ihr Team geflochten hatte. „Es waren absichtlich keine Glücksarmbänder, denn in diesem Moment brauchten wir kein Glück. Wir mussten das abliefern, was wir uns die vielen Wochen davor hart erarbeitet hatten.“

Der Finaltanz von IndepenDance verlief gut, „doch die Wartezeit danach war die reinste Folter und fühlte sich wie 1000 Jahre an“. Als am Ende das Ergebnis verkündet wurde – IndepenDance überzeugte erneut knapp vor dem direkten Verfolgern La Vida aus Halle – flossen die Tränen. „Das war ein unglaubliches Gefühl. Wir lagen uns alle in den Armen und haben geweint“, gesteht Klever. Der monatelange Druck fiel von der Trainerin und den Tänzerinnen ab.

IndepenDance belegt am Ende den ersten Platz. Foto: TuS Hilden

Doch trotz aller Freude und Motivation – die nächste Saison in der 2. Bundesliga wird nicht einfacher. „Direkt am Abend, als wir mit dem Team, Eltern und Familie zusammensaßen und auf den Aufstieg anstießen haben wir schon unseren Schlachtplan für die kommende Saison entwickelt.“ Das Training wird erweitert. Der Kader der Formation, der aktuell aus 14 Tänzerinnen besteht, muss für die 2. Bundesliga unbedingt aufgestockt werden. „Wir brauchen mindestens 16 bis 18 Tänzerinnen im Team, denn es kann immer mal etwas passieren und wir brauchen zwölf Mädchen auf der Fläche“, führt Maren Klever aus. Über ein offenes Training und gezielte Werbung will IndepenDance neue Tänzerinnen gewinnen. Auch neue Sponsoren braucht die Formation, die künftig weitere Anreisen durch das gesamte Bundesgebiet stemmen muss. „Die Choreografen aus dem vergangenen Jahr sind auch schon informiert“, sagt die Trainerin. In den Sommerferien soll die neue Choreografie für die Bundesliga einstudiert und bis zum Saisonstart im kommenden Frühjahr perfektioniert werden.

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