Die Balance trainieren

Die Stadtwerke Hilden engagieren sich in vielen Projekten für den Sport. Jetzt spenden sie dem Jugendtreff am Weidenweg ein Slackline-Gerät, das Kindern hilft, ein gutes Gleichgewichtsgefühl zu entwickeln.

Hilden Das Gewimmel in der Halle am Weidenweg ist groß. Während in der einen Hälfte etliche Kinder sich im Uni-Hockey versuchen und mit Feuereifer der Kugel nachjagen, steht jedoch an diesem Vormittag eine ganz neue Errungenschaft im Mittelpunkt des Interesses. Denn die Stadtwerke Hilden spendeten dem Jugendtreff am Weidenweg ein Slackline-Gerät, das Schule und Verein gleichermaßen nutzen sollen. "Die Slackline fördert nicht nur Koordination und Gleichgewicht, sondern schult auch den Teamgeist", weiß Claudia Ledzbor, Leiterin des Sportbüros der Stadt Hilden. Die Schüler der 3. Klasse der Wilhelm-Busch-Schule machen es begeistert vor: Sie probierten den Lauf über das schwankende Seil direkt aus – und leisteten sich dabei gegenseitig Hilfestellung.

"Wir fördern seit Jahren Sportprojekte in Hilden. Die Idee mit der Slackline hat uns direkt begeistert", strahlt Sabine Müller. Die Pressesprecherin der Stadtwerke freut sich über das rege Interesse der Kinder am Slackline-Gerät, das seine Bewährungsprobe bereits bei den Aktionswochen des Hildener Jugendamtes Anfang des Jahres bestand. "Unterstützung, die ankommt" hieß seinerzeit die landesweite Kampagne. "Das ungewöhnliche Gerät war ein echter Türöffner, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen", berichtet Claudia Ledzbor, Leiterin des Hildener Sportbüros.

Jetzt soll die Slackline im Wert von rund 1000 Euro auch langfristig Sinnvolles leisten. "Wir freuen uns, dass es jetzt seinen endgültigen Platz beim Jugendtreff findet und hier sehr vielen Kindern und Jugendlichen Freude bereitet", erklärt Uwe Blankenburg vom Amt für Jugend, Schule und Sport. Lächelnd schaut er zu, wie Sarah, Lilly und Leandra über das rund zehn Zentimeter breite Band balancieren.

In der Regel befestigen Sportler das Band leicht durchhängend zwischen zwei Bäumen. Auf dem Slackline-Gerät aber ist es zwischen zwei Befestigungspunkten nahe über dem Boden gespannt, um so auch die Schwellenangst zu nehmen – tief fallen kann hier keiner. Und falls der Nachwuchs doch mal stolpert, landet er auf abfedernden Bodenplatten. Wer ein besonders ausgeprägtes Gleichgewichtsgefühl hat, wagt es daher auch, auf dem Band, das in ständiger Bewegung ist, zu wippen – so wie es Artisten in der Manege machen.

Ganz so weit sind die Kinder, die die Slackline erstmals testen, noch nicht. Doch mit jedem Schritt über das Band wächst auch das Selbstvertrauen. Mit abgespreizten Armen und Beinen versuchen sie, die Balance zu finden. "Wir wollen das nicht zur Perfektion treiben, aber wir wollen das Bewusstsein fördern, dass Bewegung Spaß macht", erklärt Tina Ritterbecks. Die Leiterin der Wilhelm-Busch-Schule betont: "Die Lust an der Bewegung ist immer noch da, aber die Kinder sind nicht mehr gewohnt, ihren Körper zu erproben." Wichtig ist die Bewegung nicht nur für die körperliche Fitness, sondern sie "unterstützt auch das Lernen". Deshalb begrüßt es die Lehrerin, dass immer mehr Trendsportarten den Einzug in den Schulalltag finden, um so einem ganz anderen Trend entgegenzuwirken: "Unsere Gesellschaft ist dabei, den Kindern die Bewegung abzuerziehen."

(RP)
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