Handball: Derby ist auch eine Willenssache

Handball : Derby ist auch eine Willenssache

Im Hinspiel hatten die Handballer von Mettmann-Sport mit 31:30 das glücklichere Ende für sich. Am Samstag empfängt die DJK Unitas Haan den Lokalrivalen in der Halle an der Adlerstraße - und hofft auf einen Sieg und die Revanche.

Der Abschluss der Saison hält für die Handball-Fans in Haan und Mettmann noch einmal einen Leckerbissen bereit, denn am Samstag (19.30 Uhr) empfängt die Unitas den Oberliga-Rivalen ME-Sport in der Halle an der Adlerstraße. "Ein Derby ist immer eine schöne Sache, egal zu welchem Zeitpunkt in der Saison", stellt Kai Müller fest. Der Haaner Trainer ergänzt: "Es ist das letzte Spiel - da kommt noch einmal alles zusammen: Emotionen und Abschiedsstimmung."

Zu den Akteuren, die ein letztes Mal das Haaner Trikot tragen, zählen Torhüter Dario Musacchio, den es nach Velbert zieht, sowie Marcel Obermeier und Thomas Sorgnit, die in der nächsten Spielzeit in der zweiten Mannschaft auflaufen. "Wir müssen den Spagat hinbekommen", sagt Müller. Will heißen: Alle Unitas-Handballer sollen noch einmal ausreichend Einsatzzeiten bekommen, auf der anderen Seite wollen die Gastgeber aber auch einen Sieg einfahren, um Rang vier in der Abschlusstabelle zu behaupten. Und vielleicht ist auch ein bisschen Revanche geplant, denn das Hinspiel gaben die Haaner sehr unglücklich in den Schlusssekunden mit 30:31 aus der Hand. Daran mag Kai Müller aber keinen Gedanken verschwenden. "Ich will das Ganze nicht noch einmal hochkochen lassen, aber es sollte nicht unser Anspruch sein, in einer Saison zweimal das Derby zu verlieren."

Auch Jürgen Tiedermann hält den Ball lieber flach. "Das erste Derby haben wir glücklich gewonnen. Diesmal hängt es von den Aufstellungen ab, wie eng die Partie wird", erklärt er. Denn der ME-Sport-Trainer hat wieder personelle Probleme. "Wir spielen seit Wochen mit einem Mini-Kader und müssen am Samstag auch auf den zuletzt stark aufspielenden Karsten Mühlenhaupt verzichten", berichtet Tiedermann. Deshalb stellt sich für den Coach gar nicht die Frage, welchem Akteur er noch einmal besonders viel Einsatzzeit zukommen lassen möchte. "Ich hoffe, dass ich überhaupt einem Spieler eine Auszeit gönnen kann", sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. Für Tiedermann ist das Derby "ein Spiel wie jedes andere". Den Termin zum Saisonabschluss nennt er "nicht optimal", gleichwohl betont der ME-Sport-Coach: "Jedes Team möchte noch einmal einen guten Saisonabschluss zeigen."

Doch auch die Haaner Mannschaft geht auf dem Zahnfleisch. Mit Thomas Sorgnit (Riss des Syndesmosebandes im Sprunggelenk), Christian Mohaupt (Oberschenkelprobleme) und Pascal Kordes (Fußprobleme) fallen gleich drei wichtige Akteure aus. Auch der Unitas-Kader ist also wieder eng bemessen. "Das kennen wir ja schon zur Genüge - wir nehmen es, wie es kommt", übt sich Kai Müller in Gelassenheit. Der Unitas-Trainer ergänzt: "Gegen Aldekerk haben wir gesehen, dass es auch so geht. Allerdings hat ein Derby natürlich eine ganz andere Intensität." Die Haaner Handballer hoffen auch auf die Unterstützung durch die eigenen Fans. Nach dem Spiel gibt es traditionell noch einen kleinen Umtrunk - eine gute Gelegenheit, die abgelaufene Spielzeit Revue passieren zu lassen und schon mal nach vorne zu schauen.

(RP)